Bestand
Deutscher Turn- und Sportbund (Bestand)
Geschichte des Bestandsbildners:
Gründung am 1.10.1948 als Deutscher Sportausschuß 27./28.4.1957 zum
DTSB; Auflösung am 5.12.1990.
Auf einer
Konferenz vom 27. bis 28. April 1957 in Berlin wurde der Deutsche
Turn- und Sportbund der DDR (DTSB) gegründet. Erster Präsident wurde
Rudi Reichert (1957 bis 1961). Der Deutsche Turn- und Sportbund der
DDR übernahm die Aufgaben des Deutschen Sportausschusses (DS), der am
1. Oktober 1948 gegründet worden war sowie Aufgaben des Staatlichen
Komitees für Körperkultur und Sport. Aus den Sektionen des Deutschen
Sportausschusses wurden Sportverbände, die meisten Neukonstituierungen
gab es 1958. So wurde aus der Sektion Fußball der "Deutsche
Fußball-Verband der DDR". Der "Deutsche Angler-Verband der DDR" war
dem Turn- und Sportbund der DDR nur korporativ angeschlossen und blieb
selbstständig. Neben dem "Deutschen Turn-Verband der DDR" hatten diese
drei Verbände die meisten Mitglieder.
Der Turn-
und Sporttag der DDR (vorher Deutscher Turn- und Sporttag), der alle 4
bis 6 Jahre einberufen wurde, war das höchste Organ des Deutschen
Turn- und Sportbundes der DDR und wählte den Bundesvorstand. Der
Bundesvorstand wählte das Präsidium, den Präsidenten und die
Vizepräsidenten. Der Deutsche Turn- und Sportbund der DDR gliederte
sich in 15 Bezirksorganisationen, die sich aus Stadt-, Kreis-,
Stadtbezirksorganisationen und die Bezirksfachausschüsse der
Sportverbände bildeten. In den Betriebssportgemeinschaften, Sport- und
Armeesportclubs und Armee-, Schul-, Hochschul- und
Fachschulsportgemeinschaften sollte eine Volkssportbewegung geschaffen
werden, zu sportlichen Höchstleistungen angeregt und im
sozialistischen Sinne erzogen werden.
Zur
Sichtung des jungen, leistungsstarken Nachwuchses wurden seit 1965 die
Kinder- und Jugendspartakiaden veranstaltet. 1968 in Mexiko nahm zum
ersten Mal eine DDR-Mannschaft an einer Olympiade teil. Diese
"Diplomaten im Trainingsanzug" sollten nicht nur ihre sportliche
Überlegenheit demonstrieren, sondern auch die Überlegenheit des
Sozialismus über den Kapitalismus. Der sportliche Leistungsvergleich
war auch ein Vergleich der beiden Systeme. Der Spitzensport wurde mit
hohem finanziellen und wissenschaftlich-technischen Aufwand gefördert,
solange Erfolge zu erwarten waren. Blieben Leistung und der Erfolg
aus, wurde die staatliche Förderung gekürzt oder gestrichen.
1989 waren in 33 Mitgliedsverbänden und 2 weiteren
korporativ angeschlossen Verbänden, nämlich dem Allgemeinen Deutschen
Motorsportverband der DDR und dem Deutschen Anglerverband der DDR
zusammen rund 3,7 Mio. Mitglieder.
Am 12.
Dezember 1989 traten das Präsidium und das Sekretariat des
Bundesvorstands zurück. Ein Arbeitsausschuss und ein
Arbeitssekretariat wurden gebildet. Vom 3. bis 4. März 1990 fand der
Außerordentliche Turn- und Sporttag des Deutschen Turn- und
Sportbundes in Berlin statt. Dort wurde Martin Kilian zum neuen
Präsidenten gewählt. Auf der letzten Sitzung des Bundesvorstands am 5.
Dezember 1990 wurde der Deutsche Turn- und Sportbund aufgelöst. Am 15.
