Malerei
Der Titusbogen in Rom
Blick auf die Westseite des Titusbogens. Rechts die Stützmauer der Orti Farnesiani. Dazwischen erscheint ein Gehöft mit der Torre Cartularia. Als Staffage dienen ein Eseltreiber mit seinem Tier, ein Reiter, Bocciaspieler, eine Spinnerin und ein Hirte mit Ziegenherde. - Gelegentlich wurde in dem beliebten Motiv der Drususbogen erkannt, so auch durch Stechow. Die Identifikation beruht auf einer allgemeinen Ähnlichkeit der Umrisse (vgl. E. Nash, Bildlexikon zur Topographie des antiken Rom, Bd. 1. Tübingen 1961, Abb. 82). Lauts (in Kat. Karlsruhe 1966, S. 58f.) bestimmte das Architekturmotiv richtig als die vom Forum Romanum gesehene Innenseite des Titusbogens , dessen heutiger Zustand (Nash Abb. 145) auf der Restaurierung von 1821 beruht. Die Identifikation als Titusbogen wird durch Dekorationsformen bestätigt (kannelierte Säulen, Volute im Bogenscheitel, Reliefs in den Bogenzwickeln). Eine in drei Varianten gemalte Ansicht der gleichen Szenerie aus etwas größerer Entfernung wird Viviano Codazzo (1604 - 1670) zugeschrieben (Graz, Landesmuseum Joanneum, vgl. G. Briganti, Gaspar van Wittel e l'origine della veduta settecentesca. Rom 1966, Abb. S. 34; Prag, Gemäldegalerie der Prager Burg, Kat. 1966, S. 132f.; Museo di Roma, vgl. R. Longhi, Viviano Codazzi, in: Paragone Nr. 71, 1955, S. 47). Das vorliegende Bild ist eine alte Kopie nach einem Gemälde Jan Boths in der Sammlung des Duke of Devonshire, Chatsworth (C. Hofstede de Groot, Beschreibendes und kritisches Verzeichnis der Werke der hervorrangendsten holländischen Maler des XVII. Jahrhunderts. 10 Bde. Esslingen und Paris 1907 - 28., IX, S. 429, Nr. 27; W. Stechow, Jan Both and the Re-Evaluation of Dutch Italianate Landscape Painting, in: Actes du XVIIme Congrès International d'Histoire de l'Art, Amsterdam, 23 - 31 Juillet 1952. Den Haag 1955, Abb. S. 429; Burke, Nr. 17). Gegenüber dem Original ließ der Göttinger Kopist den laufenden Hund hinter dem Esel fortfallen, fügte die Spinnerin hinzu und vertauschte die Viehgruppe rechts im Vordergrund zugunsten einer Herde Ziegen. Eine andere, früher als eigenhändiges Werk des Jan Both geltende und mit dem Gemälde in Chatsworth weitgehend übereinstimmende Fassung in der Kunsthalle Karlsruhe (Kat. 1966, Bd. 1, S. 58f., Bd. 2, Abb. S. 324). Weitere, miteinander übereinstimmende Versionen mit anderer Staffage im Schloß zu Dessau (Inv. Nr. 241 als Johann Lingelbach) und in der Gallena Pallavicini, Rom (F. Zeri, La Galleria Pallavicini in Roma. Catalogo dei dipinti, Florenz 1959, Nr. 477, m. Abb., als Herman van Swanevelt. Laut Waddingham sei dies das Original Boths). Eine vierte, auf der rechten Seite erweiterte Fassung aus der Sammlung König Wilhelms II. von Württemberg war auf der Auktion Schloß Rosenstein, Stuttgart, 26. Oktober 1920, Nr. 39 (als Jan Both). Darüberhinaus sind drei Zeichnungen desselben Motivs bekannt: Amsterdam, Rijksprentenkabinet, Inv. Nr. A 533, unter Jan Both (H. Egger, Römische Veduten, Bd. 2. Wien 1932, Tf. 28), Wien, Graphische Sammlung Albertina, Inv. Nr. 9364, unter Bartholomeus Breenbergh (H. Egger, op. cit.,Tf. 27); Hannover, Kestnermuseum, Inv. Nr. V Hz 26 (Jakob Wilhelm Mechau; vgl. H. Wille, Bildkataloge des Kestner-Museums, Handzeichnungen III. Hannover 1967, Nr. 93). -
- Location
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Georg-August-Universität Göttingen / Kunstgesch. Seminar und Kunstsammlung der Universität, Göttingen
- Inventory number
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GG 012
- Measurements
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Höhe: 73,5 cm (ohne Rahmen)
Breite: 66 cm
- Material/Technique
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Leinwand; Ölmalerei
- Related object and literature
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Beschrieben in: Kunstsammlung der Universität Göttingen, Katalog der Gemälde (Manuskript, begonnen 1887 durch K. Lange), Nr. 77.
Beschrieben in: Emil Waldmann, Provisorischer Führer durch die Gemälde-Sammlung der Universität Göttingen. Göttingen 1905, Nr. 68.
Literatur in Zusammenhang: Cornelis Hofstede de Groot, Beschreibendes und kritisches Verzeichnis der Werke der hervorragendsten holländischen Maler des XVII. Jahrhunderts. Bd. 9, S. 429, Nr. 27.
Literatur in Zusammenhang: M.R. Waddingham, Andries and Jan Both in France and Italy, in: Paragone 15/1964, Nr. 171, S. 35.
Literatur in Zusammenhang: Gustav Parthey, Deutscher Bildersaal. Bd. 1, S. 152, Nr. 18.
Literatur in Zusammenhang: J. D. Burke, Jan Both. Paintings, Drawings, and Prints. New York/London 1976 (Diss. Harvard 1972), S. 192, unter Nr. 17.
Literatur in Zusammenhang: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe. Katalog Alte Meister bis 1800. Bearbeitet von Jan Lauts. Karlsruhe 1966, S. 59.
Beschrieben in: Wolfgang Stechow, Katalog der Gemäldesammlung der Universität Göttingen. Göttingen 1926, Nr. 15.
Beschrieben in: Kunstsammlung der Universität Göttingen. Die niederländischen Gemälde, mit einem Verzeichnis der Bilder anderer Schulen. Bearbeitet von Gerd Unverfehrt. Göttingen: Kunstsammlung der Universität 1987, Nr.12.
Beschrieben in: Verzeichnis einer Gemählde Sammlung von berühmten mehrenteils Niederländischen Meistern, welche dem Königlichen und Chur Braunschweigischen Rath Johann Wilhelm Zschorn in Celle zugehöret (Manuskript, begonnen 1789), Nr. 90 (Johan Both).
- Classification
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painting (Oberbegriffsdatei)
- Subject (what)
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öffentliche Denkmäler, Türme, Brunnen, etc. (in einer Stadt)
- Last update
- 24.04.2025, 12:58 PM CEST
Data provider
Kunstsammlung der Universität Göttingen. If you have any questions about the object, please contact the data provider.
Object type
- Malerei
Associated
Time of origin
- ca. 1635 - ca. 1641