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Amt und Justizamt Gröbzig (Bestand)

Bestandssignatur:
Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Z 49 (Benutzungsort: Dessau)
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Kontext:
Landesarchiv Sachsen-Anhalt (Archivtektonik) >> 03. Land Anhalt und territoriale Vorgänger (941 - 1945) >> 03.02. Anhaltische Teilfürstentümer 1603 - 1848 >> 03.02.02. Anhalt-Dessau (1603/06 - 1848) >> Z 49 - 56 Ämter und Stadtgerichte
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Bestandslaufzeit:
1770, 1819 - 1830
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Bestandsbeschreibung:
Findhilfsmittel: Findbuch 2011 (online recherchierbar)

Registraturbildner: Im 16. Jahrhundert setzte sich in Anhalt eine Ämterverfassung durch. Den Ämtern stand ein Amtmann vor, der wirtschaftlich-polizeiliche, jurisdiktionelle und finanzielle Funktionen hatte. Er führte u.a. die Personalaufsicht, verwaltete Einnahmen und Ausgaben, hatte für Grenzregulierungen in den Feldmarken und Wegebesserungen zu sorgen und beaufsichtigte Forsten und Fischereien. Er war für die Wahrung der öffentlichen Sicherheit zuständig.
Der Amtmann wirkte als Untersuchungsrichter in erster Instanz, der gleichzeitig gerichtliche Vollziehungsgewalt sowie das Recht zur Urteilsverkündung besaß.
Zur Unterstützung seiner Tätigkeit wurden ihm Unterbeamte zugeordnet.

Um 1710 existierten in Anhalt-Dessau die 6 Ämter: Dessau, Wörlitz, Radegast, Sandersleben, Freckleben und Großalsleben. Durch den Ankauf adliger Güter und die Zerbster Landesteilung von 1797 kamen weitere 8 Ämter, darunter Gröbzig, hinzu.
Das Schloss und der Flecken Gröbzig gehörten ursprünglich der alten Bernburger Linie, kamen 1466 durch die Schenkung Bernhards VI. von Anhalt an das Erzstift Magdeburg, von dem es die anhaltischen Fürsten als Lehen erhielten. 1509 verkaufte es Georg von Anhalt an Hans von Dieskau, löste es 1511 wieder von demselben ein und veräußerte es an Fabian von Schaderitz, dessen Erben es 1567 an die von Werder verkauften. In der Landesteilung von 1603/06 fiel das Amt an das Fürstentum Anhalt-Bernburg. Am 22. Dezember 1717 verkaufte der Erbprinz Karl Friedrich von Bernburg das Amt mit Landeshoheit und Lehnsherrlichkeit an Leopold I. von Anhalt-Dessau, welcher es 1718 in Besitz nahm. Gleichzeitig erwarb Fürst Leopold die Güter der Herren von Werder in Gröbzig und Werdershausen und einzelne Grundstücke, u.a. in Sixdorf und Cattau.

1819 sind die nunmehr 14 Ämter des Herzogtums Anhalt-Dessau zu den folgenden 7 Justizämtern vereinigt worden: Dessau, Oranienbaum, Qualendorf, Gröbzig, Sandersleben, Großalsleben und Zerbst.
Zum Justizamt Gröbzig gehörten administrativ-territorial die Stadt Gröbzig und die Dörfer Pfaffendorf, Werdershausen, Cattau, Dohndorf, Ilbersdorf, Pfitzdorf, Cörmigk, Sixdorf, Wiendorf, Berwitz, sowie Gerlebogk.

Die im Zuge der Revolution von 1848/49 erlassene Gemeindeordnung für die Herzogtümer Anhalt-Dessau und -Köthen vom 24.02.1849 führte zur Auflösung der Justizamtsbezirke auf der unteren Ebene und zur Bildung der Kreise Dessau, Köthen und Zerbst. Die Verwaltungsaufgaben der ehemaligen Justizämter wurden nunmehr von den neu gebildeten Kreisdirektionen, die jurisdiktionellen Funktionen von Kreisgerichten und Kreisgerichtskommissionen übernommen.

Bestandsinformationen: Akten des Amts und Justizamts Gröbzig gelangten Ende des 19. Jahrhunderts in das 1872 neu gegründete Anhaltische Haus- und Staatsarchiv Zerbst und wurden dort unabhängig von ihrer Provenienz gemeinsam mit den Akten der anderen Anhalt-Dessauer Hof- und Staatsbehörden in den neu gebildeten Pertinenzbestand "Abteilung Dessau" integriert, der in dieser Ordnung noch heute unter der Bestandssignatur Z 44 überliefert ist.

Weitere Übergaben von Justizamtsakten durch die anhaltischen Behörden und Amtsgerichte erfolgten in den 20er/30er Jahren des 20. Jahrhunderts an das Anhaltische Staatsarchiv Zerbst. Die in den Abgaben ermittelten Akten der Provenienz "Amt und Justizamt Gröbzig" wurden zu dem vorliegenden Provenienzbestand formiert und im Jahr 2009 erschlossen. 2011 erfolgte die Erstellung eines Findbuchs.
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Umfang:
Laufmeter: 0.1
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Rechteinformation:
Rechteinformation beim Datenlieferanten zu klären.
Letzte Aktualisierung: 12.08.2021, 08:45 MESZ