Skulptur/Plastik

Kaiser Maxentius

Der überlebensgroße Kopf war zum Einsetzen in eine Statue bestimmt. Allein seine Größe spricht für eine Verwendung als Herrscherbild. Auffällig sind die großen stark umrandeten Augen, die ausgeprägten Wangenknochen und das markante Kinn. Im Gegensatz anderen gesicherten Maxentius-Porträts ist dieser Kopf der einzige mit erhaltenem Hinterkopf.
Die Identifizierung der rundplastischen Porträts des Maxentius (306–312) erfolgte in der Portätforschung erst spät. Grund dafür ist die schlechte Überlieferungslage für ein solches Porträt. Die Hauptgründe dafür sind Maxentius' kurze Regierungszeit von nur sechs Jahren und die nach seiner Niederlage bei der Schlacht an der Milvischen Brücke erfolgte damnatio memoriae. Diese hatte die Verfluchung und demonstrative Tilgung des Andenkens an eine Person durch die Nachwelt zur Folge und geschah durch bewusste Zerstörung von Bildnissen oder Inschriften mit dem Namen jeweiligen Person.
Das Porträt des Maxentius steht für die sich wandelnden Traditionen; sie lassen sich auch im politischen Kontext mit dem Ende der Tetrarchie verbinden. Maxentius greift Aspekte des kaiserzeitlichen Porträts auf. Die Gestaltung der Frisur bedient sich dabei bewusst des Vorbildes Trajan, dessen Herrschaft bei römischen Senatoren Inbegriff eines guten römischen Kaisertums war und der die Stadt Rom mit prachtvollen Bauten versehen hatte. - Vgl. das Dresdener Maxentius-Porträt (Staatl. Skulpturenslg. Inv. 406). (AVS)

Standort
Museum August Kestner, Hannover
Sammlung
Antike Kulturen
Inventarnummer
1979.1
Maße
Höhe: 49 cm
Material/Technik
Marmor

Verwandtes Objekt und Literatur
Maxentius-Porträt, Skulpturensammlung Dresden
Evers, Cécile, 1992: Betrachtungen zur Ikonographie des Maxentius. Zu einer neuen Porträt-Replik im Kestner-Museum Hannover, Niederdt. Beiträge zur Kunstgeschichte 31, 9-22

Bezug (was)
Herrscherporträt
Kaiserporträt
Herrscherbildnis
Schlacht an der Milvischen Brücke
Bezug (wer)

Ereignis
Herstellung
(wo)
Regio (Italien)
(wann)
310 n. Chr.

Rechteinformation
Museum August Kestner
Letzte Aktualisierung
27.03.2023, 15:22 MESZ

Datenpartner

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Objekttyp

  • Skulptur/Plastik

Entstanden

  • 310 n. Chr.

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