Kalenderblatt: 14. März
Ehrlich, Einstein, Petersen - Telemann, Klopstock, Feddersen - ein Tag der deutschen Genies, ...
Letzte Änderung: 14.03.2018, 07:44 Uhr
  • Langen, Paul-Ehrlich-Straße 51/59. Paul-Ehrlich-Institut. Paul-Ehrlich-Museum im Institut....

    Hildebrand, Gustav (Fotograf), 1995
    1854: Paul Ehrlich, Arzt und Forscher, wird in Strehlen geboren. Er entdeckt zentrale Mechanismen des menschlichen Immunsystems und gilt als Vater der Chemotherapie. Für seine „Seitenkettentheorie“, mit der er das grundsätzliche Prinzip der Immunität erklärt, erhält er 1908 den Medizin-Nobelpreis. Er stirbt 1915 in Bad Homburg, seine Totenmaske wird im nach ihm benannten Paul-Ehrlich-Institut im südhessischen Langen aufbewahrt.
  • Albert Einstein

    Physiker, Pazifist, Nobelpreisträger
    1879: Albert Einstein komm in Ulm zur Welt. Mehr über Einstein lesen Sie in der Favoritenliste vom 27. September, dem Tag, an dem er 1905 die berühmteste Formel der Welt zur Veröffentlichung einreicht.
  • Das Boot

    Wolfgang Petersen (on the set)
    1941: Der Regisseur Wolfgang Petersen wird in Emden geboren. Petersen, der sich in den 70er Jahren einen Namen als Fernsehregisseur macht, bekommt im Frühjahr 1979 die Chance seines Lebens, als ihm Günther Rohrbach, der frischgebackene Leiter der Münchener Produktionsfirma Bavaria Film, die Verfilmung von Lothar-Günther Buchheims Romanbestseller „Das Boot“ anbietet. Vor Petersens Engagement hatte die Bavaria zwei Anläufe unternommen, das 1973 erschienene „Boot“ mit Personal aus Hollywood zu verfilmen: Zunächst sollte John Sturges Regie führen und Robert Redford den U-Boot-Kommandanten spielen, später waren Don Siegel und Paul Newman im Gespräch. Nachdem sich beide Projekte zerschlagen hatten, setze Rohrbach mit Petersen auf eine komplett deutsche Produktion. Diese Entscheidung sollte sich im mehrerlei Hinsicht als Glücksfall für das deutsche Kino erweisen, weil „Das Boot“ mit dem in die Jahre gekommenen Paradigma des deutschen Autorenfilms bricht und als Großproduktion, wie es sie seit Fritz Langs Tagen nicht mehr in Deutschland gegeben hatte, Maßstäbe in allen technischen und handwerklichen Bereichen der Filmproduktion setzt. Am Anfang des „Boots“ steht die Architekturleistung Rolf Zehetbauers, der 1973 für das Bühnenbild von „Cabaret“ einen Oscar gewonnen hatte und für „Das Boot“ neben einer Reihe von tauchfähigen Modellen das komplette Innere der U 96 realistisch nachbaut. In der Film-Replik ist es ebenso eng wie im Original, Kameramann Jost Vacano ist bei seinen Verfolgungs-Kamerafahrten durch die engen Schotten des U-Boots gepolstert wie ein Football-Spieler. Neben dem Boot selbst ist das Ensemble der zweite Star des Films. Petersen und Bavaria-Besetzungschef Willi Schlenter wollen unverbrauchte Gesichter und fahren wochenlang von Theater zu Theater um junge Schauspieler aus ganz Deutschland zu casten. Am Ende steht eine komplette Schauspielergeneration vor der Kamera, junge Männer, die danach fast ausnahmslos zu Stars des deutschen Films und Fernsehens avancieren. Die Schauspieler müssen während der Dreharbeiten enorme körperliche Strapazen überstehen: Bei Außendrehs auf See sind alle seekrank, bei den auf einer großen Rüttelwippe gefilmten Tauch- und Angriffssequenzen stürzen an manchen Tagen 120 Tonnen Wasser auf die Schauspieler ein, in einigen Szenen stehen sie stundenlang in kaltem Wasser, zudem stinkt es im U-Boot-Inneren bestialisch. Die Bärte der U-Boot-Crew müssen chronologisch wachsen, bei Ausfahrt glatt rasiert, bei Rückkehr Oberförsterbart, weshalb der gesamte Drehplan an Haar- und Bartwuchsproblemen ausgerichtet ist. Im Laufe der anstrengenden zweijährigen Produktion gleichen die Gesichter der Schauspieler immer mehr den Fotografien realer U-Boot-Fahrer. Von der deutschen Kritik wird der Film zunächst größtenteils negativ aufgenommen, als er im September 1981 in die Kinos kommt. 35 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs ist der Zeitgeist noch nicht reif dafür, dass Deutsche Soldaten nicht nur als Täter, sondern auch als Opfer dargestellt werden. Dass gerade die ungeschminkte, nicht-tendenziöse Darstellung von Wahnsinn und Aberwitz des Krieges das „Boot“ zu einem Antikriegsfilm macht, wird weitgehend verkannt. Auch die Dimensionen des damals teuersten deutschen Films aller Zeiten sind den Kritikern suspekt. Im Ausland feiert „Das Boot“ dagegen große Erfolge, es wird der bis dahin erfolgreichste ausländische Film an den amerikanischen Kinokassen und bekommt 1982 sechs Oscar-Nominierungen. Für Wolfgang Petersen ist es der Beginn einer Karriere als Regisseur und Produzent großer Hollywood-Filme.
  • Georg Philipp Telemann

