Urkunden
Kurfürst Philipp von der Pfalz bekundet, dass sich zwischen seinem Getreuen Hans Meyenfisch, Landschreiber zu Heidelberg, und Wilhelm, Sohn von Hans' Stiefbruder Wilhelm von Weinheim (+), Irrungen über das väterliche Erbe Hansens gehalten haben. Hans klagt, dass Wilhelm die Güter des Bruders ihrer Mutter Mutter Agnes Engelmann sowie alles, was Hans Meyenfischs Vater Bartholomäus Meyenfisch der Mutter zugebracht hatte, als Erbteil an sich gezogen habe. Wilhelm erwidert, dass sein Vater der Mutter ebenfalls etwas eingebracht und dergleichen von ihr rechtmäßig angewonnen habe. Nachdem beide Parteien dem Pfalzgrafen "verwant" sind, hat dieser seinem Kanzler, Doktor Johann Kühorn (Kuhorn), und seinen Räten die Aufrichtung eines gütlichen oder rechtlichen Vertrags zwischen den Parteien befohlen. Demnach soll Wilhelm alsbald die von Bartholomäus und Agnes rührenden Güter und Rechte erhalten, namentlich sein gesamtes mütterliches Erbe an liegender und fahrender Habe sowie zu den 1.000 Gulden, die ihm zu Steuer (stwr) gegeben und bewiesen worden waren, weitere 1.000 Gulden ¿ nämlich 400 Gulden "uff dem steynen stock" zu Neustadt [an der Weinstraße] genannt Engelmanns Haus (Engellmans huß) und 600 Gulden auf dem Bischof von Speyer sowie dem Weingarten genannt "das schribers gertlin". Dazu soll Hans Meyenfisch ihm noch 100 Gulden zu zwei Terminen geben. Die Mutter Agnes mag Wilhelm dazu auch noch gebührlich Hausrat geben, so wie sie sich vor dem Kanzler dazu verpflichtet hatte. Darüber hinaus soll das weitere anfallende Erbe an Hans Meyenfisch fallen, wofür Wilhelm einen Erbverzicht erklärt. Damit sollen beide Parteien unter Verzicht auf weitere Rechtsmittel gänzlich geschlichtet sein. Hans und Wilhelm kündigen ihre Zustimmung und ihre Siegel an. Agnes Engelmann gibt ihre Zustimmung und versichert, dass ihr Erbe über die genannten Güter hinaus an Hans und seine Erben fallen soll. Sie bittet Götz von Adelsheim, Propst zu Wimpfen, um Besiegelung für sie, Kurfürst Philipp kündigt schließlich sein Siegel an. Beide Parteien erhalten ein Exemplar.
- Reference number
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Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 67 Nr. 824, 258
- Extent
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fol. 347r-349r
- Notes
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Kopfregest: "Vertrag zuschen Hans Meyfischen und Wilhelm sinem stiffbruder".
- Further information
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Ausstellungsort: [ohne Ort]
Siegler: Kurfürst Philipp von der Pfalz; Götz von Adelsheim, Propst zu Wimpfen; Hans Meyenfisch; Wilhelm
- Context
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Kopialbücher >> Weltliche Territorien und Herrschaften >> Kurpfalz >> Einzelne Pfalzgrafen und Kurfürsten >> Philipp >> Entscheide, Anlässe und Verträge II (Kurfürst Philipps von der Pfalz) >> Urkunden
- Holding
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 67 Kopialbücher
- Indexentry person
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Adelsheim, Götz von; Doktor, Propst zu Wimpfen im Tal, pfalzgräflicher Rat, erw. 1489, 1503
Engelmann, Agnes; m. Bartholomäus Meyenfisch, Hofbarbier Wilhelm, erw. 1469, 1497
Kühorn (Kuhhorn, Kuehorn, Küwhorn), Jakob; Doktor, kurpfälzischer Kanzler, 1455-1502
Meyenfisch, Bartholomäus; Sohn des Wortwin, ux. Agnes Engelmann, erw. 1463, 1469 tot
Meyenfisch, Hans; kurpfälzischer Landschreiber, Rechenmeister, ux. Beatrix Flor, erw. 1466 (?),1502 tot
Pfalz, Philipp, gen. der Aufrichtige; Pfalzgraf bei Rhein, Kurfürst, 1448-1508
Speyer, Bischöfe
Weinheim, Wilhelm von; kurpfälzischer Hofbarbier, ux. Agnes Engelmann, erw. 1468, 1497 tot
Weinheim, Wilhelm von; Sohn des Wilhelm und der Agnes Engelmann, erw. 1495
- Indexentry place
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Neustadt an der Weinstraße NW
- Date of creation
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1499 März 20 (uff mitwoch nach dem sonntag judica)
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- Rights
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Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
- Last update
- 04.04.2025, 8:04 AM CEST
Data provider
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Object type
- Urkunden
Time of origin
- 1499 März 20 (uff mitwoch nach dem sonntag judica)