Archivbestand

Kommission gegen revolutionäre Umtriebe (Bestand)

Überlieferungsgeschichte
Die Ministerialkommission gegen revolutionäre Umtriebe wurde am 29. Mai 1833 in Folge des Frankfurter Wachensturms durch König Wilhelm I. einberufen. Nach der Auflösung der Kommission im März 1839 wurden die Akten an das Justizministerium übergeben (vgl. Aktenverzeichnis in Bü 1).
1910 zusammen mit weiteren Akten des Justizministeriums eingekommen.


Vorbemerkung: Unter dem Eindruck des Frankfurter Wachensturms berief König Wilhelm I. beim Justizministerium eine Kommission ein, um ähnliche Erhebungen und Umsturzversuche in Württemberg zu verhindern. Sie arbeitete eng mit der Zentraluntersuchungsbehörde des Deutschen Bundes in Frankfurt zusammen und koordinierte die Untersuchungsverfahren, die bei nachgeordneten Gerichten oder Untersuchungshaftanstalten gegen politische Dissidenten geführt wurden. Die Kommission besaß ein eigenes Aktuariat. Zu den Personen und Gruppierungen, mit denen die Kommission beschäftigt war, gehörten die Tübinger Burchschaft, der Oberleutnant von Ernst Ludwig Koseritz und der Buchhändler Friedrich Gottlob Franckh. Die Unterlagen der Kommission gegen revolutionäre Umtriebe enthalten nur wenige Akten über die innere Organisation, da diese eng mit dem Justizministerium verzahnt war. Der Hauptteil besteht aus Mitteilungen und Berichten aus Württemberg, aber auch anderen Teilen des Deutschen Bundes, vor allem aber aus Protokollen von gerichtlichen Untersuchungen und Verhören. Sie gelangten 1910 in einer Ablieferung des Justizministeriums (Bestand E 301) ins Hauptstaatsarchiv, welche noch im selben Jahr von Philipp Schramm summarisch geordnet und verzeichnet wurde. Im Zuge der Neuerschließung des Bestandes erschien die Herauslösung der Akten der einzelnen Kommissionen im Sinne des Provenienzprinzips und einer übersichtlichen Beständestruktur geboten. Nach Vorbild der Kommissionen des Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten (E 63 / 1 ff.) erhielten sie die bis dahin noch freie Signatur E 305 / 1 - 6, die Unterlagen der Kommission gegen revolutionäre Umtriebe die Signatur E 305/1. Nach der Herauslösung aus Bestand E 301 (Rubrik "Hochverrat") wurden die Unterlagen durch den Unterzeichneten neu geordnet, verzeichnet und klassifiziert, wobei es zur Aufteilung der bisher summarisch zusammen gefassten Aktenfaszikel in Einzelfallakten kam. Im Zuge der Bestandsbildung und Verzeichnung wurde der neue Bestand durch Rudolf Bezold archivgerecht verpackt. Der neu entstandene Bestand umfasst insgesamt 37 Aktenbüschel mit einem Gesamtumfang von 2,3 lfd. Regalmetern. Stuttgart, im September 2005 Johannes Renz

Literatur: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden, 8 Bde., Stuttgart 1977-1983 Alfred Dehlinger, Württembergs Staatswesen, Stuttgart 1951

Stadt- und Landkreise (Kraftfahrzeugkennzeichen):
F Stadtkreis Frankfurt am Main
HD Stadtkreis Heidelberg / Rhein-Neckar-Kreis
LB Landkreis Ludwigsburg
RT Landkreis Reutlingen
S Stadtkreis Stuttgart
TÜ Landkreis Tübingen

Sonstige Abkürzungen:
Bd., Bde. Band, Bände
F., Fasz. Faszikel
ff. folgende
Gen. Generalia
lfd. m laufende Meter
Nr. Nummer
Qu. Quadrangel
S. Seite
Schr. Schriftstück
u. a. unter anderem
v. a. vor allem
z. B. zum Beispiel

Bestandssignatur
Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, E 305/1
Umfang
37 Büschel

Kontext
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Kabinett, Geheimer Rat, Ministerien 1806-1945 >> Justizministerium >> Kommissionen und ähnliche Einrichtungen

Bestandslaufzeit
1833 - 1839

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Rechteinformation
Letzte Aktualisierung
13.11.2025, 14:39 MEZ

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Objekttyp

  • Bestand

Entstanden

  • 1833 - 1839

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