Archivbestand

Fürstbistum Münster, Kabinettsregistratur (Bestand)

Beziehungen zu anderen Territorien 1751-1799 (34); Gesandte, Konsuln, Agenten 1725-1801 (15); Grenzstreitigkeiten (1291, 1572) 1725, 1744-1800 (35); Abzugsgelder, Erbschaften im Ausland 1765-1801 (51); Auslieferungen 1766-1794 (4); Niederrheinisch-Westfälischer Reichskreis 1739-1798 (25); Wahl, Repräsentation etc. der Bischöfe 1757-1801 (13); Nachlassangelegenheiten der Bischöfe 1759-1802 (17); Bau und Unterhalt der Schlösser 1742-1801 (42); Hofstaat 1728-1801 (108); Hofhaltung 1722, 1763-1794 (16); Verordnungen 1740-1801 (3); Behörden und Beamte allgemein 1762-1797 (6); Geheimer Rat und Geheime Kriegs-/ Kabinettskanzlei 1736-1802 (40); Hofkammer 1733-1801 (20); Landrentmeisterei 1771-1798 (5); Amtsdroste 1762-1801 (10); Amtsbedienstete 1729-1801 (134); Dienstvergehen, Suspendierungen 1763-1791 (19); Amtsgebäude 1767-1781 (3); Archiv 1767-1801 (10); Herrschaften Gemen, Harkotten, Lembeck und Werth 1718, 1749-1800 (11); Aus- und Einwanderung 1769-1801 (8); Passangelegenheiten 1792-1799 (2); Landesvermessung 1767-1799 (5); Lehen (1358, 1491, 1577, 1615) 1721-1801 (ca. 196); Adel 1763-1797 (9); Adels- und Standeserhebung 1758-1801 (10); Landtag 1758-1800 (7); Landpfennigkammer 1735-1801 (24); Landtrompeter 1762-1766 (2); städtische Steuern (1512/18) 1683, 1726-1803 (39); Stadt Münster 1763-1801 (46); Städte und Wigbolde im Fürstbistum Münster 1763-1801 (12); Domkapitel Münster (1554) 1740-1800 (27); Nuntien und Agenten 1785-1804 (1); Siegelkammer 1740-1799 (4); Generalvikariat 1762-1797 (9); Archidiakone 1764-1803 (3); Archidiakonalangelegenheiten 1683, 1721, 1731, 1765-1800 (8); Patronatsrechte 1766-1785 (2); Besetzung von Pfarreien 1760-1801 (37); Vikarien (1242, 1346, 1405) 1756-1801 (30); Geistliche 1768-1799 (10); Clerus secundarius 1766 (1); Stifte und Klöster (851, 968, 974, 1133, 1310, 1378, 1421) 1728-1801 (ca. 142); Kirchenbauten (1231, 1316) 1749-1800 (16); Missionen 1767-1800 (8); Religionsausübung 1766-1788 (2); Kinder aus Mischehen 1765-1788 (1); Ablässe (1356) 1766-1800 (4); Schulangelegenheiten 1742-1801 (23); Universität (1273) 1617, 1770-1798 (10); Jesuitenvermögen 1773-1815 (13); Juden 1662, 1742-1821 (38); Kriminalangelegenheiten 1766-1799 (7); Lustbarkeiten, Theater, Bälle, Schützengesellschaften 1763-1801 (25); Glücksspiele, Lotterien 1764-1800 (15); Pressezensur 1756-1802 (28); Militär: Organisation 1769-1779 (4); Reformen 1801 (2); Festungen (1696) 1763-1794 (19); Ausrüstung 1762-1800 (19); Anciennitäts- und Konduitenlisten 1763-1792 (14); Offiziere 1702, 1753-1800 (48); Soldaten 1749-1801 (25); Heiratsgenehmigungen 1762-1799 (8); Krankenversorgung, Altersversorgung, Invaliden 1763-1801 (40); Deserteure 1764-1798 (17); Militärgerichtsbarkeit (1665) 1764-1791 (21); Truppeneinsätze, -einquartierungen, Kriegslasten 1734-1801 (22); Landesverteidigung 1792-1801 (7); Militärverwaltung 1758-1808 (80); Justizpflege, Verordnungen 1763-1794 (21); Justizbehörden und -beamte (1574/1685) 1550, 1557, 1726-1802 (ca. 166); Notare, Advokaten 1773-1789 (8); Rechtsprechung, Prozesse (1364, 1400, 1564, 1616) 1729-1810 (ca. 332); Strafvollzug, Gefängnisse 1727, 1763-1801 (63); Grundherrschaft, Besetzung von Höfen (1319, 1452, 1567) 1730, 1754-1802 (47); Nachlassangelegenheiten von Eigenhörigen 1776-1791 (3); Freilassungen 1745, 1769-1798 (8); Verschuldung von Höfen 1778-1797 (6); Dienste und Abgaben (1578) 1742-1801 (118); Kameralgrund 1750, 1765-1801 (73); Landwirtschaft 1767-1802 (6); Marken (1667-1675) 1753-1801 (78); Forsten 1759-1800 (16); Jagd (1610) 1737-1801 (72); Fischerei 1763-1801 (19); Handelsprivilegien 1763-1799 (11); Jahrmärkte 1765-1800 (21); Leihhäuser 1782-1789 (2); Fabriken 1763-1798 (28); konzessionierte Gewerbe (1590) 1730-1799 (23); Gilden und Zünfte 1718-1801 (95); Mühlen (1566) 1763-1801 (63); Berg- und Salinenwesen (1580) 1773-1801 (12); Medizinalia (1472, 1576) 1731, 1763-1801 (70); Armenwesen und Armenstiftungen 1741-1801 (54); Straßen und Wege 1746-1801 (33); Flüsse, Kanäle, Schifffahrt (1547) 1724-1800 (31); Post 1763-1800 (38); Schatzungen 1729, 1759-1799 (30); Stempelgelder 1764-1800 (1); Zölle 1733-1797 (24); Münzen und Maße 1763-1799 (6).

