Archivale

Gesuch an den Magistrat zu Reutlingen

Regest: Der Ehemann der Unterzeichneten ist vor einem Jahr in einem Erdenschlag (= ?) durch einen Abfahr (= Abfall?) erbärmlich um sein Leben gekommen. Dadurch ist sie nicht allein in den betrübten Witwenstand, sondern zugleich auch in die äusserste Armut versetzt worden, so dass sie sich mit 4 kleinen Kindern, wenn der Rat nicht aus obrigkeitlichem Mitleid geschöpft (= angeordnet) hätte, ihr wöchentlich einen Laib Brot aus dem Spital zu reichen, nicht ernähren und ausbringen (= durchbringen) könnte. Ihr jüngstes Kind hat wegen damaligen eingenommenen Schreckens, da sie eben gross schwangeren Leibes war, eine abscheuliche Hasenscharte bekommen und hat auf Anraten der Ärzte, damit andere schwangere Weiber nicht darob erschrecken möchten, verschiedene Male geschnitten und curiert werden müssen. Ihr aber ist es unmöglich, die aufgewendeten Unkosten zu erstatten. Sie bittet daher den Magistrat, in Anbetracht ihrer grossen Armutei ihr zur Abstattung der Arzneimittel ein Ergiebiges beizusteuern.
Witwe des Friedrich Hohloch selig.

Archivaliensignatur
A 2 c (Zünfte) Nr. A 2 c (Zünfte) Nr. 4348
Formalbeschreibung
Beschreibstoff: Pap.
Sonstige Erschließungsangaben
Genetisches Stadium: Or.

Kontext
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 8-11 u. 18) >> Bd. 11 Zünfte Ärzte
Bestand
A 2 c (Zünfte) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 8-11 u. 18)

Laufzeit
1669 Dezember 11

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Letzte Aktualisierung
20.03.2025, 11:14 MEZ

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Objekttyp

  • Archivale

Entstanden

  • 1669 Dezember 11

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