    Komponist
    1681: Georg Philipp Telemann kommt in Magdeburg zur Welt. Telemann wird im Guniness-Buch der Rekorde als der produktivste Komponist der Weltgeschichte geführt; er galt aber lange Zeit als bloß mittelmäßiger Vertreter des Barock, dem es im Vergleich zu seinen Zeitgenossen Bach und Händel an Originalität und Virtuosität und damit an „Größe“ fehle. Diese durch die Vorlieben und Vorurteile des 19. und frühen 20. Jahrhunderts geprägte Sicht weicht in jüngerer Zeit differenzierteren Erkenntnissen der musikwissenschaftlichen Forschung. Zu Lebzeiten, jedenfalls in der ersten Häfte des 18. Jahrhunderts, gilt Telemann als führender Musiker Deutschlands. Ihm wird in Leipzig die Stelle des Thomaskantors noch vor Johann Sebastian Bach angeboten. Telemann führt als einer der Ersten Solo-Konzerte in Deutschland ein und erhebt durch seine Kompositionen Instrumente wie die Bratsche und das Cembalo von reinen Begleit- zu Soloinstrumenten. Seine Orchestrierungen zeichnen sich durch einen besonderen Reichtum an Klangfarben aus, vielleicht eine Folge seines eigenen Multi-Instrumentalistentums. Telemann hatte großen Einfluss auf die nachkommenden Musiker- und Komponistengeneration, er komponierte ausgewiesene Lehrstücke und gab ab 1728 mit dem „Getreuen Music-Meister“ die erste Musikzeitschrift Deutschlands heraus. Telemann stirbt 86jährig in Hamburg, nachdem er rund 3600 Werke komponiert hat.
  • Die Klopstock-Gräber in Ottensen.

    Erschienen in: Klopstockbüchlein
    1803: Der Dichter Friedrich Gottlob Klopstock stirbt in Hamburg und wird auf dem Friedhof der Christianskirche in Ottensen unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt. Klopstock belebte antike Gedichtformen wieder und ist mit seinen Oden und dem Versepos „Der Messias“ ein wichtiger Vertreter der Empfindsamkeit, dessen von Innerlichkeit und Erhabenheit geprägten Werke großen Einfluss auf die nachfolgende Generation des Sturm und Drang hatten. So führt in Goethes Werther das bloße Aussprechen von Klopstocks Nachnamen durch Lotte zu einem Proustschen Madeleine-Moment beim Titelhelden, der augenblicklich von seinen Erinnerungen und Empfindungen übermannt wird.
  • Helga Feddersen

    Helga Feddersen
    1930: Die Schauspielerin, Autorin und Theaterleiterin Helga Feddersen wird in Hamburg geboren. Trotz exzellent gespielter Nebenrollen in bedeutenden deutschen FIlm- und Fernsehproduktionen (Weidemanns „Buddenbrooks“, Fassbinders „Lola“, Fechners „Tadellöser & Wolff“) ist sie dem breiten Publikum vor allem aus ihren späteren komischen-naiven Rollen, oft an der Seite von Dieter Hallervorden, bekannt. Helga Feddersen kämpfte seit ihrem 25. Lebensjahr mit verschiedenen Krebserkrankungen, 1955 erleidet sie bei einer Operation eine partielle Gesichtslähmung, weitere Operationen in den 1980er Jahren folgen. 1990 stirbt Feddersen in ihrer Heimatstadt - an Leberkrebs.
  • ˜Dieœ deutsche Gewerkschaftsbewegung

    Legien, Karl. - Berlin : Sozialistischen Monatshefte, 1911
    1892: In Halberstadt eröffnet Karl Legien den ersten deutschen Gewerkschaftkongress. Er schreibt dazu auf Seite 13 (=Scanseite 18) seiner Geschichte der deutschen Gewerkschaftsbewegung: „Der erste Kongreß beschäftigte sich mit Organisationsfragen. Zugleich wurde die Frage nach der lokalen oder zentralen Organisationsform entschieden. Der Kongreß erklärte die letztere als die allein richtige, was eine Trennung von denen bedeutete, die die lokale Organisation aufrecht erhalten wollten und den Gewerkschaften einen parteipolitischen Charakter geben wollten.“
  • Ueber die Zahl (..pi..)

    Erschienen in: Mathematische Annalen; 20
    Seit 1988 wird am 14. März der π-Tag zu Ehren der Kreiszahl, dem Verhältnis von Kreis-Umfang zu -Durchmesser, begangen. In amerikanischer Schreibweise entspricht das Datum an diesem Tag dem Wert von Pi auf zwei Nachkommastellen: 3,14...