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Weltzien, Karl: "Mein Lebenslauf"

Archivaliensignatur:
KIT-Archiv, 27072 / 518
Kontext:
27072 Nachlass Karl Weltzien >> 3 Sonstige Aufzeichnungen
Laufzeit:
1870 ohne Tag (Januar 1 - November 14), Karlsruhe
Enthältvermerke:
Enthält: (2r) Karl Weltzien (der Jüngere) wurde am 8. Februar 1813 gregorianischen Kalenders in Sankt Petersburg geboren. Sein Vater war Carl Weltzien (der Ältere). Der Großvater von Karl Weltzien (d.J.) war "zuletzt Kaufmann in Riga". Carl Weltzien (d.Ä.) war das Drittälteste von sieben Geschwistern. Seine älteste Schwester heiratete "den Zuckerfabrikanten Schröder in Sankt Petersburg". Die zweite Schwester Carl Weltziens (d.Ä.) war dreimal verheiratet. Die Ehegatten waren 1. Fabrikant (Johann Adam Arnold) Seiffart ("Seufert"), 2. Kammerherr (Alexander Friedrich) von Gribko ("Grypko") und 3. "General von Diebitsch (Vater [2v] des Feldmarschalls)" [Hans Karl Friedrich Anton Graf von Diebitsch-Sabalkanski]. Der älteste Bruder von Carl Weltzien (d.Ä.) war Arzt und "wirklicher Staatsrath". Ein Sohn von ihm war "Capitain in der Gardeartillerie" und lebt in Dorpat (Tartu). Der zweite Bruder von Carl Weltzien (d.Ä.) hieß Justus. Er war "Vater der Frau Hofdiakonus Hausrath in Carlsruhe" und Kaufmann in Riga. Der dritte Bruder von Carl Weltzien (d.Ä.) hieß "Georg" (aber Selbstbenennung als "George" in KITA 27072, 519). Er übernahm aus dem Erbe des Großvaters von Karl Weltzien d.J. "ein Gut" und übersiedelte später nach Sankt Petersburg. Er hat jeweils drei noch lebende Söhne und Töchter. Samuel Weltzien ist der jüngste Bruder von Carl Weltzien (d.Ä.) (3r) Er studierte Medizin und starb "jung". Die Mutter von Karl Weltzien (d.J.) (hieß Sophie) und war eine Geborene Hippius. Ihre Mutter war eine ausschließlich englisch sprechende Engländerin. Carl Weltzien (d.Ä.) war des Englischen nicht mächtig, seine Gespräche mit der Schwiegermutter "höchst comisch". Die Mutter von Karl Weltzien (d.J.) hatte vier Geschwister. Die Älteste hieß Caroline. Sie war mit dem "wirklichen Staatsrath und dirigirenden Arzt am Grossen Findelhaus zu Sankt Petersburg [Jakob Heinrich von] Kühlewein [3v] verheirathet". Die zweite Schwester der Mutter von Karl Weltzien (d.J.) heiratete den Kaufmann Kremer. Sie wohnten zunächst in Narva, später in Sankt Petersburg. Eine Tochter aus dieser Ehe ist am Leben. Die dritte Schwester der Mutter von Karl Weltzien (d.J.) heiratete den amerikanischen Kaufmann Martin und wurde "sehr früh" Witwe. Deren beide bereits verwitweten Töchter Anna und Charlotte heirateten das in Estland begüterte Brüderpaar Wistinghausen. Anna hatte fünf Töchter, von denen vier estnische "Grundbesitzer" heirateten. Das Gut des verstorbenen Vetters von Karl Weltzien (d.J.) heißt Leal. (4r) Der einzige Bruder der Mutter von Karl Weltzien (d.J.) war Kaufmann in Moskau. Er und seine Frau verstarben 1834 am gleichen Tag an der Cholera und hinterließen "mehrere Söhne und eine Tochter Emilie". Die Söhne ließ Carl Weltzien (d.