Dezember 1990 traten die im Sommer 1990 gegründeten
Landessportverbände dem Deutschen Sportbund der Bundesrepublik
Deutschland bei.
Bestandsbeschreibung: Aufgaben
und Organisation:
Bereits Ende des Jahres 1945
waren allein in Berlin ca. 25.000 Sportler bei den Sportämtern
registriert. Als Organisatoren und Übungsleiter fungierten zumeist
ehemalige Arbeitersportler. Zunächst bildeten sich zwei Formen
sportlicher Betätigung heraus, einmal die Sportgruppen unter
Verantwortung der Kommunen, zum anderen die Sportgruppen unter der
Regie der von der SMAD genehmigten Jugendausschüsse, die nach deren
Gründung von der FDJ übernommen wurden. Der Aufschwung der
Sportbewegung in der SBZ ging bis 1948 einher mit der Diskussion um
ihre Struktur, über die sehr unterschiedliche Auffassungen vorlagen,
von der Weiterführung und Wiederbelebung ehemaliger Organisationen bis
hin zu völliger Neugestaltung. Die am 23.05.1948 erlassenen
"Richtlinien für den FDJ-Sport" hatten Proteste vorwiegend aus den
Sportämtern und den Gewerkschaften zur Folge, die eine Monopolisierung
des Sports durch die FDJ befürchteten. Die 11. Tagung des
Parteivorstandes der SED orientierte daher auf die Bildung einer
einheitlichen Sportbewegung unter der Trägerschaft von FDJ und FDGB.
Beide Organisationen traten am 01.08.1948 mit einem Aufruf an die
Öffentlichkeit, der zum Aufbau einer einheitlichen demokratischen
deutschen Sportbewegung aufforderte. Die Leitung dieser Sportbewegung
übernahm der Deutsche Sportausschuss, der am 01.10. 1948 in Berlin mit
der Berufung seiner Mitglieder konstituiert wurde. Die Mitglieder des
DS waren von den Trägerorganisationen ausgewählt bzw. von den seit
Aug. 1948 im Aufbau befindlichen Landessportausschüssen delegiert
worden. Der hauptamtliche Apparat des DS bestand aus dem Sekretariat
und dem Leiter des DS. Im Unterschied zu anderen Massenorganisationen
war der DS, bedingt durch die Doppelträgerschaft von FDJ und FDGB,
keine selbständige Massenorganisation mit wählbarer Leitung. Die
Mitgliederzahl betrug im Okt. 1949 annähernd 600.000, mehr als 800
Betriebssportgemeinschaften waren gegründet worden. In 19 Sparten, in
denen die zu dieser Zeit genehmigten Sportarten erfasst waren, hatten
Meisterschaften stattgefunden. Die Teilnahme an offiziellen
internationalen Wettkämpfen war jedoch infolge der Nichtmitgliedschaft
der Sparten des DS in internationalen Föderationen vorerst nicht zu
erreichen. Dies gelang erst mit der Entstehung der Sektionen, der
Vorläufer der späteren Sportverbände, deren Arbeit der DS
koordinierte. Nach einem Beschluss des ZK der SED vom 17.03.1951 galt
der DS als höchstes Leitungsorgan des Sports in der DDR bis zur
Gründung des Staatlichen Komitees für Körperkultur und Sport am
24.07.1954. Dem DS verblieb die Aufgabe der Pflege und Koordinierung
der gesamtdeutschen Sportbeziehungen. Leiter des DS waren Waldemar
Borde (1948-1949), Ernst Horn (1949-1951), Fred Müller (1951-1952) und
Rudi Reichert (1952-1957). Nach der Anerkennung des 1951 gegründeten
NOK der DDR durch das IOC im Jahre 1955 konnten DDR-Sportler im Rahmen
einer gesamtdeutschen Mannschaft 1956 an Olympischen Spielen
teilnehmen. Um den Leistungssport besser fördern zu können und im
internationalen Sportverkehr repräsentativ vertreten zu sein, bedurfte
es einer neuen Organisationsstruktur. Der am 27. und 28.04.1957 in
Berlin gegründete DTSB übernahm fortan die Aufgaben des DS sowie
einige wichtige Funktionen des Staatlichen Komitees für Körperkultur
und Sport. Die beim DS bestehenden Sektionen wurden in Sportverbände
umgewandelt, der ADMV und der DAV waren dem DTSB korporativ
angeschlossen. Höchstes Organ des DTSB war der Deutsche Turn- und
Sporttag bzw. Turn- und Sporttag der DDR, deren Delegierten von den
Delegiertenkonferenzen der 15 Bezirksorganisationen gewählt wurden.
