Urkunden

Kurfürst Philipp von der Pfalz bekundet, dass Hans Steller, der Gerauer Schultheiß des Landgrafen Wilhelm [III.] zu Hessen, den Hans Neurat (Nuwrat) der üblen Nachrede beschuldigt hat. Hans Steller soll nach diesem vor Gericht behauptet haben, dass dem Hans Lindenschmidt "solt vergeben worden sin" [s. Bemerkung]. Hans Steller hat darum ob des Schadens an Ehre und Recht einen rechtlichen Austrag vor dem Pfalzgrafen ersucht. Dieser verkündet, nachdem seine Räte beide Seiten verhört haben, dass nicht erkenntlich sei, dass die Rede dem Hans Steller schmähe oder ihn an Ehre und Glimpf berühre. Beide Knechte, Hans Steller und Hans Neurat, sollen unschädlich ihrer Ehre verglichen sein, keine weiteren Forderungen und Ansprachen mehr in der Sache stellen und sich darum in keiner Weise weiter gegenseitig beirren.

Bild 1 | Digitalisierung: Landesarchiv Baden-Württemberg

Public Domain Mark 1.0 Universell

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Signatur
Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 67 Nr. 818, 113
Umfang
fol. 111r-111v [alt: 59r-59v]
Bemerkungen
Der Sachverhalt der Injuriensache, die sich auf eine Angelegenheit um den um das Jahr 1490 hingerichteten Hans Lindenschmidt beziehen dürfte, ist nicht ganz eindeutig aus der Urkunde zu schließen, weswegen hier der relevante Teil im Wortlaut (mit eingefügten Satzzeichen zur Gliederung) folgt: "Als eyn rede ußgeschollen die Hannsen Steller unsers lieben oheym, lantgrave Wilhelme zu Hesse, grave zu Katzenelnbogen et cetera, schulthis zu Geraw, furkomen ist, uff meynung das Steller uff ein zit zu gericht haben soll, das Hansen Lindensmit solt vergeben worden sin, da Steller dar fur haben will, das Heinrich Nuwrat die selben oder der glich wort also ußgeben habe". Vgl. auch die Urfehde des Hans Neurat gegenüber Kurfürst Philipp von 1489 wegen eines Raubes: fol. 91v-92r [alt: 40v-41r] (Nr. 82).
Sonstige Erschließungsangaben
Literatur: Zu Hans Lindenschmidt: Kolb, Kraichgauer Ritterschaft, S. 90 f.; Liliencron, Die historischen Volkslieder der Deutschen, Bd. 2, S. 289-291; Zink, Lindenschmidtlieder.

Ausstellungsort: Frankfurt

Zeugen: Kurfürst Philipp von der Pfalz (Sekretsiegel)

Kontext
Kopialbücher >> Weltliche Territorien und Herrschaften >> Kurpfalz >> Einzelne Pfalzgrafen und Kurfürsten >> Philipp >> Liber ad vitam II (Kurfürst Philipps von der Pfalz) >> Urkunden
Bestand
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 67 Kopialbücher

Indexbegriff Person
Hessen, Wilhelm III.; Landgraf, 1471-1500
Lindenschmidt, Hans; einspänniger Knecht, erw. 1485, 1495
Neurat (Neurot, Nurat), Heinrich; Knecht, erw. 1489
Steller, Hans; Schultheiß zu Gerau, erw. 1489
Indexbegriff Ort
Frankfurt am Main F

Laufzeit
1489 Juli 15 (uff der apposteln schidung tag)

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Rechteinformation
Letzte Aktualisierung
04.04.2025, 08:08 MESZ

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Objekttyp

  • Urkunden

Entstanden

  • 1489 Juli 15 (uff der apposteln schidung tag)

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