Kalenderblatt: 25. November
Zum ersten Mal schnappt die „Mausefalle“ zu, ein Schriftsteller begeht Harakiri, Deutschland steht still
Letzte Änderung: 19.02.2021, 10:45 MEZ
  • Bundesweites Sonntagsfahrverbot für Autos als Reaktion auf den Exportboykott der OPEC und der damit...

    26. November 1973, Stadtarchiv Karlsruhe, 8/BA Schlesiger 1973 Bildarchiv Schlesiger 1973
    1973: Sonntagsfahrverbot in Deutschland. Als Folge der Ölkrise (s. Favoritenliste vom 28. Oktober) wird im November ein allgemeines Fahrverbot für vier aufeinanderfolgende Sonntage verhängt. Ausgenommen sind Fahrten für die Versorgung der Bevölkerung und der sogenannte „Berlinverkehr“, also Straßentransporte zwischen der Bundesrepublik und West-Berlin. Die Auswirkungen des Verbotes sind eher symbolischer Natur, denn die Menge des eingesparten Brennstoffs ist nur gering.
  • Agatha Christie

    Kriminalschriftstellerin, Krankenschwester, Archäologin, Schriftstellerin
    1952: Erste Aufführung von „Die Mausefalle“ („The Mousetrap“) von Agatha Christie im New Ambassadors Theatre in London. Von der Presse zunächst als eher mittelmäßig eingestuft, wird es zum am längsten laufenden Bühnenstück der Welt werden: Seit der ersten Aufführung bis heute wird es ohne Ausnahme an jedem Abend gegeben, im November 2012 findet die 25.000 Aufführung statt. Weil Christie verfügt hatte, dass „Die Mausefalle“ erst sechs Monate nach dem Ende der Londoner Aufführung am Broadway inszeniert werden darf, wartet das New Yorker Publikum noch heute auf eine Aufführung. In dem Stück, das viele Elemente des klassischen britischen Whodunnit benutzt, bekommen es die Gäste einer eingeschneiten Pension mit einem Mörder aus den eigenen Reihen zu tun. Der Titel spielt auf Shakespeares „Hamlet“ an, der das Theaterstück, das er im 3. Akt inszeniert, um seinen mörderischen Onkel Claudius zu entlarven, als „Mausefalle“ bezeichnet.
  • Harakiri

    Szene aus "Harakiri"
    1970: Der japanische Schriftsteller Yukio Mishima begeht Selbstmord. Harakiri war der Akt des hoch ritualisierten Selbstmordes im feudalen Japan, durch den ein entehrter Samurai seine Ehre wiederherstellen konnte. Nach dem Einnehmen einer letzten Mahlzeit und dem Verfassen eines Todesgedichtes schlitzte sich der ganz in weiß gekleidete Samurai den Bauch auf ohne eine Miene zu verziehen. Ein Helfer stand bereit, im Notfall den Kopf abzuschlagen. Als Folge der Meiji-Restauration – dem Beginn der Modernisierung Japans nach westlichem Vorbild in den 1860er Jahren – wurde Harakiri offiziell verboten. Der letzte offiziell bekannt gewordene, rituelle Harakiri findet jedoch noch 1970 statt: Nachdem der Putschversuch des Schriftstellers und politischen Aktivisten Mishima Yukio gescheitert ist, begeht er in Tokio im Beisein von Mitgliedern seiner Privatarmee Harakiri.