Die Rolle des P2Y4-Rezeptors bei der Entstehung der COPD

Abstract: Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle des P2Y4-Rezeptors bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Mittels quantitativer PCR wurde die Expressionsstärke des P2Y4-Rezeptors in humanen Blutproben von COPD-Patienten untersucht. Dabei wurde eine erhöhte mRNA-Expression von P2Y4 in neutrophilen Granulozyten und mononukleären Zellen von COPD-Patienten festgestellt. Die Erhöhung der mRNA-Level korrelierte zudem mit dem Krankheitsstadium. Damit scheint der P2Y4-Rezeptor in der Pathogenese der COPD eine Rolle zu spielen.
Anschließende akute und chronische Rauchversuche mit P2Y4-defizienten Mäusen zeigten, dass diese im Vergleich zu naiven Mäusen eine verminderte Anzahl an Makrophagen, Neutrophilen und Lymphozyten in der bronchoalveolären Lavage (BAL) aufwiesen. Der Knockout (KO) des P2Y4-Rezeptorgens wies dabei tendenziell einen protektiven Effekt auf die Entzündungsreaktion in rauchinduzierten Lungen auf. Dies bestätigten auch histologische Untersuchungen, welche eine geringere Ausbildung von Emphysemen in berauchten KO-Mäusen gegenüber Wildtypen zeigten.
Im Folgenden beschäftigten sich Zellkulturversuche mit humanen Neutrophilen, mononukleären Zellen, sowie immortalen Lungenepithelzelllinien mit der Frage, ob der P2Y4-Rezeptor bei der Chemotaxis von Immunzellen in die Lunge beteiligt ist. Die mit Zigarettenrauchextrakt und einem selektiven P2Y4-Rezeptor-Agonisten durchgeführten
in vitro -Experimente zeigten, dass die Chemotaxis leukozytärer Zellen durch eine P2Y4-Rezeptor-vermittelte Zytokinausschüttung stattfand. Neben der Chemotaxis kommt dem P2Y4-Rezeptor zusätzlich eine Funktion bei der
Migration aktivierter Zellen zu. Versuche mit Knochenmark-chimären Mäusen und in vitro -Migrationsassays wiesen auf eine Beteiligung der P2Y4-Signaltransduktion an der Migration und damit pathogenetischen Migration von Granulozyten und mononukleären Zellen hin.
Zusammenfassend konnte eine Involvierung des P2Y4-Rezeptors in der Pathogenese der COPD festgestellt werden. Aufgrund dieser Beobachtungen könnte die Inhibition des P2Y4-Rezeptors einen potentiellen Ansatzpunkt für die Therapie der COPD darstellen

Standort
Deutsche Nationalbibliothek Frankfurt am Main
Umfang
Online-Ressource
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Dissertation, 2018

Schlagwort
Obstruktive Ventilationsstörung
Rezeptor
Obstruktive Ventilationsstörung
Atemwegskrankheit
Atemnot

Ereignis
Veröffentlichung
(wo)
Freiburg
(wer)
Universität
(wann)
2018
Urheber
Beteiligte Personen und Organisationen

DOI
10.6094/UNIFR/14548
URN
urn:nbn:de:bsz:25-freidok-145485
Rechteinformation
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Letzte Aktualisierung
14.08.2025, 08:49 UTC

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Entstanden

  • 2018

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