Gebäude
Heidelberg-Weststadt Kaiserstraße 72
Das Gebäude steht im Norden an der Kaiserstraße. Es zählt drei Fensterachsen, drei Obergeschosse und trägt den Hauseingang im Osten. Das Erdgeschoß ist bis in Höhe der Fensterbretter mit glattem, rotem Sandstein verkleidet. Der Hauseingang wird ein rechteckiges Schlitzfenster im Wetzen mit eingeschlossen, ganz von diesem Sandstein umfasst. Der horizontale Schluss ist nach oben geschwungen und trägt ein Muster aus Tropfen an den beginnenden Jugendstil erinnernd. Über dem Hauseingang ist eine übertünchte Inschrift zu erkennen: "h.& H. Linse; Gipser- U. Stuckateuermeister". Ein Hinweis auf ein ehemals im Hofbereich oder Hinterhaus eingerichtetes Geschäft. Die westliche Achse trägt im Erdgeschoß ein Doppelfenster, das von einem Pfeiler getrennt wird und horizontal mit einem nach oben geschwungenen Abschluss gefasst ist. Die darin befindliche Ornamentik geht ebenfalls in Richtung Jugendstil. Die mittlere Achse ist als "Auslucht" ausgebildet, eine Form von Erker, der vom Erdboden aus beginnt. Diese Auslucht reicht bis einschließlich des zweiten Obergeschosses und schließt vor dem dritten mit einem Altan ab. Sie ist an den Kanten mit glattem, rotem Sandstein hervorgehoben. Jeweils ein Doppelfenster ist nach Süden gerichtet und zwei schmale, schlitzartige Fenster zeigen nach Osten und Westen. Ein Gurtgesims trennt in Höhe der Fensterbretter das Erd- vom ersten Obergeschoß. Die Fenster dort sind durchweg Doppelfenster, die von einem Pfeiler getrennt und von einem geraden, horizontal abschließenden Gewände gefasst sind. Die vertikalen Gewändeteile sind mit überlappendem Sandstein dekoriert. Im horizontalen Schluss sitzt jeweils eine stilisierte Agraffe über jedem Fenster. Eine Ausnahme bildet die Auslucht, bei welcher das Doppelfenster nicht getrennt ist. Das zweite Obergeschoß zeigt die gleiche Anordnung an Fenstern und Dekor, zusätzlich verläuft unter den schmalen Fensterbrettern ein Zahnfries. Im dritten Obergeschoß schließlich wiederholt sich die Anordnung der Fenster generell. Unter den Fensterbrettern verläuft ein schmales Gurtgesims, das an seiner Unterseite ein Zahnfries aufweist. Die Ausnahme bildet wieder die Mittelachse, jetzt mit der Fassade fluchtend, deren Fenstertüren am Altan (welcher die Auslucht "abschließt") nun ebenfalls von einem mit überlappendem Sandstein dekorierten Gewände gefasst sind. Dachseitig schließt über den beiden äußeren Achsen jeweils eine doppelfensterige, verschindelte Gaube ab, über der mittleren Achse ist eine dreifenstrige Gaube platziert. Ein in der variationsreichen Formensprache des Jugendstils ausgeführtes Gebäude, man ist geneigt, es der späten Phase zuzuordnen. (Baujahr: 1909; Bauplanung: Wilhelm Spahn. Quelle: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland; Landesdenkmalpflege Baden-Württemberg, Kulturdenkmale in Baden-Württemberg; Band II.5.2; Stadtkreis Heidelberg; Teilband 2 von Melanie Mertens; ISBN 978-3-7995-0426-3; 2013 Landesamt für Denkmalpflege, Esslingen am Neckar.) .
Erhaltungszustand: Gut
- Standort
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Heidelberg
- Sammlung
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Städte und Dörfer
- Material/Technik
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Sandstein; Werkstein; Mauern; Steinmetz
- Inschrift/Beschriftung
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Inschrift: "h.& H. Linse; Gipser- U. Stuckateuermeister". = Bezeichnung des ehemaligen Geschäfts. (Über dem Hauseingang ist eine übertünchte Inschrift zu erkennen.)
- Verwandtes Objekt und Literatur
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Teil von: Heidelberg-Weststadt Kaiserstraße
- Klassifikation
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Haus (Gattung)
Jugendstil (Stilistische Einordnung)
- Bezug (was)
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Architektur
Auslucht
Kartusche
Ornament
Altan
Gurtgesims
Dachgaupe
Bauinschrift
- Förderung
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Pietschmann, Dieter-Robert
- Letzte Aktualisierung
- 2025-03-05T16:25:52+0100
Datenpartner
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Universitätsbibliothek. Bei Fragen zum Objekt wenden Sie sich bitte an den Datenpartner.
Objekttyp
- Gebäude
Beteiligte
Entstanden
- 1909