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Berlin, Potsdamer Straße 50, Reichpietschufer 46

Denkmalart:
Baudenkmal
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Land:
Berlin
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Ort:
Berlin
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Ortsteil:
Tiergarten
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Straße und Hausnummer:
Potsdamer Straße 50, Reichpietschufer 46
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Bezeichnung:
Neue Nationalgalerie
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Denkmaltyp:
Museum, Ausstellungsgebäude
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Beschreibung:
Die 1965-68 erbaute Neue Nationalgalerie, Potsdamer Straße 50, gehört zu den großen Monumenten der Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts. (1) Ludwig Mies van der Rohe, der 1938 in die USA emigriert war, erhielt den Auftrag 1961 anlässlich seines 75. Geburtstags. Die Auftragsvergabe durch den Berliner Senat sollte etwas verspätet auch Ausdruck der Wertschätzung für den von den Nationalsozialisten vertriebenen Architekten sein. Trotz des äußerst modernen Erscheinungsbildes der Nationalgalerie bezog sich Ludwig Mies van der Rohe mit seinem Entwurf auf die klassische Tradition der europäischen Baukunst, vor allem auf Karl Friedrich Schinkel, und entwarf eine moderne Version eines klassischen Tempels. Über einem granitverkleideten Sockel, der eine breite Terrasse ausbildet, ordnete Ludwig Mies van der Rohe eine freistehende, vollkommen verglaste Ausstellungshalle auf quadratischem Grundriss an. Das weit auskragende, rasterartig gegliederte Flachdach wird von acht anthrazit gestrichenen Stahlstützen getragen. Den Gedanken einer großen quadratischen Platte, getragen von acht Stützen, hatte der Architekt bereits in den 1950er Jahren entwickelt. Das tempelartige Gebäude aus Stahl und Glas, das über breite Freitreppen zu betreten ist, vereint gegensätzliche Prinzipien der Architektur, nämlich Monumentalität und Transparenz. Einerseits beherrscht das Bauwerk die Stadtlandschaft, andererseits sorgen die Glasfronten für einen fließenden Übergang zwischen Innen- und Außenraum. Ludwig Mies van der Rohe verstand die tempelartige Halle als "absolute Architektur". Der stützenfreie, beliebig gestaltbare Innenraum ist als Ausstellungshalle gedacht, obwohl er eigentlich ganz zweckfrei erscheint. Im Grunde genommen bildet er nur einen monumentalen Eingangsbereich für die Neue Nationalgalerie. Die eigentlichen Museumsräume, die Verwaltungsräume sowie Bibliothek und Magazin befinden sich im größtenteils fensterlosen Sockelgeschoss. An den Museumstrakt schließt sich ein von Mauern eingefasster Skulpturenhof an. Dessen Granitplattenbelag wird durch rechteckige Pflanzflächen und ein Wasserbecken unterbrochen. Mies van der Rohe gestaltete auch die Freiflächen, was seinen umfassenden künstlerischen Anspruch unterstreicht. Die Terrasse, der Skulpturengarten und die baumbestandenen Außenbereiche folgen einem strengen geometrischen Grundraster, mit dem ein Maßstab vorgegeben wird, um die Größenordnung des Bauwerks zu erfassen. Das Bild der Neuen Nationalgalerie wird nicht zuletzt von den großen, auf der Terrasse stehenden Skulpturen geprägt, die mit ihren organischen Formen einen spannungsvollen Gegensatz zur geometrischen Strenge der Stahl-Glas-Architektur bilden. Das betrifft die biomorphe, raumgreifende Stahlskulptur von Alexander Calder ("Tètes et Queue") von 1965 und die aus gerundeten Formen bestehende Bronzeplastik von Henry Moore ("Three Way Piece No. 2: Archer") von 1964-65.
_________________
1) Carter, Peter: Mies van der Rohe at Work. London 1974, S. 95-99; BusB V A, S. 41-44, 60; Schulze, Franz: Mies van der Rohe - Leben und Werk. Berlin 1986, S. 313-319; Mies van der Rohes Neue Nationalgalerie in Berlin. Hrsg. v. Gabriela Wachter. Berlin 1995; Neue Nationalgalerie Berlin. Dreissig Jahre. Ausstellungskatalog. Berlin 1998 (mit mehreren Beiträgen); Ungers, Oswald Mathias: Schönheit ist der Glanz des Wahren. Mies van der Rohes Neue Nationalgalerie. In: Das XX. Jahrhundert. Ein Jahrhundert der Kunst in Deutschland. Architektur in Berlin. Hrsg. v. Andres Lepik und Anne Schmedding. Köln 1999, S. 74-77; Dehio Berlin 2000, S. 438-439.
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Ereignis:
Entwurf
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(wann):
1964
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(wer):
Mies van der Rohe, Ludwig [Entwurf]
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Ereignis:
Datierung
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(wann):
1965-1968
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Rechteinformation:
Landesdenkmalamt Berlin
Letzte Aktualisierung: 24.03.2021, 08:13 Uhr

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