Bestandsgeschichte: Registratur der münsterischen Geheimen Hof- und Kabinettskanzlei der Bischöfe Maximilian Friedrich (1762-1784) und Maximilian Franz (1784-1801).

Form und Inhalt: Der vorliegende Bestand umfasst die Akten, die während der Regierungszeit der Fürstbischöfe Maximilian Friedrich von Königsegg-Rothenfels (1762-1784) und Maximilian Franz von Österreich (1784-1801) in der "Hochfürstlich an dem Kurhof zu Bonn sich aufhaltenden Geheimen Kanzlei" seit 1793 "Kurfürstlich kölnischen hochfürstlich Münsterischen Geheimen Hof- und Kabinettskanzlei" entstanden.

Über Geschichte und Arbeitsweise der Hof- und Kabinettskanzlei informiert ein im September 1802 von dem ehemaligen Geheimen Rederendar Druffel für die preußische Spezialorganisationskommission Münster verfasster Bericht:

"... Die Hof- und Geheime Kabinettskanzlei war die auf die Landesregierung relative und in der Hinsicht die unmittelbaren Befehle und Entschließungen des Fürsten einholende und solche expedierende Stelle. Als eigenes Departement schreibt sie sich aus den Zeiten her, wo Münsterlands letzte Fürsten zugleich Kurfürsten von Köln waren und ihre gewöhnliche Residenz zu Bonn hatten.

Unter der Regierung des Kurfürsten Clemens August, der nebst Münster zugleich die Bistümer Osnabrück, Paderborn und Hildesheim besaß, war indeß das kurkölnische Ministerium und die kurkölnische Geheime Kanzlei das Zentrum aller Geschäfte, indeß wurden diese, je nachdem sie dies oder jenes Hochstift betrafen, rubriziert und so besonders registriert.

