• Ergebnis 1 von 1

Bautruppen und Pioniere (, Landesschützen und Kriegsgefangenenlager) der Luftwaffe (Bestand)

Bestandssignatur:
BArch, RL 23
Kontext:
Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Norddeutscher Bund und Deutsches Reich (1867/1871-1945) >> Militär >> Reichswehr und Wehrmacht 1919 bis 1945 >> Luftwaffe >> Kommandobehörden, Verbände und Einheiten
Bestandslaufzeit:
1935-1945
Bestandsbeschreibung:
Geschichte des Bestandsbildners:
Bautruppen und Pioniere:
Die für die technische und verwaltungsmäßige Planung, Vorbereitung und Überwachung aller Bauvorhaben der Luftwaffe (Lw.) zuständige Lw. Bauverwaltung mit den Lw. Bauämter und Lw. Bauleitungen bediente sich zur Durchführung ihrer Arbeiten zunächst privater Firmen und zivilen Personals.
Ab 1938/39 wurden in verstärktem Maße RAD-Abteilungen herangezogen, die man 1939 zu Lw. Bau-Kompanien umwandelte und dann zu Lw. Bau-Bataillonen, ab 1941 zu Lw. Bau-Regimentern und von Fall zu Fall zu Lw. Bau-Brigaden zusammenfasste. Ihre Angehörigen rekrutierten sich aus Arbeitsdienstmännern und aus älteren, handwerklich geschulten Jahrgängen sowie aus Kriegsgefangenen (Kgf.) und Hilfswilligen (Hiwi).
Die Lw. Baueinheiten unterstanden unmittelbar den Kommandanten der Flughafenbereiche (Koflug), in den Luftgaukommandos bzw. Feld-Luftgaukommandos (LGK bzw. FLGK) den Stabsoffizieren der Lw. Bautruppen (Stobau) bzw. den Kommandeuren der Lw. Bautruppen, danach dem Referat Qu/Bautr.-Kgf. Wesen. Auf der Ebene des Reichsluftfahrtministeriums (RLM) war als zentrale Instanz der Inspizient für das Lw. Bauwesen, ab 1943 die Lw. Inspektion 17 (L. In 17) für die Überwachung der fachlichen und militärischen Ausbildung und des zweckentsprechenden Einsatzes zuständig.
Ab dem 1. Mai 1944 wurde der überwiegende Teil der Lw. Bautruppen an die neu geschaffene Dienststelle "Chef des Lw. Bauwesens" der Organisation Todt (OT) abgegeben, um einsatzmäßig eine bessere Zusammenfassung aller Arbeitskräfte zu erreichen. Generalmajor Zech wurde in seiner Funktion als "General des Lw. Bauwesens" (27. Oktober 1944) zum Truppenvorgesetzten der abgegebenen Teile. Aus den bei der L. In 17 verbliebenen ca. 10.000 Mann wurden 14 Lw. Pionier-Bataillone neu gebildet.
Das Aufgabengebiet der Lw. Bautruppen und Lw. Pioniere erstreckte sich auf Bauvorhaben aller Art, vor allem auf Flugplätzen (Startbahnbau). Die Pioniere waren u.a. auch zur Zerstörung von Lw. Anlagen vorgesehen. Die Einheiten wurden weiterhin bei der Bekämpfung von Partisanen und an bedrohten Frontabschnitten eingesetzt.
Landesschützeneinheiten:
Die bei Kriegsbeginn vorhandenen Landesschützenzüge wurden bei Verwendung am gleichen Ort und zu gleichen Aufgaben zu Landesschützenkompanien zusammengefasst. Es gab außerdem einige aus ehemaligen Lw. Feldeinheiten umgewandelte Landesschützenbataillone. Ihre Aufgabe lag in der Bewachung von Lw. eigenen Anlagen.
Kriegsgefangenenlager:
Die Betreuung der feindlichen Kriegsgefangenen war grundsätzlich Aufgabe des OKW. Um aber den Besonderheiten der Zusammensetzung der kriegsgefangenen Flugzeugbesatzungen besser entsprechen zu können, wurde auf Forderung Görings der Luftwaffe die Betreuung kriegsgefangener Flugzeugbesatzungen direkt übertragen. Zu diesem Zwecke richtete man zwei Durchgangslager (Dulag Luft) und ein Sonderlager (Lw. Sonderlager Ost) sowie sieben Stammlager der Luftwaffe (Stalag Luft 1-7) ein. Diese erhielten von L. In 17 Weisungen hinsichtlich der Verteilung auf die Stammlager. In den Stalag Luft waren Soldaten der feindlichen Luftstreitkräfte aller Dienstgrade (auch Offiziere) untergebracht.