Der Turn- und Sporttag wählte den BuV, dieser das Präsidium, den
Präsidenten und die Vizepräsidenten. Die laufenden Arbeiten wurden vom
Sekretariat erledigt, das seinen Sitz, wie auch der BuV, in Berlin
hatte. Zu den Grundorganisationen zählten die
Betriebssportgemeinschaften, die Sportclubs und Armeesportclubs und
die Armee-, Hochschul- und Fachschulsportgemeinschaften. Ausgehend von
den Grundeinheiten gliederte sich der DTSB in Kreis- und
Bezirksorganisationen. Die Sportvereinigungen Vorwärts, Dynamo,
Lokomotive und Wismut hatten den Status von Bezirksorganisationen. Bei
den Bezirksorganisationen bestanden zusätzlich Bezirksfachausschüsse
für die einzelnen Sportarten. Die Sportverbände wählten auf ihren
Verbandstagen das Präsidium und den Präsidenten, für die laufende
Arbeit war das Generalsekretariat zuständig. Präsidenten des DTSB
waren Rudi Reichert (1957-1961), Manfred Ewald (1961-1988), Klaus
Eichler (1988-1989) und Martin Kilian (1990). Nach dem Rücktritt von
Präsidium und Sekretariat des BuV am 12. 12. 1989 wurden ein
Arbeitsausschuss und ein Arbeitssekretariat gebildet. Die seit Sommer
1990 bestehenden Landessportbünde traten zum 15.12.1990 dem DSB bei,
der BuV beschloss am 05.12.1990 auf seiner letzten Sitzung die
Auflösung des DTSB.
Die DDR maß Körperkultur
und Sport grundsätzlich hohe Bedeutung bei. Der Sport hatte zur
Erholung und Entspannung der Werktätigen, zur sog. allseitigen
Entwicklung der sozialistischen Persönlichkeit und ihrer
Gesunderhaltung, zur Stärkung des Ansehens der DDR insbesondere
gegenüber der BRD und zur Erhöhung der Verteidigungsbereitschaft
beizutragen. Im ersten Statut des DTSB und in den Beschlüssen der
Gründungskonferenz wurden als Aufgaben des DTSB festgelegt, eine
Volkssportbewegung zu schaffen, sportliche Höchstleistungen zu
erreichen, die Organisation zu festigen und alle Mitglieder
sozialistisch zu erziehen. Vor allem Kinder und Jugendliche wurden
dazu angehalten, regelmäßig und systematisch Sport zu treiben. Mit
einem durchdachten Programm der Sichtung und Auswahl wurden die
Schulkinder auf ihre leistungssportlichen Talente hin überprüft. Der
Förderung des sportlichen Nachwuchses dienten die Kinder- und
Jugendsportschulen und die seit 1965 durchgeführten Kinder- und
Jugendspartakiaden. Den negativen Folgen zu frühen Trainings suchte
der DTSB durch eine aufwendige sportmedizinisch-biowissenschaftliche
Forschung zu begegnen. Im Zusammenhang mit der Entsendung der ersten
selbständigen DDR-Olympiamannschaft 1968 nach Mexiko und der
Vorbereitung auf die Olympischen Sommerspiele in München wurde der
Hochleistungssport mit hohem finanziellen,
wissenschaftlich-technischen und personellen Aufwand gefördert.