Kurfürst Max Friedrich ordnete für das Münstersche Departement einen besonderen Staatsminister in der Person des Freiherrn von Fürstenberg an. Ein Geheimer Referendar wurde angestellt, und die Geheime Kanzlei behielt für sich ihren Registrator und Expeditor. Nun stand die fernere Landesadministration unter wesentlicher Leitung des Ministers, die Kreis- und Reichsangelegenheiten blieben aber eigentlich beim kurkölnischen Departement, vielleicht eine Folge der unter Clemens August bestandenen Verhältnisse, die man auch damit begründen mochte, daß der Kurfürst von Köln und der Fürst von Münster - in einer Person vereint - wohl immer gleiche Sprache führen mußten. Nach dem Austritt des Freiherrn von Fürstenberg aus dem Ministerium im Jahr 1780 benannte Kurfürst Max Friedrich für Münster keinen eigenen Minister mehr.

Unter Kurfürst Max Franz, welcher auch für Münster einen besonderen Staatsminister nicht anordnete, behielte die Münstersche Geheime Hofkanzlei ihre von Max Friedrichs Regierung her erhaltene Einrichtung. Die Reichs- und Kreisangelegenheiten wurden von dem kölnischen Departement geleitet, auch von diesem die etwaigen Ministeriellschreiben beantwortet.

Beim Absterben des hochseligen Kurfürsten waren bei der Hofkanzlei in Funktion:
1. ich, alleruntertänigst Unterzeichneter, zur Beachtung der Ämter als Geheimer Referendar,
2. Hofkammerrat Diericks als Registrator,
3. Hofkammerrat Wrede als Expeditor,
4. Gröninger als Kanzleidiener.

Meine Funktion insbesondere war: Der Vortrag über die Geschäfte - das Gutachten und Entwurf der Expeditionen nach den landesherrlichen Entschlüssen. Beim Hoflager geschah der Vortrag nach schriftlichen Auszügen aus den Produkten, welche von dem Hofkammerrat Diericks, wann dieser gerade beim Hoflager war, obsonst vom Hofkammerrat Wrede gemacht und von mir revidiert wurden. Seit 1795 und bei meinem Aufenthalt allhier (in Münster) habe ich mehrenteils die Auszüge selbst gemacht und mein Gutachten, was sonst in Konferenzen mündlich gegeben wurde, schriftlich beigefügt und die danach eingereichten Resolutionsentwürfe mit präsentiert, welche alsdann genehmigt oder nach höchstem Gutfinden abgeändert, expediert remittiert wurden. Die Funktion des Hofkammerrats Diericks und Wrede war eigentlich für jenen: die Besorgung der Registratur - für diesen die Besorgung der Expeditionen ... Die Funktion des Kanzleidieners ergibt sich von selbst ..."

Dieses Findbuch ersetzt das 1783/84 von dem Geheimen Kabinetts(kanzlei)registrator Joseph Ferdinand Diericks angelegte zehnbändige "Repertorium sisthematicum über Jenes, was in dem Bisthum Münster ... in Politicis, Jurisdictionalibus, Cameralibus, Ecclesiasticis, Feudalibus und Militärsachen verhandelt worden" (jetzt im Bestand "Alte Repertorien"). Es folgte mit seiner Gliederung dem damaligen Verwaltungsaufbau. Heute, fast 200 Jahre nach seiner Entstehung, kann es schon als Quelle dienen; denn es berücksichtigt auch die Akten, die im vorigen [19.] Jahrhundert durch Kassation vernichtet oder zuständigkeitshalber an andere Archive abgegeben wurden.

