Archivbestand

Sammlung Wilhelm Niemöller (Bielefelder Archiv des Kirchenkampfes) (Bestand)

Die Sammlung Wilhelm Niemöllers zum Kirchenkampf in der Zeit des Nationalsozialismus kann wohl zu Recht mit als der bedeutendste Bestand des Landeskirchlichen Archivs bezeichnet werden. Zusammengetragen wurde sie von dem Bielefelder Pfarrer Wilhelm Niemöller, einem Bruder von Dr. Martin Niemöller. 1963 übergab Wilhelm Niemöller seine 1933 begonnene Privatsammlung dem Landeskirchlichen Archiv. Stellvertretend für die vielen darin enthaltenen Sammlungen seien folgende herausragende Teile erwähnt: die Sammlung des Präsidiums der Deutschen Evangelischen Kirche, die Sammlung Westfälischer Bruderrat, die Sammlung Karl Lücking, die Sammlung D. Martin Niemöller und die Sammlung D. Hermann Hesse. Zu den wertvollsten Stücken gehört die redigierte Urfassung der Erklärung der Barmer Bekenntnissynode vom 31. Mai 1934.I. Entstehung und BestandDie Anfänge des Bielefelder Archivs zum Kirchenkampf reichen bis in das Jahr 1933 zurück.Wilhelm Niemöller legte von der Fülle des Materials, das ihm als Bekenntnispfarrer zufiel(Predigten, Vorträge, Synoden etc.) diverse Handakten an. So entstand im Laufe der Jahre einumfangreiches Privatarchiv.Nach Kriegsende bemühte sich W. Niemöller, angeregt durch eine kleinere Arbeit über den "Kirchenkampf im Dritten Reich", die er verfasste, kontinuierlich um Erweiterungen und Ergänzungen seines Archivs.Neben zahlreichen kleineren Sammlungen von Einzelpersonen (Martin Niemöller, Birger Forell,Ludwig Steil, Wilhelm Harnisch, Gustav Heinemann u.a.), Sammlungen einzelner Landeskirchen, Sammlungen von Gesetz-, Amts- und Flugblättern, Zeitschriften, Prozessakten etc., gelangten drei große Sammlungen in den Besitz W. Niemöllers:1. Sammlung des Präsidiums der Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche (DEK)Die Sammlung gibt Aufschluß über die Entstehung sowie den Auf- und Ausbau der Bekennenden Kirche (BK), enthält v.a. Protokolle der Sitzungen des Reichsbruderrates, theologischer und juristischer Ausschüsse, Gutachten und Denkschriften, Rundbriefe einzelner Bekenntnisgemeinschaften und Bestellerverzeichnisse.2. Sammlung D. Hermann HesseDiese Sammlung berücksichtigt insbesondere die rheinische Kirchengeschichte und Angelegenheiten, die mit dem reformierten Bekenntnis zusammenhängen.3. Sammlung des Westfälischen Bruderrates (Lücking)Hier liegt der Schwerpunkt auf Westfalen. Die Akten stammen von Vizepräsident Lücking, von dem auch die darin vorfindlichen handschriftlichen und stenographischen Aufzeichnungen sind.Auf Beschluß der EKvW vom 19./20. Juni 1963 ging das Privatarchiv am 11. Juli 1963 in den Besitz des Landeskirchlichen Archivs über. Hierzu liegt eine Überfuhrungsvereinbarung zwischen der EKvW, vertreten durch die Kirchenleitung, und Pfr. D. Wilhelm Niemöller vor.Diverse Auseinandersetzungen zwischen Pfr. D. W. Niemöller und der EKvW führten am 9. Juli 1965 zur Rückführung einzelner Sammlungen an die Familie Niemöller, worunter sich v.a. die bedeutenden stenographischen Aufzeichnungen der wichtigsten BK-Synoden befinden (erstellt von Dr. Karl Bode).Der heutige, nun geordnete und verzeichnete Bestand umfaßt 934 Aktennummern bzw. Aktentitel mit jeweils zwei und mehr Fascikeln. Er befindet sich als Loseblattsammlung in Klappmappen, die im Magazin des Landeskirchlichen Archivs verwahrt werden und für wissenschaftliche Arbeiten zur Verfügung stehen.II. Verzeichnungsgrundsätze, BenutzerhinweiseDie Aktennummern wurden beibehalten, da sie unter diesen Nummern bereits in der wissenschaftlichen Literatur zitiert sind. So tauchen z.B. - auch unter Berücksichtigung ihrerProvenienz - "Landeskirchen" an verschiedenen Stellen innerhalb des Gesamtbestandes auf(Nr. 153 - 255, Nr. 716 - 746, Nr. 820 - 825, Nr. 843 - 869).Jedes Aktenfascikel ist chronologisch geordnet worden, wobei das älteste Dokument jeweils am Anfang der Akte liegt. Diese chronologische Ordnung erforderte häufig eine Umstellung der Fascikel, (aus Fasc. 1 wurde Fasc. 2 und umgekehrt). Die alte Fasc.-Nr. erscheint dann in Klammern gesetzt unter der neuen Fasc.-Nr.Innerhalb der Akten wurden Schriftstückgruppen gebildet wie Rundschreiben, Korrespondenz, Zeitungsartikel, Predigten, Synodendokumente etc.. Hierbei ist die Chronologie gewahrt worden. Bedeutende Verfasser und Themen sind im einzelnen aufgeführt.Alle Schriftstücke, die keiner Gruppe zugeordnet werden konnten, sog. Varia, sind - falls relevant - als Einzeldokumente verzeichnet und in die von den Gruppen vorgegebene Chronologie an entsprechender Stelle eingefügt worden.Unter intus-Vermerk finden sich diejenigen Schriftstücke, die entweder aus dem chronologischen oder thematischen Rahmen der betreffenden Akten herausfallen.III. Arbeiten von Wilhelm Niemöller (in Auswahl)Bielefelder Dokumente zum Kirchenkampf, Bielefeld 1947Bekennende Kirche in Westfalen, Bielefeld 1952Die Evangelische Kirche im Dritten Reich. Handbuch des Kirchenkampfes, Bielefeld 1956Karl Koch: Präses der Bekenntnissynoden, Bethel 1956Die zweite Bekenntnissynode der DEK zu Dahlem, Göttingen 1958Die vierte Bekenntnissynode der DEK zu Bad Ocynhausen, Göttingen 1960Aus dem Leben eines Bekenntnispfarrers, Bielefeld 1961Chronik des Kirchenkampfes in der Kirchenprovinz Westfalen mit einem Nachwort von KarlLücking, Bielefeld 1962Die dritte Bekenntnissynode der DEK zu Augsburg, Göttingen 1969Die Synode zu Steglitz. Die dritte Bekenntnissynode der EKdAPU, Göttingen 1970Bielefeld, den 21.04.1995 (Christine Koch)