Allerdings wurden nur solche Sportarten gefördert, bei denen
Medaillengewinne zu erwarten waren. Die Förderung der Sportarten
Basketball, Hockey, Moderner Fünfkampf, Wasserball und Alpiner
Rennsport wurde eingeschränkt, Kanu-Slalom und Tennis wurden aus den
KJS und Sportclubs ausgegliedert. In den folgenden Jahren wurde
weiteren Sportarten, die nicht zum olympischen Programm gehörten, die
Förderung entzogen. Siege im Sport bedeuteten für die Staatsführung
der DDR und die Parteiführung der SED die Demonstration der
Überlegenheit des politischen Systems der DDR. Sportlicher
Leistungsvergleich galt als Systemvergleich, Leistungssport als fester
Bestandteil des Klassenkampfes zwischen Sozialismus und Kapitalismus,
wie es im Leistungssport-Beschluss von 1969 heißt. Folglich war auch
die politisch-ideologische Erziehung der Athleten eine wichtige
Aufgabe, die vor allem die Trainer zu erfüllen hatten. Die aufwendige
Förderung olympischer Sportarten auf Kosten anderer Disziplinen und
des Breitensports, die Nachwuchsentwicklung, die Aus- und
Weiterbildung der Trainer an der DHfK Leipzig, die Sportforschung und
Sportmedizin, die Forschung und Entwicklung in der
Sportgeräteproduktion und der Einsatz von Dopingmitteln waren Gründe
für den Erfolg des DDR-Leistungssports. Die im Leistungssport
erzielten internationalen Erfolge erhöhten zwar das Ansehen der DDR
und trugen zur Identifizierung der DDR-Bürger mit ihrem Staat bei,
verschärften aber auch den Unterschied zwischen leistungsorientierter
Sportförderung und den realen Bedingungen des Massen- und Volkssports.
Der DTSB vertrat den Sport der DDR auf internationaler Ebene. Er
unterhielt zahlreiche Kontakte zu Sportorganisationen sozialistischer
Länder und Ländern der Dritten Welt. Nachwuchskräfte dieser Länder
wurden an Sportschulen und Trainingszentren ausgebildet. Die
Sportverbände waren Mitglieder der ihrer Sportart entsprechenden
internationalen Verbände, ihre Vertreter nahmen an Kongressen, Rats-
und Bürotagungen teil. Die Sportverbände waren auch Ausrichter
internationaler Wettkämpfe in der DDR und entsandten Schiedsrichter,
Preisrichter und Juroren zu internationalen Wettkämpfen ins
Ausland.Bestandsbeschreibung: Es handelt sich um einen
zusammengefassten Bestand, der in drei Teile gegliedert ist: DS, DTSB
und Sportvereinigungen/Sportclubs. Die Überlieferung ist nicht
vollständig, da in der Vergangenheit im DTSB-Archiv umfangreiche
Kassationen vorgenommen wurden. Zur Ergänzung sollten neben dem
Bestand DR 5, Staatssekretariat für Körperkultur und Sport, die
Bestände der Stiftung DY 30, SED, besonders Abt. Sport, DY 34, FDGB
und DY 24, FDJ, herangezogen werden. Vom DS ist neben dem Schriftgut
der oberen Leitungsebene Schriftgut von Abteilungen, Sektionen, der
Abwicklungsstelle und von Organisationsbüros/Organisationskomitees
vorhanden. Überliefert sind von der oberen Leitungsebene Tagungen und
Leitungssitzungen des DS sowie Sitzungen des Sekretariates, letztere
von 1952 bis 1955, die I. Zentrale Sportkonferenz des DS 1951 in
Berlin, außerdem Unterlagen über die Vorbereitung und Durchführung der
II. Gesamtdeutschen Sportkonferenz 1954 in Leipzig im Rahmen des I.
DTSF. Weitere gesamtdeutsche Aktivitäten finden sich in den Unterlagen
der Abteilungen Organisation, Sportverkehr und Nationale Sportpolitik.