Ä.) "erziehen", Emilie holte er nach Karlsruhe. Sie wurde die Ehefrau des Sängers (Heinrich) Sontheim und verstarb 1847 [!]. Der Vater von Karl Weltzien (d.J.) wurde am 19. April 1769 geboren, seine Mutter am 19. April 1784 (jeweils keine Angabe des Zeitrechnungsstils). Die Eheschließung erfolgte 1811. Karl Weltzien (d.J.) ist ihr einziges Kind. (4v) Seine erste Schule "war die eines Staatsraths Weihrauch". 1821 wechselt er "in die Petrischule [in Sankt Petersburg], und zwar in die Pension des Herrn Guté", der an dieser Schule als "Professor für französische Sprache" wirkte. Carl Weltzien (d.Ä.) führte "ohne alle Mithülfe ein kaufmännisches Geschäft" und "machte ein gastfreies Haus". General (Friedrich Maximilian) Klinger, Admiral (Ivan F. alias Adam Johann) Krusenstern und der "Akademiker [= Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg] Bär" verkehrten dort häufig. "Rheumatische Leiden" (5r) und die "schwächliche Gesundheit" des jungen Karl Weltzien (d.J.) waren der Grund für den 1823 erfolgten Wegzug der Familie aus Sankt Petersburg. Die Reise begann im Mai. Die Familie Weltzien nahm Sophie Schröder mit sich. Diese war die älteste Tochter des ältesten Sohnes der "Tante Schröder", die im Sankt Petersburger Haushalt der Weltziens lebte. Die Reise verllief über Riga, wo sich die Familie eine Woche im Haus des Onkels Justus aufhielt. Ab dem Rigaer Hafen Boldera reiste man mit einem im Besitz des Kaufmanns Brand aus Helsingfors befindlichen Schiff (5v) unter dem Kommando von Kapitän Schmidt. Zielort des Schiffs war Bahia. Auf diesem Schiff reiste die Familie bis Kopenhagen. Die Reise dauerte witterungsbedingt 21 Tage mit einem eintägigen Aufenthalt auf Bornholm. Die Familie blieb drei Wochen in Kopenhagen. Carl Weltzien (d.Ä.) hatte sich über den Admiral Krusenstern ein "Taschenhalbchronometer" bei dem Uhrmacher Frederic Jürgenson bestellt, dessen Regulierung die Wartezeit erforderte. (6r) Die Uhr ging nach dem Tod von Karl Weltziens (d.J.) Mutter an diesen über. Die Weiterreise erfolgte mit einem Dampfschiff nach Kiel, anschließend über Hamburg, Hannover und Kassel nach Frankfurt. Carl Weltzien (d.Ä.) hatte beabsichtigt, den Winter in Frankfurt zu verbringen, doch gefiel im die Stadt nicht, und die Familie reiste weiter nach Mannheim. Gegen den Verbleib in dieser Stadt wandte sich seine Frau mit dem Argument, dass die Kinder "blass" aussähen. (6v) Deshalb reiste man Ende August 1823 nach Karlsruhe und wohnte zunächst im "Erbprinzen". Hier waren die Kinder "rotbackig". Carl Weltzien (d.