Schloss

Schloss MeßkirchMeßkirch Castle

Am 9. Mai 1557, drei Jahre nach seinem Herrschaftsantritt, legte Froben Christoph selbst den Grundstein zu dem Neubau. Hiervon zeugt ein Schlussstein mit der Jahreszahl 1557 im Stadtflügel des Schlosses. Es wird vermutet, dass Froben Christoph sich die Anregung für den Schlossbau bei seinen Studienaufenthalten zwischen 1534 und 1540 in Frankreich (Bourges, Angers und Tours) geholt haben könnte, doch das vermeintliche Vorbild für Schloss Meßkirch, das von Sebastiano Serlio 1545 vollendete Schloss Ancy-le-Franc, war zu jener Zeit noch gar nicht begonnen. Der Baumeister des Meßkircher Schlosses Jörg Schwarzenberger ist 1561 und nochmals 1566 in Meßkirch nachweisbar. Es handelt sich bei Schloss Meßkirch um die erste regelmäßige vierflügelige Schlossanlage nördlich der Alpen im Stil der Renaissance. Im Jahr 1566 waren alle vier Ecktürme sowie drei der Flügel abgeschlossen, als vierter Flügel blieb ein Altbau, das sogenannte „Schlössle“. Das Schloss enthält mit dem 30 × 9,60 Meter großen Rittersaal den ältesten Festsaal der Renaissance in Deutschland (1561) mit der noch originalen Holz-Kassettendecke, bestehend aus 85 einzelnen Elementen. Als Besonderheit gilt die technische Innovation der freitragende Decke, da dadurch der Raum ohne Säulen auskommt. Im Dezember 1985 wurde im Westflügel des Schlosses eine Renaissance-Kassettendecke wie im Ostflügel entdeckt. Ein zweiter Saal mit den Maßen 20 × 9,60 Meter wurde bereits unter Graf Wilhelm von Zimmern, der nach dem Tod Froben Christophs den Innenausbau fortsetzte, in zwei Zimmer aufgeteilt. Bei dessen Tod 1594 war der Innenausbau abgeschlossen. Der Hinweis Froben Christophs auf die vielen Schnecken (Wendeltreppen aus Stein) und heute noch vorhandene Außentüren spiegelt das geänderte Sicherheitsbedürfnis damaliger Schlossherren und Angst des Auftraggebers vor einer Feuerkatastrophe wider. Er hat nicht nur für viele Fluchtwege gesorgt, sondern auch für Treppen aus Stein, die einem Feuer hätten standhalten können. Vielfältige Fluchtmöglichkeiten bei Feuergefahr waren ihm wichtiger als der Schutz vor äußeren Feinden. Das heutige barocke Treppenhaus aus Holz stammt aus der Zeit von Froben Ferdinand zu Fürstenberg. Im Schlosskeller findet sich noch ein rundes Steingelass. Das Schloss verfügt zudem über ein Kellergewölbe und ein Verlies. Das Stall- und Kutschengebäude (Remise) wurde 1737 von Deutschordenbaumeister Johann Caspar Bagnato erbaut. Architektonisch wurde der Schlossbau auch von römischen Bauwerken der Antike beeinflusst. Dies zeigt sich an Dachformen, Säulen und Gesimsen; So zum Beispiel der Dreiecksgiebel über dem Torbogen, die stilisierten Halbsäulen oder der Gebäudeschmuck entlang der Fassade.

Urheber*in: Schwartzenberger, Jörg; Bagnato, Johann Caspar / Rechtewahrnehmung: heidICON - Die Heidelberger Objekt- und Multimediadatenbank | Digitalisierung: Hoppe, Stephan

Namensnennung 4.0 International

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Alternativer Titel
Schloss der Grafen von Zimmern (Sonstiger Titel)
Schloss der Grafen von Zimmern Castle of the Counts of Zimmern
Zimmernschloss Zimmern Castle
Standort
Schloss Meßkirch (Meßkirch)
Sammlung
Architektur der Europäischen Renaissance

Periode/Stil
Renaissance
Ereignis
Herstellung
(wer)
(wo)
Schloss Meßkirch (Meßkirch)
(wann)
1557-05-09
Ereignis
Auftrag
(wer)
Ereignis
Restaurierung
(wann)
1985
(Beschreibung)
Seit 1985 wechselnde SanierungsarbeitenOngoing renovation works since 1985

Letzte Aktualisierung
05.03.2025, 16:25 MEZ

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Objekttyp

  • Schloss

Entstanden

  • 1557-05-09
  • 1985

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