Bestand
Institut für Luftfahrtmedizin (Bestand)
Geschichte des
Bestandsbildners: Aufstellung
Am 1.9.1960
wurde das Lazarett der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung
(LSK/LV) lt. Anweisung 44a/60 auf Basis des Kurheims der
Kasernierten Volkspolizei in Königsbrück gegründet. Mit
Anweisung des Chefs der LSK/LV 76/60 wurde das Lazarett in
Speziallazeratt der LSK/LV umbenannt und schließlich lt. Bef.
80/61 mit Wirkung vom 10.10.1961 in Institut für
Luftfahrtmedizin (IfLM) umbenannt.
Aufgaben
Das IfLM hatte die Aufgabe,
jegliches angehendes Flugpersonal der NVA auf seine Tauglichkeit
zu prüfen. Wer eine fliegerische Ausbildung (auch
Fallschirmspringer) absolvieren wollte, musste sich zuerst im
IfLM überprüfen und testen lassen. Um die Tauglichkeit der
Bewerber zu überprüfen, wurden zahllose Tests durchgeführt.
Angefangen von den üblichen Gesundheitsüberprüfungen (Blut,
Urin, Sehkraft, Allgemeinmedizinische Untersuchungen etc.) über
kognitive Tests (räumliches Seh- und Denkvermögen, Mathematische
Tests, Kognitivität etc.) bis hin zu speziellen Tests
(Unterdruckkammer, Zentrifuge). Die neue Hochleistungzentrifuge
wurde ab 1985 durch einen österreichischen Fachbetrieb gebaut.
Hintergrund war die sogenannte coCom-Liste der USA, welche es
westlichen Nationen unter Strafe verbot, hochtechnologische
Produkte in kommunistische Länder zu liefern. Österreich als
neutraler Staat war allerdings diesen Vereinbarungen nicht
verpflichtet und konnte ohne Bedenken in der DDR bauen.
Unter anderem wurde im IfLM auch Siegmund Jähn,
der erste und einzige Kosmonaut der DDR, und dessen Ersatzmann,
Eberhard Köllner, auf den Raumflug vorbereitet.
Auflösung
Nach der
Übernahme der NVA durch die Bundeswehr wurde das IfLM zum
1.April 1991 von der Bundeswehr übernommen und gehört heute dem
Zentrum für Luft- und Raumfahrtmedizin der Luftwaffe an und wird
unter dem Namen "Flugphysiologisches Trainingszentrum"
geführt.
Inhaltliche
Charakterisierung: Der Bestand enthält: Kalenderpläne und
Jahresberichte, Dissertationen und einige
Grundsatzbefehle.
Erschließungszustand:
Online-Findbuch
Vorarchivische Ordnung:
Die Aktenordnung erfolgte bereits beim Registraturbildner auf
der Grundlage des Einheits-Aktenplanes K 01/3/001, der für alle
Dienststellen der NVA verbindlich war. Die Akten wurden über das
Verwaltungsarchiv der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung an das
Militärarchiv in Potsdam übergeben. Von dort gelangten sie in
das Bundesarchiv-Militärarchiv Freiburg.
Zitierweise: BArch DVL
4-9/...
- Reference number of holding
-
Bundesarchiv, BArch DVL 4-9
- Extent
-
10 Aufbewahrungseinheiten; 0,0 laufende Meter
- Language of the material
-
deutsch
- Context
-
Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Deutsche Demokratische Republik mit sowjetischer Besatzungszone (1945-1990) >> Verteidigung >> Ministerium für Nationale Verteidigung und Nationale Volksarmee >> Nationale Volksarmee >> Luftstreitkräfte/Luftverteidigung
- Related materials
-
Literatur: Wilfried Kopenhagen: Die andere Deutsche Luftwaffe, Stuttgart 1994.
- Date of creation of holding
-
1967-1987
- Other object pages
- Provenance
-
Institut für Luftfahrtmedizin (ILM), 1967-1987
- Online-Beständeübersicht im Angebot des Archivs
- Last update
- 16.01.2024, 8:43 AM CET
Data provider
Bundesarchiv. If you have any questions about the object, please contact the data provider.
Object type
- Bestand
Time of origin
- 1967-1987