Archivbestand
Amtsgerichtsgefängnis Stuttgart: Rechnungen (Bestand)
Vorbemerkung: Im Jahr 1811 (Reg.bl. 1811, S. 437) wurde in jedem württembergischen Oberamt ein Königliches Oberamtsgericht eingerichtet, dessen Sprengel sich in der Regel mit dem Oberamtsbezirk deckte. Bei jedem Oberamtsgericht befand sich ein Oberamtsgerichts-Bezirksgefängnis, das 1824 der Aufsicht des neugebildeten Strafanstaltskollegiums unterstellt wurde (Reg.bl. 1824, S. 589 ff.) In den seit der Umwandlung der Oberamtsgerichte in Amtsgerichte (15. Mai 1879) als "Amtsgerichtsgefängnisse" bezeichneten Strafanstalten wurden die von den bürgerlichen Gerichten erkannten Haftstrafen abgebüßt, sofern sie von kürzerer Dauer waren oder soweit nicht ihre Vollziehung im Landesgefängnis angeordnet war. Weiterhin waren die amtsgerichtlichen Gefängnisse zur Verwahrung von Untersuchungsgefangenen bestimmt. Sie konnten in besonderen Fällen auch der Vollziehung von militärgerichtlich erkannten Freiheitsstrafen und der Abbüßung der von den Justizbehörden erkannten dienstlichen und gemeinrechtlichen Ordnungsstrafe der Haft dienen (Vgl. Dienst- und Hausordnung für die amtsgerichtlichen Gefängnisse vom 4. März 1899, Reg.bl. 1899, S. 162 ff.). Der Sprengel des Amtsgerichts Stuttgart Stadt und damit des dortigen Amtsgerichtsgefängnisses war identisch mit der Stadtdirektion Stuttgart. Cannstatt, Untertürkhiem und Wangen, die 1905 eingemeindet wurden, gehörten weiter zum Sprengel des Amtsgerichts Cannstatt. Durch Erlaß des Justizministeriums vom 15. Juni 1880 wurde die Verpflegung und Verköstigung der Gefangenen beim Amtsgericht Stuttgart auf unmittelbare Rechnung des Staates eingeführt und der Gefängnisinspektor mit der Führung der zu diesem Zweck eingerichteten Gefängniskasse beauftragt. Diese wurde am 23. August 1880 aufgenommen, als das Amtsgerichtsgefängnis ein neues Gebäude bezog. Die Prüfung der Gefängniskasse oblag der Oberrechnungskammer. (Vgl. dazu Verfügung des Justizministeriums vom 31. Dezember 1902 betr. die Gerichtskosten in Strafsachen, Anhang II: Vorschriften über den Regiebetrieb bei den amtsgerichtlichen Gefängnissen und den Untersuchungsgefängnissen der höheren Gerichte, Amtsbl. 1902, S. 315 ff.). Die nachstehend verzeichneten Rechnungen der Gefängniskasse bildeten ursprünglich einen Bestandteil des aus dem Finanzarchiv stammenden und nur summarisch inventarisierten Bestandes E 225/226 (Neuere Rechnungen). Die EDV-gestützte Verzeichnung des um 1970 verselbständigten Rechnungsbestandes F 1/301 besorgte im Jahr 1992 der Zeitangestellte Harald Exner unter Anleitung von Archivrat Dr. Peter Müller. Die Abschlußkorrekturen und die Formulierung des Vorwortes übernahm die Unterzeichnete. Weitere Unterlagen zum Amtsgericht Stuttgart finden sich in den Beständen F 301 I/II, F 302 I-III, F 303 I-III und F 304. Der Bestand F 1/301: Amtsgerichtsgefängnis Stuttgart, Rechnungen, umfaßt 32 Archivalieneinheiten im Umfang von 0,6 lfd. Regalmetern. Ludwigsburg, im August 1994 Dr. Marlene Meyer-Gebel
- Bestandssignatur
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Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg, F 1/301
- Umfang
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32 Bände (0,6 lfd. m)
- Kontext
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg (Archivtektonik) >> Untere Verwaltungsbehörden 1806-um 1945 >> Rechnungen der unteren Verwaltungsbehörden >> Geschäftsbereich Justizministerium >> Amtsgerichtsgefängnisse
- Bestandslaufzeit
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1880-1912
- Weitere Objektseiten
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- Rechteinformation
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- Letzte Aktualisierung
- 13.11.2025, 14:40 MEZ
Datenpartner
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Objekttyp
- Bestand
Entstanden
- 1880-1912