Archivbestand
KG Eiringhausen (Bestand)
Das Archiv der Ev. Kirchengemeinde Eiringhausen wurde 2007 im Landeskirchlichen Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen in Bielefeld verzeichnet. Es besteht aus 567 Verzeichnungseinheiten, davon 427 Akten und Amtsbücher, 34 Karten und Plänen, 49 Fotoserien, 28 Einheiten mit Presseberichten, 9 Druckschriften sowie 20 Einheiten mit dem Sammlungsgut zur Geschichte des Paul-Gerhardt-Pfarrbezirks. Die Überlieferung erstreckt sich über den Zeitraum von 1880 bis 2006. Die Kirchengemeinde Eiringhausen ist eine relativ junge Gemeinde. Sie geht gerade auf ihr 100-jähriges Jubiläum zu. Die Gründung der Kirchengemeinde ist im Archiv gut dokumentiert. Der 1899 sich konstituierende Kirchbauverein, dessen Protokollbuch sich im Archiv befindet, hatte sich als Ziel gesetzt, in Eiringhausen eine Kirche oder wenigstens ein Bethaus zu errichten (Archiv der Ev. Kirchengemeinde Eiringhausen Nr. 530). Die Verhandlungen mit der Muttergemeinde Plettenberg haben sich als schwierig erwiesen. Obwohl das Grundstück für den Bau der Kirche schon 1900 vorhanden war, kam es erst 1909 zum Durchbruch. Die kirchlichen Oberbehörden haben entschieden, dass Eiringhausen mit den zugehörigen Ortschaften, insgesamt 1800 Seelen, zum 1. November 1909 selbständig sein dürfe. Die Errichtungsurkunde, die die Gründung der Kirchengemeinde belegt, ist doppelt im Archiv vorhanden (ein zusätzliches Exemplar vermutlich aus dem Archiv des Superintendenten) (Archiv der Ev. Kirchengemeinde Eiringhausen Nr. 20). Besonderen Augenmerk verdient die Akte, die den Kirchenkampf in Eiringhausen dokumentiert (Archiv der Ev. Kirchengemeinde Eiringhausen Nr. 25). Die Auseinandersetzungen entstanden vor allem um die Benutzung der Kirche. Die Pfarrer der Kirchengemeinde Tröller sowie später Priesack haben konsequent die Anträge der Gemeindegruppe der Deutschen Christen auf Überlassung der Kirche für nationalkirchliche Veranstaltungen abgelehnt. Am 6. März 1938 erzwang sich eine Gruppe DC aus Eiringhausen, Plettenberg und Ohle gewaltsam den Zutritt zur Kirche, Pfarrer Priesack wurde aus der Kirche hinausgeworfen, es folgte ein Strafantrag Priesacks wegen Hausfriedensbruchs. Die Kirchenleitung in Münster sah im Vorgehen der DC einen "kriminellen" Fall und unterstützte den Pfarrer. Später wurden der DC-Minderheit in Eiringhausen allerdings gewisse Rechte zur Benutzung der Kirche eingeräumt. Als Besonderheit des Archivs ist der umfangreiche Bestand an Sammlungsgut zu nennen. Fotos und Zeitungsausschnitte sind von unschätzbaren Wert, um einen Einblick vor allem in das Gemeindeleben gewinnen zu können. Die Darstellung des Paul-Gerhardt-Pfarrbezirkes wäre um einiges ärmer, wenn nicht eine Sammlung zur Geschichte des Pfarrbezirks von Pfarrer Klaus Majoress angelegt worden wäre. Die Sammlung beginnt im Jahr 1988, als Klaus Majoress als Pfarrer des Bezirks Unterstadt der Kirchengemeinde Plettenberg im alten Paul-Gerhardt-Haus eingeführt wurde. 1994 wurde das neuerbaute Paul-Gerhardt-Haus eingeweiht. Zu diesem Anlass wurde der Bezirk Unterstadt in die Kirchengemeinde Eiringhausen umgepfarrt. Veranstaltungen im alten und neuen Paul-Gerhardt-Haus, Ausräumung und Abriss des alten sowie Grundsteinlegung und Einweihung des neuen Paul-Gerhardt-Hauses lassen sich anhand von Fotos und Zeitungsausschnitten gut verfolgen. Zum Sammlungsgut gehören auch Kopien von Quellen zur Gemeindegeschichte aus verschiedenen Archiven sowie die Sammlung von Beiträgen zur Gemeindegeschichte (Archiv der Ev. Kirchengemeinde Eiringhausen Nr. 2, 3, 26, 415). Sie ergänzen das Gemeindearchiv und helfen den Forschern, sich einen umfassenderen Eindruck von der Gemeindegeschichte zu bilden.Der Bestand wurde unter Zugrundelegung internationaler Verzeichnungsgrundsätze