Bild
Frauenbildnis in grünem Dolman
Habermann malte seit den 1890er-Jahren mit Vorliebe Bildnisse mondäner Frauen in kapriziöser Haltung – Porträts wie Idealfiguren. Dabei trug er den sich wandelnden Kunstströmungen Rechnung. Häufig zeigt er seine Modelle elegant nach vorn gelehnt; Hüte, Perlenketten, Pelze tragen zur Charakteristik der Personen bei. Ein kühnes Bildnis in Farbe und Komposition ist auch die Frau mit einem übergeworfenen Dolman, so die damals gebräuchliche Bezeichnung für die modische Umsetzung der Uniformjacke ungarischer Husaren. Sie beugt sich vom rechten Bildrand her in Richtung einer kostbaren Vase auf einem Sockel. Der Hintergrund ist rosé-graublau gestrichelt, den kräftigsten Ton gibt die namensgebende grüne Samtjacke. Fritz von Ostini, der anlässlich des 60. Geburtstags von Habermann eine Monografie über diesen verfasste, sah das Gemälde im Sommer 1911 noch im Atelier des Künstlers. „Er geht auch technisch weiter und experimentiert, versucht es, seine Farben in kälterem Licht funkeln zu lassen und findet neue Varianten des Themas: Vom Weibe. Da steht das Bildnis einer schönen russischen Dame in grünem Dolman und turbanartigem Hut“ (Fritz von Ostini, Hugo von Habermann, München 1912, S. 156). Im angefügten Werkkatalog ist das Porträt als „Bildnis Frl. K. Mit grüner, verschnürter Samtjacke“ aufgeführt (ebd., Anhang, S. 12). | Angelika Wesenberg
- Standort
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Alte Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin
- Inventarnummer
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A III 328
- Maße
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Höhe x Breite: 101 x 71,5 cm
Rahmenmaß: 115,5 x 86 x 10 cm
- Material/Technik
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Öl auf Leinwand
- Ereignis
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Erwerb
- (Beschreibung)
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1954 Überweisung des Ministeriums für Kultur als Teil des Freundschaftsgeschenks der Volksrepublik Polen an die DDR
- Ereignis
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Herstellung
- (wer)
- (wann)
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1911
- Letzte Aktualisierung
- 08.08.2023, 11:02 MESZ
Datenpartner
Alte Nationalgalerie. Bei Fragen zum Objekt wenden Sie sich bitte an den Datenpartner.
Objekttyp
- Bild
Beteiligte
Entstanden
- 1911