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Kalenderblatt: 20. März
44 v. Chr.: Julius Caesar wird beerdigt. Fünf Tage zuvor war Caesar durch Senatoren, die sich gegen den „Tyrannen“ verschworene hatten, ermordet worden. Bei der Beisetzung verliest der Co-Konsul Marc Anton, Caesars Testament, zeigt den auf dem Forum Romanum versammelten Bürgern das blutverschmierte Gewand des Verstorbenen und hält eine leidenschaftliche Totenrede. Die Volksstimmung wendet sich gegen die Mörder, die gehofft hatten, sich durch ihre Tat dem Volk als Wiederhersteller der Republik zu empfehlen. Spätestens mit der Verarbeitung durch Shakespeare wird Marc Antons Rede Weltliteratur. Die Zeile „Friends, Romans, countrymen, lend me your ears … “, der Anfang von Marc Antonys Monolog im 3. Akt der Tragödie „Julius Caesar”, gehört heute zu den bekanntesten Shakespeare-Zitaten überhaupt. Die Rede in Shakespeares Nachdichtung gilt als rhetorische Meisterleistung, die noch heute als Vorbild für das Verführen einer Volksmasse gesehen wird. Ironischerweise schädigt der entfesselte Wille des Volkes im alten Rom der Sache der Republik: Die Tyrannenmörder müssen aus Rom fliehen, ein Bürgerkrieg bricht aus und als sich die Wogen gelegt haben, wird Augustus neuer Machthaber; er wird die Römische Republik endgültig zu Grabe tragen.
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