Medaille

Candida, Giovanni: Jean de la Gruthus und Jean Miette

Vorderseite: IOHANNES DE GRVTHVSA - CASTELLANVS INSVLARVM - Brustbild von Johannes (Jean) Gruthusa mit halblangen Haaren und Kappe nach rechts. Er trägt eine Gewand mit Kette. Links neben dem Kopf 'A'. Unter Schulterabschnitt Liebesknoten mit A A (Assertori Assertus).
Rückseite: IEHAN MIETTE // CVSTOS -/ CARCER / CANDIDE -/ INS-VLIS / 1479. Jahreszahl in gotischen Ziffern - Brustbild des Johann (Jean) Miette mit kurzen Haaren und Kappe nach rechts. Die Umschrift in kursiven Lettern, unten Schrift und links neben Brustbild ein Turm mit Schrift darauf, darunter und daneben.
Münzstand: Privatausgabe
Erläuterung: Candida gilt als der Wegbereiter der Renaissancemedaille nördlich der Alpen. Er hat längere Zeit am Hofe Karls des Kühnen und Maximilians in Burgund gewirkt und Porträts geschaffen. Er soll aus einer vornehmen Familie Neapels stammen und für den diplomatischen Dienst ausgebildet worden sein. Die Medailleursarbeit betrieb er nur nebenbei. Nachweisbar war er seit 1467 am Hofe Karls des Kühnen als dessen Sekretär und Diplomat. Nach dem Tode Karls des Kühnen 1477 in der Schlacht bei Nancy übernahm ihn Maximilian als Sekretär, 1479 fiel er allerdings in Ungnade und kam ins Gefängnis. Nach seiner Rehabilitierung 1480 ging er an den Hof Karls VIII. von Frankreich. - Diese Gußmedaille zeigt Jehan de la Gruthuse, den Festungskommandanten von Lille und Jehan Miette, den Kerkermeister Candidas.

Fotograf*in: Reinhard Saczewski

Public Domain Mark 1.0 Universell

0
/
0

Standort
Münzkabinett, Staatliche Museen zu Berlin - Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Sammlung
Medaillen
Unterabteilung: Renaissance
Inventarnummer
18217268
Weitere Nummer(n)
Maße
Durchmesser: 52 mm, Gewicht: 33.89 g
Material/Technik
Bronze; gegossen

Verwandtes Objekt und Literatur
Literatur zum Stück: L. Börner, Die italienischen Medaillen der Renaissance und des Barock (1450-1750). Berliner Numismatische Forschungen Neue Folge 5 (1997) 86 Nr. 315 Taf. 50 (dieses Stück); G. F. Hill, A Corpus of Italian Medals of the Renaissance before Cellini (1930) 213 f. Nr. 821 Taf. 133; D. Schmutz in: S. Marti - T.-H. Borchert - G. Keck (Hrsg.), Karl der Kühne. Kunst, Krieg und Hofkultur (2008) 228 Nr. 53 m mit Abb. (dieses Stück).
Standardzitierwerk: Börner, Italienische Medaillen [0315]
Standardzitierwerk: Hill, Italian Medals [0821]

Bezug (was)
15. Jh.
Architektur
Bronze / Kupfer
Italien
Medaillen
Medailleure
Neuzeit
Porträts
Private als Münzstand
Bezug (wer)
de la Gruuthuse Jehan (1458-1512)
Miette Jehan

Ereignis
Herstellung
(wer)
Candida Giovanni (vor 1450-um 1499/1504) (Medailleur/in)
de la Gruuthuse Jehan (1458-1512) (Dargestellte/r)
Miette Jehan (Dargestellte/r)
(wo)
Italien
(wann)
1479
Ereignis
Eigentumswechsel
(wann)
1834
Provenienz
Akzession/Erwerbungsnummer: 1834 Rudolphi

Letzte Aktualisierung
29.04.2025, 12:12 MESZ

Datenpartner

Dieses Objekt wird bereitgestellt von:
Münzkabinett. Bei Fragen zum Objekt wenden Sie sich bitte an den Datenpartner.

Objekttyp

  • Medaille

Beteiligte

  • Candida Giovanni (vor 1450-um 1499/1504) (Medailleur/in)
  • de la Gruuthuse Jehan (1458-1512) (Dargestellte/r)
  • Miette Jehan (Dargestellte/r)

Entstanden

  • 1479
  • 1834

Ähnliche Objekte (12)