Ä.) entschloss sich, den Winter in Karlsruhe zu verbringen. Anteil an diesem Entschluss hatte seine im "Museum" (= Gesellschaftslokal an der Kreuzung von Ritterstraße und Kaiserstraße) gemachte Bekanntschaft mit einigen "Herren", zu deren Familien sich ein freundschaftliches Verhältnis entwickelte. Es handelte sich um folgende Personen: Herr Krause aus Riga, das Ehepaar Steinwachs (Frau Steinwachs [7r] stammte ebenfalls aus Riga), Hofmarschall von Kageneck, Oberpostdirektor (Karl Heinrich Freiherr) von Fahnenberg, der Geheime Referendar Ring, Lyzeumsdirektor (Jakob Friedrich Theodor) Zandt, Galeriedirektor (Carl) Kuntz, Kupferstecher (Christian) Haldenwang, Hauptmann Carl Sachs sowie der Staatsrat und russische Geschäftsträger (Johann Gustav) von Struve. Während der elterlichen Residenz im Erbprinzen wohnte Karl Weltzien (d.J.) "in Pension bei einem Rath König" in der Kleinen Herrengasse 18 und trat im Lyzeum (7v) in die Nona ein, die sich damals in der Zähringerstraße 71 befand. Der "Umzug in das neue Lyzeum (Marktplatz Zähringerstraße)" erfolgte im Oktober 1823. Im Frühjahr 1824 zogen die Eltern in das Parterre im "Haus des Baumeisters Fischer" in der Herrenstraße 28. Im Herbst 1824 zog Karl Weltzien (d.J.) wieder zu seinen Eltern. Im Sommer 1824 kaufte Carl Weltzien (d.Ä.) das Haus in der Karlstraße 47 von den Gebrüdern Küntzle. Im April 1825 erfolgte der Einzug. (8r) Die Herbstferien 1825 verbrachte Karl Weltzien (d.J.) mit der Familie des Schulrats König in Baden-Baden und erlebte dabei eine Überschwemmung, die das Stadtbild veränderte. Im Herbst 1826 übernahm August Hausrath die Stelle eines "Hofmeisters" für Karl Weltzien (d.J.). Hausrath war "gleichzeitig" Vikar bei seinem in Königsbach und später in Stein als Pfarrer amtierenden Vater. Karl Weltzien (d.J.) begleitete Hausrath "meistens" auf dessen vierzehntäglichen und "meist zu Fuss" unternommenen Wegen nach Königsbach und Stein und verbrachte die Sonntage mit der "liebenswürdigen" Familie Hausrath. (8v) Karl Weltzien (d.J.) entwickelte sich "körperlich [...] sehr gut", "weniger war dieses" mit seinem Schulbesuch "der Fall". "Von Tertia an trat" er "als ordentlicher Schüler aus und besuchte nur "die meisten Stunden", wie es im Programm des Lyzeums hiess". In den nächsten Jahren unternahmen Hausrath und Karl Weltzien (d.J.) gemeinsame Reisen. In den Sommerferien 1826 erfolgte eine "meistens zu Fuss" unternommene Reise von Königsbach über Bretten nach Heilbronn, Wimpfen und Zwingenberg nach Wertheim, dann durch den Odenwald nach Darmstadt, den Rhein abwärts bis Köln und über Mannheim zurück. 1827 reisten sie "über Basel und das Münsterthal nach Biel". (9r) Nach einem eintägigen Aufenthalt auf der Sankt Petersinsel bestiegen sie den Chasseral und wanderten nach Neuchâtel, weiter über La Chaux-de-Fonds durchs Jouxtal, über Vallorbe und die Dôle nach Genf, von da nach Chamonix und über den Col de Balme "nach Martigny, Vevey und Freiburg et cetera et cetera nach Hause". (10r, ab hier Konzeptfragment) Reisen in den Jahren 1826 und 1827 mit Stationen ungefähr wie vor, (10v) familiäre Ereignisse, unter anderem die Konfirmation Karl Weltziens (d.J.) durch Hofprediger (Ludwig Friedrich) Deimling im Februar 1828. Im Sommer 1828 unternahm Karl Weltzien (d.J). mit Hausrath eine Reise, die zunächst durch den Schwarzwald über Waldshut und dann nach Zürich führte, weiter zum Rigi und zum Vierwaldstättersee, in das Berner Oberland, über Realp und den Simplonpass bis nach Mailand. (11r) Im Frühjahr 1829 ging Hausrath nach Riga und heiratete Weltziens Cousine Julie. Vikar Helbing folgte als Weltziens "Hofmeister". Zusammen reisten sie in den Sommerferien an den Bodensee und nach Frankreich. eigenhändig