Berichte und Analysen zur gesamtdeutschen Tätigkeit des DS,
gesamtdeutsche Aktivitäten auf dem Gebiet des Hochschul- und
Studentensports, hier vor allem Vergleichskämpfe und Turniere von
Hochschulsportgemeinschaften und -vereinen und Zusammenarbeit der
Sportverbände der DDR mit denen aus der BRD und Berlin (West) sind
ebenfalls vorhanden. Nationale und internationale Wettkämpfe, u. a.
die Friedensfahrten, Ausschreibungen, Wettkampfergebnisse, Besten- und
Rekordlisten, Lehrgänge für Sportler, Trainer und Funktionäre sind vor
allem in den Akten der Sektionen zu finden, aber auch Tagungen der
Präsidien der Sektionen und Zusammenarbeit mit den
Landessportausschüssen. Vorbereitung und Durchführung von
Großveranstaltungen wurden von Organisationsbüros,
Organisationskomitees und Kommissionen wahrgenommen, wie
beispielsweise die Deutschlandtreffen oder die Akademischen
Sommersportspiele. Überliefert sind die für die Organisation von
Großsportveranstaltungen üblichen Unterlagen wie Arbeits- und
Terminpläne, Informationsbriefe, Tages- und Abschlußberichte und
Veranstaltungspläne, außerdem Ergebnislisten der sportlichen
Wettkämpfe. Die Überlieferung des DTSB gliedert sich in Büro des
Präsidiums, Präsidenten, Sekretariate, Zentrale Revisionskommission,
Abteilungen des BuV, Sportverbände, Organisationsbüros und
Liquidatorengruppe. Das Schriftgut des Teilbestandes Büro des
Präsidiums, zeitlicher Umfang von 1957 bis 1990, ist relativ
geschlossen überliefert. Den mengen- und inhaltsmäßigen Schwerpunkt
bilden Protokolle, Vorlagen und Beschlüsse zu den Sitzungen des BuV,
des Präsidiums und des Sekretariates. Dabei sind u.a. Protokolle zu
den Deutschen Turn- und Sporttagen sowie Vorlagen und Beschlüsse des
Präsidiums und des Sekretariats zu Struktur- und Stellenplanfragen, zu
den Deutschen Turn- und Sporttagen, zu den Olympischen Spielen, zu den
Kinder- und Jugendspartakiaden und den Deutschen Turn- und
Sportfesten. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Akteneinheiten zu
den Vorschlägen des DTSB für staatliche und organisationseigene
Auszeichnungen, u. a. zur Auszeichnung mit der
"Friedrich-Ludwig-Jahn-Medaille", zur Auszeichnung mit den Titeln
"Verdienter Meister des Sports" und "Meister des Sports". Die
Zusammenarbeit mit der Redaktion der Zeitung "Deutsches Sportecho",
mit der DHfK, mit Sportschulen, Sportverbänden und Sportclubs, mit dem
Staatlichen Komitee bzw. dem Staatssekretariat für Körperkultur und
Sport, mit den Ministerien für Gesundheitswesen und Volksbildung der
DDR, mit dem ZK der SED und mit gesellschaftlichen Organisationen ist
ein weiterer Überlieferungsschwerpunkt. Der Teilbestand Präsidenten
des DTSB, zeitlicher Umfang 1954 bis 1989, ist bis auf die Unterlagen
der letzten DTSB-Präsidenten, Klaus Eichler und Martin Kilian, relativ
geschlossen überliefert. Folgende Themen spiegeln sich in den Akten
vor allem wieder: Zusammenarbeit mit dem NOK der DDR, mit dem
Staatlichen Komitee bzw. dem Staatssekretariat für Körperkultur und
Sport, mit dem ZK der SED und mit Massenorganisationen, mit der
Volkskammer, dem Ministerrat und Ministerien der DDR, mit
Sportverbänden des DTSB. Protokolle und Vorlagen zu den Sitzungen der