Die Akten wurden neu verzeichnet, z. T. neu formiert und nach Sachgesichtspunkten geordnet, wobei Registraturzusammenhänge nach Möglichkeit gewahrt wurden. Verstreute Betreffe wurden zusammengeführt. So befanden sich z. B. die Verhandlungen über die Aufhebung der Abzugsrechte im Band "Politica", während die Einzelfälle unter "Cameralia" verzeichnet waren.

Bei der Verzeichnung fanden sich einige Akten fremder Provenienz. Ihre Zuordnung erfolgte nach praktischen Gesichtspunkten. In jedem Fall ist die abweichende Herkunft vermerkt.

Anstelle der komplizierten, bis zu sechs Positionen gestaffelten Signaturen, z. B. P XI B 4/5hB, wurden die Akten mit fortlaufenden Nummern versehen. Die Konkordanz am Schluß des [maschinenschriftlichen] Findbuchs erleichtert das Auffinden der neuen Signaturen. Die Archivalien sind zu zitieren: "Fürstbistum Münster, Kabinettsregistratur Nr. ..."

Münster, im September 1981
gez. Ursula Schnorbus


Bedienstete der Münsterschen Geheimen Hof- und Kabinettskanzlei
Minister für das Münstersche Departement:
Freiherr Franz Friedrich Wilhelm Maria von Fürstenberg zu Herdringen 1762 - 1780

Geheime Staatsreferendare:
Nikolaus Augustin Schilgen 1758 - 1774
Adam Franz Wenner 1774 - 1788
Dr. Johann Gerhard Druffel 1789 - 1802

Geheime Registratoren:
Everhard Martini 1754 - 1784
Joseph Ferdinand Diericks 1784 - 1802

Geheime Expeditoren:
Caspar Anton Röbbecken 1766 - 1781
Caspar Anton Wrede 1781 - 1802

Geheimer Kanzleidiener:
Nikolaus Gröninger 1777 - 1802

Quellen
Archivalien:
··Fürstbistum Münster, Kabinettsregistratur Nr. 2452, 2454 - 2456, 2475
·Fürstbistum Münster, Hofkammer Nr. 14 a - e
·Nachlaß Druffel Nr. 162

Literatur:
··Churfürstlich Cöllnischer Hof-Calender 1767 - 1776.
·Hochstifts Münsterischer Hof- und Adreß-Calender 1776 - 1802.
·Ludwig Dehio, Zur Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte des Fürstbistums Münster im 17. und 18. Jahrhundert. In: Westfälische Zeitschrift 79, 1921, S. 1 - 24.
·Sammlung der Gesetze und Verordnungen, welche im ... Hochstift Münster ergangen sind. 2 Bde. Münster 1842. (zitiert: Scotti-Münster-)

Bestandssignatur
B 007
Umfang
3.401 Akten.; 3402 Akten (234 Kartons), Findbuch B 007, Bde. 1-6.
Sprache der Unterlagen
German

Kontext
Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen (Archivtektonik) >> 1. Territorien des Alten Reiches bis 1802/03 einschließlich Kirchen, Stifter, Klöster, Städte u.ä. >> 1.2. Westfälische Fürstbistümer (B) >> 1.2.1. Fürstbistum Münster >> 1.2.1.1. Verwaltung, Justiz, Landstände
Verwandte Bestände und Literatur
Ludwig Dehio, Zur Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte des Fürstbistums Münster im 17. und 18. Jahrhundert, in: Westfälische Zeitschrift 79 I (1921), S. 1-24; Churfürstlich Cöllnischer Hof-Calender 1767-1776; Hochstifts Münsterischer Hof- und Adreß-Calender 1776-1802; Sammlung der Gesetze und Verordnungen, welche im ... Hochstift Münster ergangen sind. 2 Bde. Münster 1842.

Retrokonvertiertes Findbuch (DocWorks).
Hö.

Bestandslaufzeit
(851, 968) 1662-1810

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Letzte Aktualisierung
05.11.2025, 13:59 MEZ

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Objekttyp

  • Bestand

Entstanden

  • (851, 968) 1662-1810

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