Forschungsbericht

DECIDE - Entwicklung und Evaluierung eines ökotoxikologischen, wasserrahmenrichtlinienkonformen Bewertungssystems für Fließgewässer

Zusammenfassung: Aktuell sind die meisten Fließgewässer multiplen Belastungen ausgesetzt, die zu erheblichen Biodiversitätsverlusten in und am Gewässer führen. Fließgewässer zählen zu den weltweit am stärksten gefährdeten Ökosystemen und weisen einen überproportionalen Rückgang der biologischen Vielfalt auf. So stuft das Bundesamt für Naturschutz 37 % der heimischen Fischarten und 23 % der Amphibien als "gefährdet", "stark gefährdet" oder "vom Aussterben bedroht" ein. Ähnlich wie die Wirbeltiere sind auch viele Wirbellose in ihrem Bestand stark gefährdet (z.B. Weichtiere 23 %, Steinfliegen 46 %, Eintagsfliegen 41 %). Dieser Entwicklung steuert die europäische Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) entgegen. Sie verfolgt das Ziel, dass bis zum Jahr 2027 alle oberirdischen Gewässer in Europa einen guten ökologischen Zustand aufweisen. Derzeit erreichen rund 10 % der Gewässer in Deutschland diesen angestrebten Status. Als primäre Ursachen gelten eine Belastung mit Nährstoffen und Umweltschadstoffen sowie eine morphologische Degradation infolge einer intensiven Umlandnutzung. In DECIDE wurde ein ökotoxikologisches und wasserrahmenrichtlinien-konformes Bewertungssystem entwickelt, um wasserwirtschaftliche Maßnahmen priorisieren zu können und letztlich eine Entscheidungshilfe zu haben, ob stoffliche Belastungen oder eine defizitäre Gewässerstruktur die Hauptursache dafür sind, dass der gute ökologische Zustand nicht erreicht wird. Vor diesem Hintergrund wurden an insgesamt 30 Gewässerabschnitten effektbasierte Monitoringmethoden systematisch entwickelt und angewendet. Dabei kamen eine Vielzahl von In-vitro- und In-vivo-Ansätzen mit unterschiedlichen Modellorganismen zum Einsatz, darunter Algen, wirbellose Tiere und Wirbeltiere. Diese Verfahren ermöglichten eine umfangreiche Erfassung des endokrinen, dioxin-ähnlichen, gentoxischen und neurotoxischen Potentials von Wasser- und Sedimentproben. Die Ergebnisse der ökotoxikologischen Bewertung der 30 untersuchten Gewässerabschnitte zeigten in unterschiedlichem Ausmaß deutliche Auffälligkeiten. Diese Befunde deuten darauf hin, dass die stoffliche Belastung der untersuchten Standorte eine zentrale Rolle bei der Ausbildung der aquatischen Artengemeinschaften spielt und somit wesentlich zum Verfehlen des guten ökologischen Zustands beiträgt, wie er gemäß der EU-WRRL angestrebt wird. Obwohl im Rahmen des Projekts nur eine begrenzte Anzahl von Probestellen untersucht wurde, legen die Ergebnisse nahe, dass der Bedeutung der stofflichen Belastung in Gewässern verstärkt Beachtung geschenkt werden sollte. Die vorliegenden Daten deuten darauf hin, dass chemische Belastungen potenziell eine größere Relevanz für das Erreichen des guten ökologischen Zustands besitzen könnten, als dies bislang angenommen wurde

Location
Deutsche Nationalbibliothek Frankfurt am Main
Extent
1 Online-Ressource (71 Seiten)
Language
Deutsch
Notes
Illustrationen
Literaturverzeichnis: Seite 41 - 45

Keyword
Fließgewässer
Umwelttoxikologie
Bewertung
Umwelttoxizität
Wasserverschmutzung
Madhjamika-Schule

Event
Veröffentlichung
(where)
Frankfurt am Main
(who)
Deutsche Bundesstiftung Umwelt
(when)
2024
Creator
Contributor

URN
urn:nbn:de:101:1-2502271628408.468517283034
Rights
Der Zugriff auf das Objekt ist unbeschränkt möglich.
Last update
15.08.2025, 7:23 AM CEST

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  • Forschungsbericht

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Time of origin

  • 2024

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