Leistungssportkommission der DDR und Eingaben an den Präsidenten
Manfred Ewald sind ebenfalls überliefert. Das Schriftgut der
Teilbestände Sekretariate Werner Berg, Siegfried Geilsdorf, Alfred
Heil, Günther Heinze, Dr. Thomas Köhler, Bernhard Orzechowsky, Erich
Riedeberger, Franz Rydz, Volker Voigt, Roland Weißig und Horst Röder
ist lückenhaft überliefert. Das betrifft vor allem die Sekretariate
Berg, Geilsdorf, Heil, Röder, Voigt und Weißig. Umfangreicher ist die
Überlieferung des Sekretariats Günther Heinze, Vizepräsident von
1957-1989. Inhaltliche Schwerpunkte bilden Protokolle und Berichte zu
Verhandlungen zwischen den Sportverbänden beider deutscher Staaten und
zu den Verhandlungen der beiden deutschen Nationalen Olympischen
Komitees, Protokolle und Arbeitspläne der Internationalen Kommission
beim Präsidium des DTSB, internationale Arbeit der Sportverbände der
DDR, Konferenzen der Vertreter der leitenden Sportorgane der
sozialistischen Länder, Ostseewochen, Zusammenarbeit mit
Sportleitungen aus dem kapitalistischen Ausland und Ländern Afrikas
und Asiens, Zusammenarbeit mit dem IOC und erstmalige Verleihung des
GutsMuths-Preises. Umfangreicher ist auch die Überlieferung des
Sekretariats Thomas Köhler, Vizepräsident von 1980-1989.
Schriftwechsel mit dem Präsidenten und den Vizepräsidenten des DTSB,
der Leistungssportkommission der DDR, dem Sportmedizinischen Dienst
und dem Zentralrat der FDJ bilden einen wesentlichen Aspekt der
Überlieferung. Zahlreiche Akten sind auch vom Sekretariat Bernhard
Orzechowski überliefert. Zu erwähnen sind hier die Verhandlungen des
NOK der DDR mit dem NOK der BRD zur Bildung einer gemeinsamen
Olympiamannschaft 1963 bis 1964, Vorlagen für die Beratungen der
Leistungssportkommission der DDR, Vorbereitung, Durchführung und
Auswertung von Turn- und Sporttagen des DTSB, Deutschen Turn- und
Sportfesten sowie Kinder- und Jugendspartakiaden. Die Überlieferung
des Sekretariats Erich Riedeberger, Vizepräsident von 1957-1969 und
Präsident des Deutschen Turn-Verband der DDR von 1958-1969, ist
umfangreich. Dokumente zur Vorbereitung, Durchführung und Auswertung
von Deutschen Turn- und Sportfesten sowie Kinder- und
Jugendspartakiaden und dem Deutschlandtreffen der Jugend in Berlin
1964 bilden den inhaltlichen Schwerpunkt. Weiterhin sind zahlreiche
Akten zu seiner Tätigkeit als Präsident des Deutschen Turn-Verbandes
der DDR vorhanden. Umfangreich vorhanden sind auch Akten zur Tätigkeit
des Sekretariats Franz Rydz. Sie enthalten vor allem Revisionsberichte
der Zentralen Revisionskommission, Dokumente zur Tätigkeit der
Arbeitsgemeinschaft Deutscher Studentensport im DTSB und der
Finanzkommission, Informationen der Abt. Organisation des BuV,
Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Komitee für Körperkultur und Sport
und dem NOK der DDR, besonders im Zusammenhang mit der Vorbereitung
auf die Olympischen Spiele 1964 in Innsbruck und Tokio und 1968 in
Grenoble und Mexiko-City; der Vorbereitung des III. Deutschen Turn-
und Sporttages 1966 in Berlin und des IV. und V. Deutschen Turn- und
Sportfestes 1963 bzw. 1969 in Leipzig, Schriftwechsel mit der Abt.
