Archivbestand

KK Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken (Bestand)

1. Zum BestandDas Archiv des Ev. Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken wurde 1997-1999 im Landes-kirchlichen Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen verzeichnet und 2012-2013 durch einen Nachtrag erweitert. Es umfasst insgesamt 1800 Verzeichnungseinheiten, die sich über den Zeitraum von 1734 bis 2014 erstreckenDa das Schriftgut keine Einbindung in einen zentralen Registraturplan erfahren hatte, bot sich bei der Verzeichnung eine umfassende Neuordnung an, wie sie sich aus der Gliederung im Inhaltsverzeichnis des vorliegenden Findbuches ergibt. Es ist zu unterscheiden zwischen den Akten der zentralen Verwaltung (Hauptgruppen 1-9) und den Ortsakten zu den Kirchenge-meinden (Hauptgruppe 10). Allerdings ergeben sich bei den Ortsakten Überschneidungen auf-grund der zeitweise bestehenden pfarramtlichen Verbindungen von Gemeinden oder Auspfar-rungen von Pfarrbezirken aus ihrer "Muttergemeinde". In diesen Fällen sind - gemäß den an entsprechender Stelle angebrachten Verweisen - auch die Akten zur jeweils anderen Gemein-de zu berücksichtigen. Die Untergliederung der Ortsakten für jede Kirchengemeinde erfolgte analog der Hauptgruppen (1-9) der Akten der zentralen Verwaltung. Die aufgeführten Kir-chengemeinden spiegeln den tatsächlich vorgefundene Aktenbestand wider: Daher finden sich hier auch Kirchengemeinden, die in dieser Form heute nicht mehr existieren. Bei Recherchen hinzuzuziehen ist auch unbedingt das Archiv des Kirchenkreises Tecklenburg (LkA EKvW 4.197), in dem sich Ortsakten zu den Kirchengemeinden Burgsteinfurt, Emsdetten, Gronau und Ochtrup noch aus der Zeit der Zugehörigkeit dieser Gemeinden zur Tecklenburger Synode (s. unter 2. Zur Geschichte des Kirchenkreises und seiner Gemeinden) befinden.Bei der Verzeichnung des ersten Teils 1997-1998 waren ursprünglich auch Personalakten aus-geschiedener Mitarbeiter in das Archiv aufgenommen worden. Im Zuge der Einarbeitung des Nachtrags 2012 wurden diese aber wieder entnommen und nicht mehr rechtserhebliche Perso-nalakten vernichtet. Hintergrund ist eine Entscheidung des Landeskirchlichen Archivs, die Archivierung von Personalaktenregistraturen nur in ausgewählten Kirchenkreisen der EKvW vorzunehmen. In der Hauptgruppe 12. Verwaltung der Kirchengemeinden in der Subsynode Wesel sind zent-rale Akten über diejenigen Kirchengemeinden zusammengefasst, die aufgrund ihrer großen Entfernung zu den übrigen westfälischen Parochien bis zur Errichtung des Kirchenkreises Münster 1872 zur Subsynode Wesel und somit zur Rheinischen Kirchenprovinz gehört hatten. Es handelt sich um die Kirchengemeinden Anholt, Bocholt, Gemen, Oeding, Suderwick und Werth.Bei der Verzeichnung erhielten die Akten fortlaufende Nummern, die als gültige Archivsig-naturen im Findbuch ganz links neben dem jeweiligen Aktentitel aufgeführt sind. Unterhalb des Aktentitels geben die Vermerke "Enthält, Enthält nur, Enthält u.a., Enthält v.a., Ent-hält auch" eingrenzende oder weiterführende Auskünfte über den Inhalt. Unter "Darin" sind besondere Schriftgutarten wie Druckschriften, Presseberichte, Bauzeichnungen oder Fotos aufgelistet. Nach den Erschließungsvermerken folgt die Altsignatur, falls sie auf der Akte vermerkt war. Die Angabe "Synode Wesel" findet sich bei Akten von Kirchengemeinden, die früher zur Subsynode Wesel zählten (s.o.), der Zusatz "Synode Münster" deutet auf Akten solcher Kirchengemeinden hin, die bei Gründung des Kirchenkreises Steinfurt an diesen von der Synode Münster aus übergingen. Ganz