Gebäude

Heidelberg-Weststadt Rohrbacher Straße 79

Das Gebäude steht im Osten an der Rohrbacher Straße. Es zählt vier Fensterachsen sowie drei Obergeschosse und ein als Mansarde ausgebautes Dach. Der erste Eindruck ist ein Asymmetrischer. Die Achse im Norden trägt ein im Segmentbogen schließendes Ladenfenster mit mittigem Eingang. Nach Süden schließt sich eine Torein- und Durchfahrt an, die rindbogig gewändet ist. Die ermöglicht den Blick in den Hofbereich, in welchem weitere Gebäudeteile stehen. Die Aufgänge zu den oberen Geschossen sind in den Seitenwänden eingelassen. Die beiden Achsen nach Süden sehen einen größeren Ladeneinbau mit durchgehendem, im flachen Segmentbogen schließenden Schaufenster. Der Eingang hierzu ist ebenfalls in der Toreinfahrt enthalten. Die untere Hälfte des Erdgeschosses ist mit roten Sandsteinquadern verkleidet, der zweite Teil mit glatten Solchen. Ein Gurtgesims leitet in Höhe der Fensterbretter des ersten Obergeschosses zu diesem über. Die nördliche Achse trägt in allen Obergeschossen jeweils ein Doppelfenster, das von einem an der Innenseite abgestuftem und außen mehrfach profiliertem Gewände im horizontalen Schluss gefasst ist. Unter den Fensterbrettern sind Kartuschen mit Pflanzen- und Ranken Ornamentik eingesetzt. Ein abgestuftes Gurtgesims schließt über den Fenstern des dritten Obergeschosses ab. Darüber ist eine rechteckige Sandsteinplatte mit zwei geometrisch dekorierten Kartuschen eingelassen. Über dem anschließenden Kranzgesims sitzt eine doppelfensterige, im Segmentbogen schließende Giebelgaube an der Mansarde ab. Dieser ist im oberen Dachverlauf eine einfensterige Gaube übergesetzt. Die Achse selbst ist, wie auch die dritte von vierte (von Norden aus gesehen) ganz mit gelb-beigem, glatten Sandstein in feiner Verfügung verkleidet. Die dritte Achse ist schmäler ausgelegt und trägt nur ein rechteckiges Fenster pro Obergeschoß. An ihr sind vor den Fenstertüren im zweiten und dritten Obergeschoß jeweils Balkone angebracht, die ein schmiedeeisernes Geländer tragen. Sie ruhen auf kräftigen, abgestuften Konsolen. Die im Norden abschließende Achse ist wieder zweifenstrig ausgestattet und gleicht der nördlichen Achse. Besonderen Schwerpunkt hat der Architekt auf die zweite Achse gelegt. Sie ist ab dem ersten Obergeschoß als durchgehender Erker ausgebildet, der von einem am Erdgeschoß ansetzenden, reich mit Ornamentik und Kartuschen verzierten Sockel aufsteigt. Der Erker weist nach Westen pro Geschoß, die durch Gurtgesimse unterteilt sind, je ein Doppelfenster auf. Unter jedem Doppelfenster im zweiten und dritten Obergeschoß ist eine reich ornamentierte Kartusche eingelassen. Über dem dritten Obergeschoss ist vor den Fenstertüren des Zwerchhauses ein Altan angesetzt, dessen Brüstung ebenfalls mit ornamentierten Kartuschen besetzt ist. Das Zwerchhaus selbst ist an den Flanken von dekoriertem Rollwerk begleitet und schließt mit einem Segmentgiebel ab, der eine Leere, aber reich dekorierte Wappenkartusche trägt. Der Architekt hat hier im "freien Historismus" mit Anleihen an die Formensprache der Renaissance und des Jugendstils ein sehr interessantes und abwechslungsreich aufgebautes Wohn- und Geschäftshaus aufgezogen. Auch bei diesem Gebäude lasse man sich reichlich Zeit zum Betrachten! (Baujahr: 1905-06; Bauplanung/Ausführung: Leopold Friedrich. Quelle: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland; Landesdenkmalpflege Baden-Württemberg, Kulturdenkmale in Baden-Württemberg; Band II.5.2; Stadtkreis Heidelberg; Teilband 2 von Melanie Mertens; ISBN 978-3-7995-0426-3; 2013 Landesamt für Denkmalpflege, Esslingen am Neckar.) .
Erhaltungszustand: Gut

Rechtewahrnehmung: heidICON - Die Heidelberger Objekt- und Multimediadatenbank | Digitalisierung: Pietschmann, Dieter-Robert

Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International

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Standort
Heidelberg
Sammlung
Städte und Dörfer
Material/Technik
Werkstein; Sandstein; Schmiedeeisen; Mauern; Steinmetz; Schmieden
Inschrift/Beschriftung
Inschrift: B W = Initialen möglicherweise des Bauherrn oder Auftraggebers. Die des Architekten sind es nicht. (Im Medaillon der mittleren Kartusche an der Westseite des Erkersockels an der zweiten Achse.)

Verwandtes Objekt und Literatur

Klassifikation
Geschäftshaus (Gattung)
Jugendstil (Stilistische Einordnung)
Bezug (was)
Architektur
Torfahrthaus
Laden
Sockel
Erker
Altan
Balustrade
Gurtgesims
Kranzgesims
Konsole
Balkon
Geländer
Kartusche
Ornament
Dekor
Zwerchhaus
Giebelgaupe
Dachgaupe
Segmentgiebel
Bossenwerk
Fries

Ereignis
Herstellung
(wann)
1905 - 1906
(Beschreibung)
Bauplanung/Ausführung: Leopold Friedrich

Förderung
Pietschmann, Dieter-Robert
Letzte Aktualisierung
05.03.2025, 16:25 MEZ

Datenpartner

Dieses Objekt wird bereitgestellt von:
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Universitätsbibliothek. Bei Fragen zum Objekt wenden Sie sich bitte an den Datenpartner.

Objekttyp

  • Gebäude

Entstanden

  • 1905 - 1906

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