Form und Inhalt: Die Sammlung Wilhelm Niemöllers zum Kirchenkampf in der Zeit des Nationalsozialismus kann wohl zu Recht mit als der bedeutendste Bestand des Landeskirchlichen Archivs bezeichnet werden. Zusammengetragen wurde sie von dem Bielefelder Pfarrer Wilhelm Niemöller, einem Bruder von Dr. Martin Niemöller. 1963 übergab Wilhelm Niemöller seine 1933 begonnene Privatsammlung dem Landeskirchlichen Archiv. Stellvertretend für die vielen darin enthaltenen Sammlungen seien folgende herausragende Teile erwähnt: die Sammlung des Präsidiums der Deutschen Evangelischen Kirche, die Sammlung Westfälischer Bruderrat, die Sammlung Karl Lücking, die Sammlung D. Martin Niemöller und die Sammlung D. Hermann Hesse. Zu den wertvollsten Stücken gehört die redigierte Urfassung der Erklärung der Barmer Bekenntnissynode vom 31. Mai 1934.
I. Entstehung und Bestand
Die Anfänge des Bielefelder Archivs zum Kirchenkampf reichen bis in das Jahr 1933 zurück.
Wilhelm Niemöller legte von der Fülle des Materials, das ihm als Bekenntnispfarrer zufiel
(Predigten, Vorträge, Synoden etc.) diverse Handakten an. So entstand im Laufe der Jahre ein
umfangreiches Privatarchiv.
Nach Kriegsende bemühte sich W. Niemöller, angeregt durch eine kleinere Arbeit über den "Kirchenkampf im Dritten Reich", die er verfasste, kontinuierlich um Erweiterungen und Ergänzungen seines Archivs.
Neben zahlreichen kleineren Sammlungen von Einzelpersonen (Martin Niemöller, Birger Forell,
Ludwig Steil, Wilhelm Harnisch, Gustav Heinemann u.a.), Sammlungen einzelner Landeskirchen, Sammlungen von Gesetz-, Amts- und Flugblättern, Zeitschriften, Prozessakten etc., gelangten drei große Sammlungen in den Besitz W. Niemöllers:
1. Sammlung des Präsidiums der Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche (DEK)
Die Sammlung gibt Aufschluß über die Entstehung sowie den Auf- und Ausbau der Bekennenden Kirche (BK), enthält v.a. Protokolle der Sitzungen des Reichsbruderrates, theologischer und juristischer Ausschüsse, Gutachten und Denkschriften, Rundbriefe einzelner Bekenntnisgemeinschaften und Bestellerverzeichnisse.
2. Sammlung D. Hermann Hesse
Diese Sammlung berücksichtigt insbesondere die rheinische Kirchengeschichte und Angelegenheiten, die mit dem reformierten Bekenntnis zusammenhängen.
3. Sammlung des Westfälischen Bruderrates (Lücking)
Hier liegt der Schwerpunkt auf Westfalen. Die Akten stammen von Vizepräsident Lücking, von dem auch die darin vorfindlichen handschriftlichen und stenographischen Aufzeichnungen sind.
Auf Beschluß der EKvW vom 19./20. Juni 1963 ging das Privatarchiv am 11. Juli 1963 in den Besitz des Landeskirchlichen Archivs über. Hierzu liegt eine Überfuhrungsvereinbarung zwischen der EKvW, vertreten durch die Kirchenleitung, und Pfr. D. Wilhelm Niemöller vor.
Diverse Auseinandersetzungen zwischen Pfr. D. W. Niemöller und der EKvW führten am 9. Juli 1965 zur Rückführung einzelner Sammlungen an die Familie Niemöller, worunter sich v.a. die bedeutenden stenographischen Aufzeichnungen der wichtigsten BK-Synoden befinden (erstellt von Dr. Karl Bode).