Bestandsbeschreibung:
Die Akten stammen aus Rückführungen aus den USA und Großbritannien an die Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes. Von dort wurden die Akten 1968 an das Bundesarchiv, Abteilung Militärarchiv abgegeben.
Die im Jahr 2001 vom National Archives Washington an das Bundesarchiv abgegebenen Rollfilme über Kriegsgefangeneneinrichtungen der Wehrmacht wurden erschlossen und, sofern die Luftwaffe betreffend, als ergänzende Hinweise aufgenommen.
Der Bestand ist zur Teilung vorgesehen. Die Unterlagen der Kriegsgefangenenlager der Luftwaffe werden den neuen Bestand RL 42 bilden. Die Unterlagen der Einheiten der Landesschützen der Luftwaffe werden den neuen Bestand RL 43 bilden. RL 23 wird dann nur noch die Unterlagen der Bautruppen und Pioniere der Luftwaffe umfassen.


Inhaltliche Charakterisierung:
Von den Luftwaffenbaueinheiten sind nur Fragmente von Kriegstagebüchern erhalten, darunter einige, die für die Kämpfe im Nord- und Südabschnitt der Ostfront aufschlussreich sind. Von drei Landesschützeneinheiten sind ebenfalls Aufzeichnungen vorhanden. Dem Bestand wurden die wenigen Aktensplitter der Kriegsgefangenenlager der Luftwaffe in Litzmannstadt/Lodz (1941) und in Barth (1943-1945) zugeordnet.


Zitierweise:
BArch, RL 23/...
Provenienz:
Luftbautruppen, Luftwaffenpioniere, Landesschützen und Kriegsgefangenenlager der Luftwaffe, 1938-1945
Umfang:
143 Aufbewahrungseinheiten
Archivalientyp:
Schriftgut
Sprache der Unterlagen:
deutsch
Verwandte Bestände und Literatur:
Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv:
RL 2-III Generalstab der Luftwaffe / Generalquartiermeister; hier: 2. Abteilung (Organisation)
RL 3 Generalluftzeugmeister
RL 4 Ausbildungsdienststellen im Reichsluftfahrtministerium; mit Inspektionen und Waffengeneralen
RL 6 Chef der Luftwehr / Chef der Luftfahrt; hier: Luftwaffenverwaltungsamt
RL 19 Luftgaukommandos und Luftgaustäbe
RL 20 Flughafenbereichskommandos der Luftwaffe
RL 21 Fliegerhorstkommandanturen und Flugplatzkommandos der Luftwaffe
RL 22 Fliegertechnische Dienste und sonstige Technische Dienste der Luftwaffe
RL 25 Nachschubdienste der Luftwaffe
ZA 3 Operational History (German) Section der Historical Division der US-Army / Studiengruppe Luftwaffe
MSG Militärgeschichtliche Sammlungen
R 50 Organisation Todt (Bundesarchiv, Abteilung Reich in Berlin)
Mikrofilm C 2028 N (Stalag Luft 3)
Mikrofilme FC 3509 bis FC 3541 aus dem National Archives Washington

Literatur:
Endres, Robert: Zum Verbleib der Luftwaffenakten beim Zusammenbruch 1945 und danach, in: Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): 50 Jahre Luftwaffen- und Luftkriegs-Geschichtsschreibung, Freiburg 1970, S. 25-31
Geck, Stefan: Dulag Luft/Auswertestelle West. Vernehmungslager der Luftwaffe für westalliierte Kriegsgefangene. Frankfurt a. M. [u.a.] 2008 (Europäische Hochschulschriften, 3/1057)
Held, Walter: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg. Eine Bibliographie der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur, 5 Bände, Osnabrück 1978 ff.
Matiello, Gianfranco und Wolfgang Vogt: Deutsche Kriegsgefangenen- und Internierteneinrichtungen 1939-1945. Handbuch und Katalog. Lagergeschichte und Lagerzensurstempel, 2 Bände, Koblenz 1986
Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS 1939-1945, 20 Bände, Osnabrück 1967 ff.
Ueberschär-von Livonius, Ute: Sagan 1944, in: Gerd R. Ueberschär (Hrsg.): Orte des Grauens. Verbrechen im Zweiten Weltkrieg, Darrmstadt 2003, S. 217-223 (mit Angabe von relevanten Quellen und weiterführender Literatur)
Rechteinformation:
Rechteinformation beim Datenlieferanten zu klären.
Letzte Aktualisierung: 24.04.2018, 16:39 Uhr

Ähnliche Objekte

URL:
http://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/WRP7MCHLI2G7I3DGARXRG6AE4VG4MPKA