rechts schließen sich die Laufzeiten der Archivali-en an. Zu beachten sind hier zwei verschiedene Arten von Klammern: ( ) verweisen bei Ab-schriften auf das Datum des Originals, [ ] kennzeichnen erschlossene Jahresangaben undatier-ter Schriftstücke. Sofern die Benutzung nicht zu Verwaltungszwecken erfolgt, unterliegen gemäß ᄃ 7 (1) Kir-chengesetz zur Sicherung und Nutzung von kirchlichem Archivgut in der Evangelischen Kir-che der Union (Archivgesetz - ArchG) vom 6.5.2000 sämtliche Archivalien einer 30-jährigen Sperrfrist (gerechnet nach dem Ende ihrer Laufzeit). Für personenbezogene Akten gelten laut ᄃ 7 (2) ArchG zusätzlichen Schutzfristen. Diese Archivalien dürfen auch nach Ablauf der all-gemeinen Sperrfrist erst 10 Jahre nach dem Tod der betreffenden Person eingesehen werden. Ist das Todesdatum nicht feststellbar, bemisst sich diese Frist auf 90 Jahre nach der Geburt. Bei Akten, die nicht explizit personenbezogen angelegt sind, aber dennoch schützenswerte Belange enthalten, weist der Zusatz: - Personenschutzfristen beachten! - auf diesen besonde-ren Umstand hin.Kassiert wurde nicht archivwürdiges Schriftgut im Rahmen der Aufbewahrungs- und Kassati-onsordnung der Evangelischen Kirche von Westfalen vom 20.2.2003 bzw. des Aufbewah-rung- und Kassationsplans vom 19.12.2006.2. Zur Geschichte des Kirchenkreises und seiner Gemeinden Der Kirchenkreis Steinfurt wurde mit Wirkung vom 1.1.1953 durch Teilung des Kirchenkrei-ses Münster gegründet. 1972 änderte sich sein Name in "Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld", 1987 erhielt er seine heutige Bezeichnung "Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken" . Die vier ältesten Kirchengemeinden im heutigen Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken stammen aus der Zeit der Reformation:Gronau seit 1544 lutherisch, seit 1588 reformiertBurgsteinfurt seit 1544/1564 lutherisch, seit 1588 reformiertGemen seit 1561 lutherisch, 1818 Union mit der 1702 gegründeten reformierten GemeindeWerth seit 1567 reformiert, 1818 Union mit der 1652 gegründeten lutherischen GemeindeDas anfänglich sehr verbreitete evangelische Bekenntnis wurde infolge des Dreißigjährigen Krieges und der sich anschließenden Gegenreformation durch den Fürstbischof von Münster stark zurückgedrängt. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts konnten sich daher nur die genann-ten vier evangelischen Gemeinden behaupten. Zu dieser Zeit gewährte der Fürst zu Salm-Salm den evangelischen Einwohnern seines Gebietes bereits Religionsfreiheit, und 1786 entstanden in Anholt eine lutherische und eine reformierte Gemeinde. In Coesfeld wurde 1803 durch den Grafen von Salm-Grumbach als neuen Landesherrn im Amt Horstmar der evangelische Got-tesdienst eingeführt. Die eigentliche Wende begann mit der Säkularisation des Fürstbistums Münster 1803, die den evangelischen Einwohnern nun auch auf dem Gebiet des Bistums Re-ligionsfreiheit brachte. Nach dem Wiener Kongress 1815 fiel schließlich das gesamte West-münsterland an die Könige von Preußen, die selbst dem reformierten Bekenntnis angehörten.Bei der ersten Diözesaneinteilung der neuen preußischen Kirchenprovinz Westfalen 1818 wurden die Kirchengemeinden Burgsteinfurt, Coesfeld und Gronau dem Kirchenkreis Teck-lenburg zugeordnet. Die Gemeinden Gemen und Werth (Anholt besaß noch keine eigenstän-dige Pfarrstelle) fanden dabei keine Erwähnung, obwohl sie ebenfalls der Kirchenaufsicht des westfälischen Provinzialkonsistoriums unterstanden . Der Grund lag in dem Wunsch dieser Gemeinden, sich der bisherigen Tradition folgend in geistlicher