nach ISAD (G) erschlossen. Bei der Verzeichnung erhielten die Akten fortlaufende Nummern, die als gültige Archivsignaturen in der Bestellsignatur jeder Verzeichnungseinheit als letzte arabische Nummer oder im Findbuch ganz links neben dem jeweiligen Aktentitel aufgeführt sind. Unterhalb des Aktentitels geben die Vermerke „Enthält, Enthält nur, Enthält u.a., Enthält v.a., Enthält auch“ eingrenzende oder weiterführende Auskünfte über den Inhalt. Unter „Darin“ sind besondere Schriftgutarten wie Druckschriften, Presseberichte, Bauzeichnungen oder Fotos aufgelistet. Nach den Erschließungsvermerken folgt die alte Archivsignatur oder das Aktenzeichen, falls sie auf der Akte vermerkt waren. Ganz rechts schließen sich die Laufzeiten der Archivalien an. Zu beachten sind hier zwei verschiedene Arten von Klammern: ( ) verweisen bei Abschriften auf das Datum des Originals, [ ] kennzeichnen erschlossene Jahresangaben undatierter Schriftstücke.Sofern die Benutzung nicht zu Verwaltungszwecken erfolgt, unterliegen gemäß § 7 Abs. 1 Kirchengesetz zur Sicherung und Nutzung von kirchlichem Archivgut in der Evangelischen Kirche der Union (Archivgesetz - ArchivG) vom 6.5.2000 sämtliche Archivalien einer 30-jährigen Sperrfrist (gerechnet nach dem Ende ihrer Laufzeit). Für Archivgut, das sich nach seiner Zweckbestimmung oder nach seinem wesentlichen Inhalt auf natürliche Personen bezieht, gelten laut § 7 Abs. 2 ArchivG zusätzliche Schutzfristen. Diese Archivalien dürfen auch nach Ablauf der allgemeinen Sperrfrist frühestens 10 Jahre nach dem Tod der betroffenen Person(en) benutzt werden. Ist das Todesjahr nicht feststellbar, endet die Schutzfrist 90 Jahre nach Geburt. Ist auch das Geburtsjahr nicht bekannt, endet die Schutzfrist 60 Jahre nach Entstehung der Unterlagen.Kassiert wurde nicht archivwürdiges Schriftgut im Rahmen der Aufbewahrungs- und Kassationsordnung der Evangelischen Kirche von Westfalen vom 20.2.2003 bzw. des Aufbewahrung- und Kassationsplans vom 19.12.2006.Bei der Zitierung des Archivbestandes ist anzugeben: Archiv der Ev. Kirchengemeinde Eiringhausen Nr. ... (hier folgt die Archivsignatur der entsprechenden Archivalie). Bielefeld, im Juni 2007(Anna Warkentin)Literatur zur Gemeindegeschichte (Auswahl): 50 Jahre Evangelische Kirchengemeinde Eiringhausen 1909-1959: Festschrift, 1959Kirchenkampf in der Evangelischen Kirchengemeinde Eiringhausen im Dritten Reich: 50 Jahre danach [Zeitungsberichte], 1998 (Südländer Tageblatt/Plettenberg v. 24.12.1998)Murken, Dr. Jens: Die evangelischen Gemeinden in Westfalen. Ihre Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, Bd. 1: Ahaus bis Hüsten. - Bielefeld: Verlag für Regionalgeschichte und Luther-Verlag, 2008.
- Bestandssignatur
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FB Eiringhausen
- Kontext
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Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen (Archivtektonik) >> 10. Archive bei kirchlichen Körperschaften >> 10.2. KG Kirchengemeinden >> 10.2.15. Kirchenkreis Lüdenscheid - Plettenberg
- Verwandte Bestände und Literatur
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"50 Jahre Evangelische Kirchengemeinde Eiringhausen 1909 - 1959", Festschrift; "Kirchenkampf in der Evangelischen Kirchengemeinde Eiringhausen im Dritten Reich - 50 Jahre danach" Zeitungsartikel des Südländer Tageblattes 1998, Plettenberg
- Bestandslaufzeit
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1880 - 2006
- Weitere Objektseiten
- Geliefert über
- Online-Beständeübersicht im Angebot des Archivs
- Letzte Aktualisierung
- 15.07.2029, 02:59 UTC
Datenpartner
Evangelische Kirche von Westfalen. Landeskirchliches Archiv. Bei Fragen zum Objekt wenden Sie sich bitte an den Datenpartner.
Objekttyp
- Bestand
Entstanden
- 1880 - 2006