Coding da Vinci 2015 – Der Kultur-Hackathon benötigt Unterstützung

 

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Wie bringt man unabhängige Entwickler und Designer mit Kulturinstitutionen zusammen, gibt diesen die Chance sich auszutauschen und gemeinsam Ideen für die aktive Nutzung des digitalen Kulturerbes zu entwickeln? Die Antwort heißt: „Coding da Vinci“, der Kultur-Hackathon.

Schon im letzten Jahr stellten 16 Kulturinstitutionen 26 Datensets, welche zuvor nur schwer oder nicht zugänglich waren, unter einer offenen Lizenz zur Verfügung. Bei der öffentlichen Preisverleihung wurden den datenliefernden und interessierten Kulturinstitutionen, der Presse und den Sponsoren 17 Projekte vorgestellt. Der Erfolg der Veranstaltung ist nachhaltig: Acht Projekte wurden auf Konferenzen und Messen vorgestellt; vier Projekte sind mittlerweile als vollwertige Anwendungen zum Download verfügbar und allein 3 Projekte erarbeiten zusammen mit Experten aus Wirtschaftsunternehmen Business-Modelle, die auf EU-Ebene eingereicht werden. Nachhaltig ist auch das Material: Alle bereitgestellten Datensets und erarbeiteten Ergebnisse stehen der Allgemeinheit zur Nachnutzung unter einer offenen Lizenz zur Verfügung.

Mit „Coding da Vinci“ wurde ein Raum geschaffen, in dem Technik und Kultur miteinander interagieren: Die spielerische Verknüpfung verschiedener Datensätze ermöglicht mehr Beteiligung an Kultur, baut Barrieren ab und generiert eine verständliche Vermittlung von Kulturwissen. Durch die Zusammenarbeit von Kulturinstitutionen und Entwickler/innen entstanden mittels offener Daten digitale Kulturanwendungen, die das kreative Potenzial unseres Kulturerbes deutlich machen.

Wie kreativ diese digitalen Herangehensweisen an unser Kulturgut sind, zeigen die von der Jury prämierten Ergebnisse: In der Kategorie „most technical“ gewann die App „Alt-Berlin: Die historische Entwicklung Berlins“. Im Vorher-Nachher-Vergleich entdeckt der Nutzer das historische und das moderne Berlin und kann sich so interaktiv durch die Stadtgeschichte bewegen. In der Kategorie „most useful“ wurde das Projekt „inside 19xx“ prämiert, welches die von der „Reichsschriftkammer“ zwischen 1938 und 1941 verbannten Bücher visualisiert. Die spielerische App „zzZwitscherwecker“ gewann in der Kategorie „Out of competition“: Auf Basis der Datensätze des Naturkundemuseums Berlin muss der Nutzer, um den Wecker auszuschalten, den Vogel erraten, welcher ihn mit seinem Gesang gerade weckt.

Die Crowdfunding-Kampagne

Um Coding da Vinci auch dieses Jahr zu einem Erfolg zu machen, hat die Deutsche Digitale Bibliothek gemeinsam mit Wikimedia Deutschland, der Open Knowledge Foundation und der Servicestelle Digitalisierung Berlin eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Ziel ist es, den Kultur-Hackern mehr Zeit für die Kreativphase zu verschaffen, indem die Daten der Institutionen vorher durch Entwickler entsprechend aufbereitet werden. Die Finanzierung dieser Datenaufbereitung geschieht durch das Crowdfunding.

Vorteile entstehen so nicht nur für teilnehmenden Kultur-Hacker von Coding da Vinci, sondern auch für alle anderen Kulturinteressierten, denn die aufbereiteten Daten der Museen, Bibliotheken, Archive und Mediatheken werden Plattformen wie der Wikipedia unter freien Lizenzen bereitgestellt. Erneut steht hier der zentrale Gedanke dahinter, Wissen und Kultur kostenlos und frei zugänglich zu machen.

Die Deutsche Digitale Bibliothek bittet deshalb alle Interessierten – auch im Namen der drei Kooperationspartner – um Unterstützung bei der Crowdfunding-Kampagne. Hier geht es zur Projektseite von Coding da Vinci bei Startnext: https://www.startnext.com/codingdavinci

Call for Data!

Den teilnehmenden Kulturinstitutionen bietet Coding da Vinci die Gelegenheit, im Gespräch mit Programmierer/innen, Designer/innen und Gamer/innen einen anderen Blick auf den eigenen digitalen Bestand zu werfen und neue Zielgruppen und Interessierte sowie Förder/innen für das kulturelle Erbe zu gewinnen.

Termine

Info-Meeting für interessierte Kulturinstitutionen: 23.2. - 12 Uhr, Berlin

Um helene.hahn [at] okfn.org (Anmeldung ) wird gebeten.

Zusage der Teilnahme an Coding da Vinci: 9. März

Abgabe der Daten an die Veranstalter & Datenaufarbeitungsphase: 9. März - 1. April

Die Datensätze der teilnehmenden Kulturinstitutionen müssen unter einer offenen Lizenz (bspw. Open Source oder Open Definition) verfügbar sein, um als Institutionen teilnehmen zu können. Idealtypisch handelt es sich um Digitalisate und dazugehörige Metadaten oder eine offene API. Bei technischen und organisatorischen Fragen jeder Art erhalten teilnehmende Institutionen Unterstützung durch die Projektpartner: helene.hahn [at] okfn.org (Kontaktaufnahme) .