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Cadolzburg, Ansicht des vorderen Burghofs von Südosten

Die burggräfliche Dynastenburg der fränkischen ( Hohen-)Zollern über dem gleichnamigen Ort war bis zum zweiten Weltkrieg eine der besterhaltenen Burgen in Deutschland. Die im Kern aus dem 13. Jahrhundert stammende Burggrafenburg wurde später mehrfach ausgebaut. Vor allem Markgraf Albrecht Achilles von Brandenburg sorgte im 15. Jahrhundert für einen repräsentativen Ausbau des „Alten Baues“ im Westen der Anlage. Damit einhergehend wurden auch die Befestigungsanlagen verstärkt (vgl. Burger 2005). Im 16. Jahrhundert erfolgte der Ausbau des „Neuen Baues“ im Osten, der unter Marggraf Georg Friedrich d.Ä. abgeschlossen wurde. Später nutzten die Burggrafen die Cadolzburg vornehmlich als Jagdschloss und Verwaltungssitz. Die eigenhändig signierte und datierte Zeichnung "der schloßhoff zu / Cadolzburg in der Burggrafschaft / Nörrenberg; in Franken; deliniert / den 12 Octobris 1629. M.H.L." präsentiert eine Ansicht des vorderen Hofs der Hauptburg, wobei die südlichen Gebäude am Eingang im Horizontalschnitt gegeben sind, um den ungehinderten Blick in den Innenhof zu ermöglichen. Gezeigt wird der Baubestand, der im Wesentlichen noch heute vorhanden ist. Im „Vorhof“ liegt neben dem „Ambthauß“ auf der Linken der um 1600 angelegte „lustgarten“ mit der angrenzenden „schwemme“ und dem „alten Caplanshauß“ auf der rechten Seite. Hinter dem Schloßgraben erstreckt sich neben dem „schmalen Thurm“, dem ehemaligen Bergfried, die Mantelmauer mit dem "umbgang zum schloß" sowie rechts ein "schön altanus baw", womit die Terrasse auf dem Gebäude zwischen dem Torturm und dem Giebel des Neuen Baues gemeint ist. Daran schließt sich der dreigeschossige "neue Bau "an, der nahezu die gesamte Ostseite einnimmt. Neben dem Treppenturm folgt an der Stirnseite "der alte bau mitderhalben galerie", die Kapelle mit dem Fachwerkgang im Obergeschoß (vgl. Burger 2005, S. 112). Unmittelbar verbunden ist diese mit dem hohen Gebäude, bezeichnet als "der alte bau darin / Heinrich von Solms [?] Kinder logieren". Heinrich von Solms war seinerzeit Oberamtmannn zu Cadolzburg. Der südlich anschließende "alte küchenbau" ist heute nur noch in reduzierter Form erhalten. Die Schilderung der örtlichen Verhältnisse wirkt weitgehend getreu, die spezielle Perspektive und die Schattierung der Gebäude legen allerdings die Frage nahe, ob die Zeichnung anhand eines hölzernen Modells entstanden ist, das möglicherweise vor Ort vorhanden war. Die Datierung bringt das Blatt in den Kontext einer Reise im Herbst 1629, die Landgraf Moritz am 12. Oktober nach Cadolzburg (2° Ms. Hass. 107 [88]) und am 19. Oktober nach Wertheim am Main (2° Ms. Hass. 107 [340] + [341]) geführt hatte. Die rückwärtig notierte Ziffer „50.“ bezieht sich auf das alte Übergabeverzeichnis von 1786 (2° Ms. Hass. 107a). U. Hanschke 03.11.2011
Feder in Braun
Cadolzburg, Ldkrs. Fürth, Bayern
-
Vogelperspektive
Horizontalschnitt
Bestandsaufnahme
recto Erläuterungen in der Darstellung, mittig im Hof signiert und datiert: "der schloßhoff zu / Cadolzburg in der Burggrafschaft / Nörrenberg; in Franken; deliniert / den 12 Octobris 1629. M.H.L.", darüber: "der alte bau mitderhalben / galerie.", links am Gebäude: "der alte küchen bau.", "der alte bau darin / Henrich von Solms[?] kinder logiren", am Torturm: "der schmale Thurm", rechts am Rand: "der neue baw so / rectifiziert", im Gebäudeschnitt links: "der umbgang am schloß", rechts daneben: "klein altanus baw.", darunter links: "Der schloß graben.", rechts: "Schloß graben.", mittig im Vorhof: "Alhier ist der Vorhof", darunter links: "das Ambthause", rechts: "lustgarten", unten rechts: "die scheuren", daneben: "altes Caplans / hauß", am rechten Bildrand: "die schleuse so den / graben beschleust", darunter: "der schmale / gang im Vor / hoff biß / an den Mar / stall."; verso "50."

Cadolzburg, Ansicht des vorderen Burghofs von Südosten

Digitalisierung: Universitätsbibliothek Kassel, Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel

Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International

Standort
Universitätsbibliothek Kassel, Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel -- 2° Ms. Hass. 107 [88]
Maße
33,9 x 21,2 cm
Sprache
Kein linguistischer Inhalt
Anmerkungen
Burger 2005, S. 79, Abb. 49; Katalog Berlin 2009, S. 162f.; Kat.Nr. I.4

Urheber
Hessen-Kassel, Moritz von
Erschienen
1629
Entstanden
1629

Letzte Aktualisierung
09.04.2025, 11:22 MESZ

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Objekttyp

  • Abschnitt

Beteiligte

  • Hessen-Kassel, Moritz von

Entstanden

  • 1629

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