Umfang:
11 Blatt, davon 9 Blatt Reinschrift, 2 Blatt Konzeptfragment, dieses inhaltlich überschnitten mit der Reinschrift
Archivalientyp:
Handschriften
Indexbegriff Person:
Weltzien, Karl (*1813, +1870)
Weltzien, Carl (*1769, +1849)
Weltzien (verh. Schröder)/Sankt Petersburg
Weltzien (verh. Seiffart, von Gribko, von Diebitsch)
Gribko, Alexander Friedrich
Schröder (Nachname)/Sankt Petersburg
Diebitsch-Sabalkanski, Hans Karl Friedrich Anton Graf von (*1785, +1831)
Diebitsch, von
Weltzien, Justus
Weltzien, George
Weltzien
Weltzien, Samuel
Weltzien (geb. Hippius), Sophie (*1784, +1863)
Hippius (verh. m. Kühlewein, Jakob Heinrich), Caroline
Kühlewein, Jakob Heinrich von (*1765, +1829)
Kremer (Nachname)
Martin (Nachname)
Kremer (verh. Wistinghausen), Anna
Kremer (verh. Wistinghausen), Charlotte
Sontheim, Emilie (+1848)
Sontheim, Heinrich (*1820, +1912)
Weihrauch (Nachname)
Guté (Nachname)
Klinger, Friedrich Maximilian von (*1752, +1831)
Kruzenštern (Krusenstern), Ivan F. alias Adam Johann (*1770, +1846)
Krusenstern (Kruzenštern), (Adam Johann alias Ivan F.) (*1770, +1846)
Bär (Nachname)
Schröder, Sophie
Schröder (Nachname)
Schmidt (Nachname)
Jürgenson, Frederic
Steinwachs (Nachname)
Kageneck, von
Fahnenberg, Karl Heinrich von (*1779, +1840)
Ring (Nachname)/Karlsruhe
Zandt, Jakob Friedrich Theodor(*1760, +1843)
Kuntz, Karl (*1770, +1830)
Haldenwang, Christian (*1770, +1831)
Sachs, Carl
Struve, Johann Gustav von (*1763, +1828)
König (Nachname)/Karlsruhe
Fischer (Nachname)/Karlsruhe
Küntzle (Nachname)/Karlsruhe
Hausrath, August (*1806, +1847)
Deimling, Ludwig Friedrich (*1791, *1861)
Julie (Vorname, Cousine von Carl Weltzien)
Helbing (Nachname)
Seiffart, Johann Adam Arnold
Brand (Nachname)
Krause (Nachname)
König (Nachname)
Schmidt (Nachname)
Indexbegriff Ort:
Basel/CH
Biel/CH
Boldera/LV
Bornholm/DK
Bretten/DE
Chasseral/CH
Darmstadt/DE
Dorpat (Tartu)/EE
Tartu (Dorpat)/EE
Frankfurt am Main/DE
Genf/CH
Hamburg/DE
Hannover/DE
Heilbronn/DE
Helsingfors/FI
Helsinki (Helsingfors)/FI
Karlsruhe/DE
Kassel/DE
Köln/DE
Königsbach (Ortsteil von Königsbach-Stein)/DE
Kopenhagen (København)/DK
København (Kopenhagen)/DK
La Chaux-de-Fonds/CH
Leal
Mailand (Milano)/IT
Milano (Mailand)/IT
Mannheim/DE
Moskau/RU
Narva/EE
Neuchâtel/CH
Realp/CH
Riga/LV
Sankt Petersinsel/CH
Sankt Petersburg/RU
Stein (Ortsteil von Königsbach-Stein)/DE
Vevey/CH
Wertheim/DE
Wimpfen/DE
Zwingenberg/DE
Digitalisat im Angebot des Archivs:
kein Digitalisat verfügbar
Bestand:
27072 Nachlass Karl Weltzien
Link zum Objekt beim Datengeber nicht verfügbar
Letzte Aktualisierung: 18.04.2018, 23:01 Uhr
URL:
http://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/RMSD6PZISYDR6IFPK2ZXN5LABH5GDBJE