Archivbestand

Bogengemeinschaft Obere Brünebrede e.V.; Warendorf (Bestand)

Form und Inhalt: Vorwort
zum Bestand N 140 Bogengemeinschaft Obere Brünebrede e.V., Warendorf
Anlässlich Mariä Himmelfahrt errichten die neun Warendorfer Bogengemeinschaften am Samstag nach dem 15. August im Innenstadtbereich festlich dekorierte Bögen zur Verehrung der Jungfrau Maria. Das Vorbild der Bögen ist in Wien zu suchen, wo der Warendorfer Schreiner Johann Hermann Budde die Krönungsfeierlichkeiten für Maria Theresia und insbesondere „Triumpfbögen“ bestaunte. Seit der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts standen Holzbögen auf dem Markt, später weitere in den Straßen, durch die die Prozession führte.
Die erste Aufstellung eines Bogens in der Oberen Brünebrede erfolgte wohl um 1840. Um 1860 wurde die Bogen-Beleuchtung von Wachs- und Öllichtern auf Kokereigas umgestellt. Der heutige Bogen ist in Struktur und Form wie um 1900 und damit der älteste in Warendorf, während andere in der Kriegszeit 1939-1945 durch lange Lagerung beschädigt wurden. 1934 erhielt der Bogen eine vom Bildhauer Heinrich Friedrichs (Ostttor, Warendorf, 1912-11.8.1944, gefallen in Russland) gefertigte neue Gottesmutter-Doppelfigur, die 1977 durch die Firma Brandkamp (Oststr.) restauriert wurde. Nach der Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg wurde der Bogen 1947 erstmalig wieder aufgestellt.
Auf dem Bogen Obere Brünebrede konnten bis 1938 fünf bis sieben Musiker platziert werden. Seit 1930 begleitet die Stadt- und Feuerwehrkapelle Sendenhorst die Himmelfahrtsfeiern; 1927 war die Füchtorfer Stadtkapelle verpflichtet worden.
1994 wurde die Bogengemeinschaft als gemeinnützig anerkannt und als e.V. in das Vereinsregister eingetragen.
Der traditionelle Bogenball Obere Brünebrede/Unter Brünebrede-Königstr. wurde 1997 infolge mangelnden Zuspruchs letztmalig gefeiert. 1948 nahmen an dieser Veranstaltung noch 434 Personen teil.
Ende 2005 wurde die Bogengemeinschaft durch 25 Aktive gestützt.
Präses/Bogenväter/Vorsitzende der Bogengemeinschaft Obere Brünebrede (soweit feststellbar):
Franz Wagner (1927-1951)
Josef Stukenbrock, Brünebrede 13 (1951-1976), Ehrenpräses 1980
Helmut Feidieker, Brünebrede 15 (1976-1997), Ehrenpräses 1997
Albert Hellmann, Brünebrede 19 (1997-2005)
Ralf Sawukaytis, Lübecker Straße 1g (seit 2005)
Bestandsgeschichte
Es handelt sich überwiegend um Unterlagen des Vorsitzenden/Bogenvaters/Präses der Bogengemeinschaft sowie um Unterlagen zur Finanzierung der Vereinsvorhaben (Rechnungen, Quittungen). Die Überlieferung setzt 1893 mit Korrespondenz um die Gasversorgung des Bogens ein. Aus der Zeit der Erstaufstellung des Bogens sind keine Dokumente vorhanden.
Der Bestand wurde am 14. November 2005 in vier Kisten und einigen Rollen dem Kreisarchiv übergeben. Doppelexemplare von Plakaten, Faltblättern etc. wurden den Beständen S 3 und S9 zugeführt, darüber hinausgehende Exemplare der Bogengemeinschaft zurückgegeben. Im Bestand verblieben u.a. Plakate, Bücher, Faltblätter, Karten sowie als eine Verzeichnungseinheit (Nr. 38) erschlossene Fotos/Fotoalben.
Literatur
200 Jahre Mariä-Himmelfahrt-Feier in Warendorf, Warendorf 1952
Julius Angershausen, Legenden um die Glorreiche Jungfrau von Warendorf, 4. Aufl., Warendorf 1952
Franz Kroos (Red.), 1752-1977 - 225 Jahre Mariä Himmelfahrt in Warendorf, Warendorf 1977
Nachbarschaft Marktbogen, Maria Himmelfahrt in Warendorf, Warendorf 1925, Pfarrei St. Laurentius (Hg.), 250 Jahre Mariä Himmelfahrt in Warendorf, Warendorf 2002
Warendorf, Januar 2006
Dr. Jochen Rath

Bestandssignatur
N 140 N 140 Bogengemeinschaft Obere Brünebrede e.V.; Warendorf

Kontext
Kreisarchiv Warendorf (Archivtektonik)

Bestandslaufzeit
1893-2005

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Letzte Aktualisierung
05.11.2025, 13:59 MEZ

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Objekttyp

  • Bestand

Entstanden

  • 1893-2005

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