Finanzverwaltung und Parteibetriebe des ZK der SED, dem Ministerium
der Finanzen der DDR und Abteilungen des DTSB-BuV zur Finanz- und
Valutaplanung des DTSB für die Jahre 1980-1983. Der Teilbestand
Zentrale Revisionskommission enthält außer den Berichten der ZRK
Berichte der Bezirksrevisionskommisionen und der Revisionskommissionen
der Sportverbände und Sportvereinigungen, zentrale Tagungen der ZRK,
Arbeitsberatungen, Stützpunktberatungen mit
Bezirksrevisionskommissionen, Tätigkeitsberichte, Jahresanalysen und
Finanzpläne sowie Eingaben. Unterlagen zur Finanz- und Valutaplanung
und -abrechnung, Finanzrichtlinien und -ordnungen, Stellenpläne und
Grundmittel, Löhne, Gehälter und Auszeichnungen findet man bei der
Abt. Finanzen des BuV. Das Schriftgut der Abteilungen des BuV gibt u.
a. Auskunft über die Tätigkeit der Organisation, über die Planung,
Leitung und Finanzierung des Leistungssportes in der DDR, über die
Vorbereitung und Durchführung von Wettkämpfen, Aufstellung der
Olympiamannschaften und deren Vorbereitung auf Olympische Spiele und
über internationale Beziehungen des DTSB. Es enthält auch Berichte,
Analysen und Statistiken von Sport- und Fußballclubs und von
Sportverbänden, Unterlagen zur Nachwuchsentwicklung sowie
Forschungsberichte zur Leistungssportforschung in der DDR,
Forschungskonzeptionen und Forschungsprojekte. Erwähnenswert sind auch
die Gesprächsreihen und Ausstellungen zum Themenkreis Kunst und Sport.
Die Überlieferung der Sportverbände ist auffallend disproportional.
Während vom Eislauf-Verband bis Mitte der 80er Jahre eine relativ
dichte und beinahe lückenlose Überlieferung vorliegt, gefolgt vom
Turn-Verband und vom Box-Verband, sind von einigen Sportverbänden nur
noch Fragmente vorhanden. Ergänzend kann auf die Überlieferungen der
Teilbestände Büro des Präsidiums, Präsidenten, Sekretariate der
Vizepräsidenten sowie der Abteilungen Sport II, Grundsatzfragen,
Planung und Koordinierung und Internationale Organisationen des
DTSB-BuV zurückgegriffen werden. Im Allgemeinen sind Büro- und
Präsidiumstagungen, nationale und internationale Wettkämpfe, Finanzen
und internationale Beziehungen überliefert. Nur wenige Akten sind von
den Sportclubs "Fortschritt" Weißenfels und "Harz" Hasselfelde
erhalten geblieben, vornehmlich aus den 60er Jahren und vor allem zu
Wettkämpfen und Trainingsmaßnahmen. Ähnliches gilt für das Schriftgut
der Sportvereinigungen "Aktivist" und "Lokomotive". Über die
Sportvereinigung "Wismut" hingegen liegen weit mehr Quellen vor.
Überliefert sind u. a. Sitzungen des Vorstandes und des Sekretariates,
Beschlüsse, Arbeits- und Maßnahmepläne, Sportprogramme,
Jahreshauptversammlungen und Delegiertenkonferenzen sowie Unterlagen
von Kreisvorständen.
Erschließungszustand: Kartei,
Findbuch
Umfang, Erläuterung: 245
lfm
Zitierweise: BArch DY
12/...
- Bestandssignatur
-
Bundesarchiv, BArch DY 12
- Umfang
-
6503 Aufbewahrungseinheiten; 245,0 laufende Meter
- Sprache der Unterlagen
-
deutsch
- Kontext
-
Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Deutsche Demokratische Republik mit sowjetischer Besatzungszone (1945-1990) >> Organisationen und Verbände >> Organisationen
- Bestandslaufzeit
-
1949-1990
- Weitere Objektseiten
- Provenienz
-
Deutscher Turn- und Sportbund (DTSB), 1948-1990
- Online-Beständeübersicht im Angebot des Archivs
- Letzte Aktualisierung
- 16.01.2024, 08:43 MEZ
Datenpartner
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Objekttyp
- Bestand
Entstanden
- 1949-1990