Bestand

Dokumentationsstelle zur Erforschung der Schicksale der jüdischen Bürger Baden-Württembergs 1933-1945 (Bestand)

Überlieferungsgeschichte
1962 durch Landtagsbeschluss eingerichtet, hatte die Dokumentationsstelle die Aufgabe, die Schicksale der jüdischen Bürger Baden-Württembergs während der nationalsozialistischen Verfolgungszeit aufzuklären. Ende 1968 wurde sie aufgelöst.


Vorwort: Im Jahr 1962 wurde auf Grund eines Landtagsbeschlusses bei der damaligen Archivdirektion Stuttgart eine Dokumentationsstelle eingerichtet, der als Aufgabe zugewiesen wurde, die Schicksale der jüdischen Bürger Baden-Württembergs während der nationalsozialistischen Verfolgungszeit aufzuklären. Die Dokumentationsstelle führte die ihr übertragene Aufgabe im Lauf der folgenden sechs Jahre durch. Sie konnte Ende 1968 wieder aufgelöst werden. Aus ihrer Arbeit erwuchs neben einer umfangreichen Korrespondenz mit staatlichen und kommunalen Dienststellen, mit wissenschaftlichen Instituten sowie mit Privatpersonen des In- und Auslandes eine Fülle von Dokumentationsmaterial (Erhebungsbogen und Karteien zu den jüdischen Einzelschicksalen, zur Geschichte jüdischer Gemeinden und Organisationen, statistisches Material, Erlebnisberichte, Bilder, Kopien von Dokumenten zur Judenverfolgung 1933 - 1945, Zeitungsartikel, Literaturangaben und -hinweise usw.). Dieses Dokumentationsmaterial einschließlich der Korrespondenz der Dokumentationsstelle bilden nunmehr den insgesamt 65 lfd. m umfassenden Bestand J 355 (Judendokumentation). Durch die Archivangestellten Gerhard Hose und Klaus Breitenbücher wurde der für die Zeitgeschichtsforschung wichtige Bestand 1977/78 neu verpackt und unter Leitung des Unterzeichneten systematisch geordnet, so daß er jetzt ohne Schwierigkeiten benützt werden kann. Da die Einzelschicksale bei der Arbeit der Dokumentationsstelle im Mittelpunkt standen, kommt ihnen im Rahmen dieses Bestandes eine zentrale Bedeutung zu. Mit Hilfe der alphabetischen Namenkartei (Nr. 308, Kasten 1 - 39) lassen sich die Einzelschicksale auf Grund der in alphabetischer Folge der Wohnorte abgelegten Erhebungsbogen (Nr. 1 - 185) mühelos feststellen. Auf den Karten der Namenkartei ist jeweils vermerkt, unter welchem Ort Erhebungsbogen zu erwarten sind, seien es Gemeindeerhebungsbogen, seien es anhand der Wiedergutmachungsakten ausgefüllte Fragebogen. Die Angabe "blau" bei einem Ort auf der Namenskartei bedeutet Zuzug bzw. Geburt nach dem 30. Januar 1933, die Kennziffer E "Entschädigungsakte" (d. h. Wiedergutmachungsakte). Die Entschädigungserhebungsbogen sind jeweils unter dem Wohnort am Stichtag, 30. Januar 1933 oder bei später Zugezogenen und Geborenen unter dem ersten Wohnort in Baden-Württemberg abgelegt. Auf den Karten der alphabetischen Namenkartei ist jeweils auch die Nummer der Auswertungskartei der Einzelschicksale (Nr. 309 und 310) vermerkt. Wesentliche Arbeitsergebnisse der Dokumentationsstelle sind in den Bänden16 bis 20 und Beiband der Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg (W. Kohlhammer Verlag Stuttgart 1966 - 1969) niedergelegt. Stuttgart, 31. Oktober 1977 Paul Sauer

Vorbemerkung zum Sonderverzeichnis für Bü 305 (Bilddokumente): Im Rahmen der Arbeit der "Dokumentationsstelle zur Erforschung der Schicksale der jüdischen Bürger Baden-Württembergs während der nationalsozialistischen Verfolgungszeit 1933-1945" an der sog. Judendokumentation gelangten auch viele Bilddokumente, insbesondere Fotografien, an die Dokumentationsstelle. Zusammen mit den anderen dort erwachsenen Unterlagen wurden sie an das Hauptstaatsarchiv Stuttgart abgegeben. Einen großen Teil der Bilddokumente bildeten diejenigen Fotos, die sich auf die jüdischen Gemeinden in Baden, Württemberg und Hohenzollern bezogen, in der Mehrzahl Fotografien von jüdischen Friedhöfen und ehemaligen Synagogen. Sie wurden zunächst in den Büscheln 277 und 305 bis 307 des damaligen Bestandes J 355 (Judendokumentation) nach Ortsbetreffen zusammengefaßt und ohne Einzelnachweis in Umschlägen verwahrt. Bei der folgenden starken Nutzung kam es zu Schädigungen und wohl auch zu Diebstählen. 1992/93 wurden die vorliegenden Bilder von den Archivinspektoranwärter(inne)n Birgitta Gfrörer, Peter Halicska und Ulrike Holzmann im Rahmen ihrer Ausbildung im Reproreferat des Hauptstaatsarchivs Stuttgart unter Anleitung von Archivrat Dr. Stephan Molitor zu Büschel 305 des zwischenzeitlich in EA 99/001 umbenannten Bestandes zusammengefaßt und einzeln verzeichnet; weitere Fotos (Duplikate und nicht in die topographische Ordnungsstruktur gehörende Aufnahmen) befinden sich in den Büscheln 276, 292, 296 und 304. Archivinspektor Hartmut Obst führte die Numerierung und die erste Redaktion des Repertoriums durch; die Endredaktion und Indexerstellung erfolgte durch Oberarchivrat Dr. Stephan Molitor. Zur Nutzung der Bilddokumente stehen im Lesesaal Positiv-Mikrofilme zur Verfügung, die nach einem im Hauptstaatsarchiv Stuttgart entwickelten Verfahren aufgenommen wurden (vgl. Archivnachrichten Nr. 7, Okt. 1993, S. 5); die Nummer, die das bei der Verfilmung mitlaufende Zählwerk zeigt, entspricht der Bestellnummer des jeweiligen Bilddokuments. Bei der Herstellung von Reproduktionen sind teilweise Rechte Dritter zu beachten; im Einzelfall kann das Reproreferat Auskunft erteilen. Bü 305 umfaßt 1964 Bilddokumente. Stuttgart, im Juli 1996 Stephan Molitor Hartmut Obst

Reference number of holding
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, EA 99/001
Extent
321 Büschel (49,7 lfd. m)

Context
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Ministerien und zentrale Dienststellen seit 1945 >> Hauptstaatsarchiv Stuttgart (mit Archivdirektion)

Date of creation of holding
1962-1969

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Rights
Last update
20.01.2023, 3:09 PM CET

Object type

  • Bestand

Time of origin

  • 1962-1969

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