Bestand
Reichsbeauftragter für die deutsche Filmwirtschaft (Bestand)
Geschichte des Bestandsbildners:
Das Jahr 1937 leitete den Beginn des zweiten Abschnitts der
nationalsozialistischen Reform des deutschen Filmschaffens ein. Große
Filmfirmen gingen in staatsmittelbaren Besitz des Reiches über. Der
Hauptaktionär der Ufa, Alfred Hugenberg, "übergab" die Aktien dem Reich.
Die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Belange der Firmen übernahm der von
Goebbels ernannte Reichsbeauftragte für die deutsche Filmwirtschaft, Max
Winkler [Vgl. Drewniak, Boguslaw: Der deutsche Film 1938-1945. Ein
Gesamtüberblick. Droste Verlag 1987, S.19].
Zu
seinen Aufgaben gehörten u.a.:
- Gründung, Fusion
und Auflösung deutscher Filmgesellschaften,
-
Bestellung ihrer Gremien und Bemessung der Bezüge, auch der leitenden
Angestellten,
- Bestimmungen des Aufgabenbereichs
der Dachgesellschaft und der ihr nachgeordneten Gesellschaften,
- Finanzierung der Filmgesellschaften und Sicherung des
Organverhältnisses,
- Erwerb und Führung von
Ateliers, Filmbearbeitungsanstalten und Theatern und anderen
Filmbetrieben, sowie Beteiligungen daran im In- und Ausland [R 109 III/ 2
Organisationsplan für das deutsche Filmwesen 1944].
Winklers Büro befand sich in Berlin, Brückenallee 3 und war als
besondere Abteilung der 1929 gegründeten "Cautio Treuhand GmbH"
angegliedert.
Die wichtigsten Mitarbeiter Winklers
bei der Cautio waren neben den Geschäftsführern Friedrich Merten und
Willy Imhof der Jurist Bruno Pfennig als Vertreter Winklers,
Verbindungsmann zur Reichsfilmkammer und Vorsitzender der
Geschäftsführung der Ufa Film GmbH sowie der Rechtsanwalt Dr. Günther
Dahlgrün, der 1941 zur Cautio kam und bald zum engsten Mitarbeiter und
ständigen Vertreter Winklers wurde.
Organisatorisch unterstand der Reichsbeauftragte für die deutsche
Filmwirtschaft dem Leiter der Abteilung Film im Reichsministerium für
Volksaufklärung und Propaganda, dem auch die Belange der Filmkunst
vorbehalten waren.
Die Finanzierung der
"reichsmittelbaren" Filmwirtschaft erfolgte unter Beteiligung des
Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda und bezog sich vor
allem auf den Bau von größeren Ateliers und Kinos sowie die
Filmherstellung.
Bestandsbeschreibung: Archivische
Bearbeitung
Die hier vorliegenden 46 Bände
umfassen v.a. den Zeitraum 1943 bis April 1945. Sie wurden 1967 vom
Berlin Document Center an das Bundesarchiv abgegeben und 1996 nach
Berlin-Lichterfelde verlagert.
Kassationen wurden
im Hinblick auf die geringe Überlieferung nicht vorgenommen, obwohl ein
relativ großer Teil der Akten lediglich Unterlagen zur Personalsituation
(UK-Stellungen, Lohn- und Gagenzahlungen) sowie zur Rohstoff- und
Gerätebeschaffung einnimmt. Die zum Teil eigenwillige und unsystematische
Aktenablage erschwerten die Erschließung.
Als
Folge der kurzen Laufzeit versprechen einzelne Titel mehr als der Inhalt
des Bandes wirklich hergibt. Dennoch gibt der Bestand einen gewissen
Einblick in die filmwirtschaftlichen Entwicklungen der letzten
Kriegsjahre. Besonders deutlich werden die mit dem "totalen
Kriegseinsatz" verbundenen Probleme.
Über den
Verbleib des Schriftgutes aus der Zeit vor 1943 liegen keine
Informationen vor. Es ist aber zu vermuten, dass diese Akten bei einem
Luftangriff am 22. November 1943, der auch das Büro der Cautio zerstörte,
vernichtet wurden.
Der Bestand wurde 1981 durch
Herrn Ganser verzeichnet.
Bei der Eingabe in die
Datenbank wurden die Aktentitel weitestgehend unverändert
übernommen.
Zitierweise
BArch R 109III/...
Erschließungszustand:
Online-Findbuch (2004).
Zitierweise: BArch R
109-III/...
- Bestandssignatur
-
Bundesarchiv, BArch R 109-III
- Umfang
-
46 Aufbewahrungseinheiten
- Sprache der Unterlagen
-
deutsch
- Kontext
-
Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Norddeutscher Bund und Deutsches Reich (1867/1871-1945) >> Kultus, Wissenschaft, Propaganda
- Verwandte Bestände und Literatur
-
Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv: Wichtige ergänzende Überlieferungen bilden die Akten des Bestandes R 55 Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda sowie die Bestände R 109 I Universum Film AG und R 109 II Reichsfilmintendanz.
Literatur: Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991, Teil 1, S. 319.
- Bestandslaufzeit
-
1940-1946
- Weitere Objektseiten
- Provenienz
-
Reichsbeauftragter für die deutsche Filmwirtschaft, 1937-1945
- Online-Beständeübersicht im Angebot des Archivs
- Zugangsbeschränkungen
-
Besondere Benutzungsbedingungen: Bundesarchivgesetz, Verordnung über die Benutzung von Archivgut beim Bundesarchiv
- Letzte Aktualisierung
- 16.01.2024, 08:43 MEZ
Datenpartner
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Objekttyp
- Bestand
Entstanden
- 1940-1946