Hinsicht zu den näher gelege-nen Gemeinden der Kreissynode Wesel in der rheinischen Kirchenprovinz zu orientieren. In-nerhalb der Kreissynode Wesel bildeten sie fortan die sogenannte Subsynode Wesel. Dieser Sonderstatus endete erst mit der Errichtung des Kirchenkreises Münster 1872. Er wurde ge-bildet aus Teilen der Kirchenkreise Bochum und Tecklenburg, darunter neben Coesfeld die neuerrichteten KirchengemeindenBocholt 1819 gegründetOeding 1823 gegründet, in pfarramtlicher Verbindung mit Gemen bis 1962Ahaus und Vreden 1847 gegründet, in pfarramtlicher Verbindung bis 1950Dülmen 1857 gegründet, in pfarramtlicher Verbindung mit Haltern (heute Kir-chenkreis Recklinghausen) bis 1951Auch die Gemeinden der bisherigen Subsynode Wesel, die inzwischen Anholt, Bocholt (mit Suderwick als Gastgemeinde), Gemen-Oeding und Werth umfasste, wurden in den neuen Kirchenkreis Münster eingegliedert . In der Folgezeit entstanden auf dem Gebiet des späteren Steinfurter Kirchenkreises weitere Kirchengemeinden, als kleine und finanzschwache Diasporagemeinden z.T. wiederum in pfarramtlichen Verbindungen: Suderwick 1882 selbständig; zuvor 1820-1863 als Gastgemeinde zu Bocholt und danach im Filialverband zur (seit 1830 selbständigen) Kirchengemein-de Anholt Emsdetten 1887 selbständig, zuvor seit 1867 Filialgemeinde zu Rheine, seit Aus-pfarrung der Gemeinde Greven (heute Kirchenkreis Münster) 1895 pfarramtliche Verbindung mit dieser bis1948 Ochtrup 1895 selbständig durch Auspfarrung aus Gronau, bis 1928 in pfarramt-licher Verbindung mit GronauDie Kirchengemeinden Burgsteinfurt, Emsdetten und Gronau und Ochtrup verblieben übri-gens noch bis 1933 im Kirchenkreis Tecklenburg und kamen erst dann zum Kirchenkreis Münster.Eine weitere Welle von Gemeindegründungen schloss sich nach dem Zweiten Weltkrieg an: Infolge des Zustroms vieler Heimatvertriebener wuchsen die bestehenden Kirchengemeinden so stark an, dass es zu Auspfarrungen kam:Borghorst-Horstmar 1953, aus BurgsteinfurtRhede 1961, aus BocholtBorken 1966, aus GemenBillerbeck-Nottuln 1980, aus CoesfeldGescher-Reken 1987, aus CoesfeldNordwalde-Altenberge 1987, aus EmsdettenBereits 1953 war eine Aufteilung des Kirchenkreises Münster notwendig geworden. So ent-stand der Kirchenkreis Steinfurt mit damals 14, heute 20 Kirchengemeinden. Von 1972 bis 2001 waren Suderwick und Anholt pfarramtlich verbunden, danach Anholt und Werth und seit 2006 gibt es eine pfarramtliche Verbindung der drei Gemeinden Anholt, Suderwick und Werth. Im Jahr 2003 ist die Kirchengemeinde Billerbeck-Nottuln in die beiden neuen Kir-chengemeinden Billerbeck und Nottuln geteilt worden. Seit 2010 trägt die Kirchengemeinde Ochtrup den Namen Ochtrup-Metelen. Recht jung ist die Vereinigung von Oeding und Vre-den-Stadtlohn 2012 zur Kirchengemeinde Oeding-Vreden-Stadtlohn. Superintendenten im Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken waren:1953 - 1964 Friedrich Brune1964 - 1968 Ernst Kochs1969 - 1977 Walter Nolting1978 - 1985 Walter Wahlbrink1986 - 1996 Hans-Werner Pohl1996 - 2005 Rolf KrebsSeit 2005 Joachim AnickerBielefeld, im Juni 2013

Reference number of holding
FB Steinfurt KK

Context
Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen (Archivtektonik) >> 10. Archive bei kirchlichen Körperschaften >> 10.1. KK Kirchenkreise

Date of creation of holding
1734 - 2010

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Last update
05.11.2025, 1:59 PM CET

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Object type

  • Bestand

Time of origin

  • 1734 - 2010

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