Der heutige, nun geordnete und verzeichnete Bestand umfaßt 934 Aktennummern bzw. Aktentitel mit jeweils zwei und mehr Fascikeln. Er befindet sich als Loseblattsammlung in Klappmappen, die im Magazin des Landeskirchlichen Archivs verwahrt werden und für wissenschaftliche Arbeiten zur Verfügung stehen.
II. Verzeichnungsgrundsätze, Benutzerhinweise
Die Aktennummern wurden beibehalten, da sie unter diesen Nummern bereits in der wissenschaftlichen Literatur zitiert sind. So tauchen z.B. - auch unter Berücksichtigung ihrer
Provenienz - "Landeskirchen" an verschiedenen Stellen innerhalb des Gesamtbestandes auf
(Nr. 153 - 255, Nr. 716 - 746, Nr. 820 - 825, Nr. 843 - 869).
Jedes Aktenfascikel ist chronologisch geordnet worden, wobei das älteste Dokument jeweils am Anfang der Akte liegt. Diese chronologische Ordnung erforderte häufig eine Umstellung der Fascikel, (aus Fasc. 1 wurde Fasc. 2 und umgekehrt). Die alte Fasc.-Nr. erscheint dann in Klammern gesetzt unter der neuen Fasc.-Nr.
Innerhalb der Akten wurden Schriftstückgruppen gebildet wie Rundschreiben, Korrespondenz, Zeitungsartikel, Predigten, Synodendokumente etc.. Hierbei ist die Chronologie gewahrt worden. Bedeutende Verfasser und Themen sind im einzelnen aufgeführt.
Alle Schriftstücke, die keiner Gruppe zugeordnet werden konnten, sog. Varia, sind - falls relevant - als Einzeldokumente verzeichnet und in die von den Gruppen vorgegebene Chronologie an entsprechender Stelle eingefügt worden.
Unter intus-Vermerk finden sich diejenigen Schriftstücke, die entweder aus dem chronologischen oder thematischen Rahmen der betreffenden Akten herausfallen.
III. Arbeiten von Wilhelm Niemöller (in Auswahl)
Bielefelder Dokumente zum Kirchenkampf, Bielefeld 1947
Bekennende Kirche in Westfalen, Bielefeld 1952
Die Evangelische Kirche im Dritten Reich. Handbuch des Kirchenkampfes, Bielefeld 1956
Karl Koch: Präses der Bekenntnissynoden, Bethel 1956
Die zweite Bekenntnissynode der DEK zu Dahlem, Göttingen 1958
Die vierte Bekenntnissynode der DEK zu Bad Ocynhausen, Göttingen 1960
Aus dem Leben eines Bekenntnispfarrers, Bielefeld 1961
Chronik des Kirchenkampfes in der Kirchenprovinz Westfalen mit einem Nachwort von Karl
Lücking, Bielefeld 1962
Die dritte Bekenntnissynode der DEK zu Augsburg, Göttingen 1969
Die Synode zu Steglitz. Die dritte Bekenntnissynode der EKdAPU, Göttingen 1970
Bielefeld, den 21.04.1995
(Christine Koch)

Reference number of holding
5.1

Context
Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen (Archivtektonik) >> 08. Sammlungen >> 08.01. Sachthematische Sammlungen >> 08.01.01 Sammlungen zum Kirchenkampf

Date of creation of holding
1933 - 1963

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05.11.2025, 1:59 PM CET

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  • Bestand

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  • 1933 - 1963

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