Kalenderblatt: 24. September
Erstaufführung von „Jud Süß“, Entdeckung des Urans, Tod des Paracelsus, erste Ausstellung der „Brücke“ ...
Letzte Änderung: 11.02.2021, 16:20 MEZ
  • Jud Süß

    Szene mit Ferdinand Marian
    1940: In mehr als 60 Berliner Kinos findet die Erstaufführung des Propagandafilms „Jud Süß“ von Veit Harlan statt. Der von Joseph Goebbels in Auftrag gegebene Streifen diente im Dritten Reich der antisemitischen Hetze und der historischen Rechtfertigung der Nürnberger Rassegesetze. In einer an eine Begebenheit aus dem 18. Jahrhundert angelehnten Handlung spielt der Hauptdarsteller Ferdinand Marian darin Joseph Süß Oppenheimer. Er wird am Schluss des Films unter anderem wegen Geschlechtsverkehrs mit einer Christin zum Tode verurteilt und gehängt.
  • Paracelsus

    Arzt, Naturwissenschaftler, Chemiker, Alchemist, Philosoph
    1541: Philipp Theophrast Bombast von Hohenheim stirbt in Salzburg, wohin er erst wenige Monate zuvor gezogen war – vermutlich an einer Quecksilbervergiftung. Bekannt wurde der Arzt und Naturwissenschaftler unter dem Namen Paracelsus. Seine medizinischen Lehren und Erkenntnisse, die unter anderem die möglichen Ursachen von Krankheit klassifizieren, waren zu seinen Lebzeiten umstritten, haben aber weitreichende Wirkung gezeitigt. Heute sind zahlreiche Krankenhäuser, Apotheken und Ausbildungseinrichtungen nach Paracelsus benannt.
  • Chemisches Wörterbuch. 5, Se - Z

    Klaproth, Martin Heinrich
    1789: Der Chemiker Martin Heinrich Klaproth verkündet vor der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften die Entdeckung des Urans. In seinem zwischen 1807 und 1819 erschienenen neunbändigen Chemischen Wörterbuch (hier der Band 5 des Hauptteils) beschreibt der Entdecker detailliert, wie er das Element aus der Pechblende gewann: „… Klaproth rieb das gelbe Uranoxyd mit Leinöl zum Teige an, und ließ auf einem Scherben das Oel davon gelinde abbrennen. Es blieben von 120 Gran, 85 Gran eines schweren schwarzen Pulvers zurück, welches in einem mit Kohlenstaub ausgefutterten, verklebten Tiegel, unter einer Decke von Kohlestaub, dem mittleren Grade der Hitze des Porzellanofens ausgesetzt wurde. Nach Endigung des Versuches fand sich unter dem unversehrt gebliebenen Kohlenstaube, die metallische Substanz in Gestalt einer schweren, aber nur sehr lose zusammenhangenden Masse, die sich mit bloßen Fingern zum feinen, schwarzen, etwas glänzenden Staube zerreiben ließ; in Salpetersäure mit lebhaftem Aufbrausen und mit Erhitzung unter Entwicklung von Salpetergas aufgelös’t wurde. Diese Erscheinungen zeigen an: daß das Uran unter diesen Umständen dem metallischen Zustande beträchtlich genähert war.“ (S. 262)
  • Charlottenburg-Wilmersdorf, Bismarckstraße 35, Krumme Straße 20, Richard-Wagner-Straße 10,...

    Deutsche Oper Berlin
    1961: In der Berliner Bismarckstraße wird die Deutsche Oper Berlin eröffnet. Damit hat der westliche Teil der Stadt sechs Wochen nach dem Mauerbau wieder ein Opernhaus. Die beiden anderen Häuser, die Berliner Staatsoper und die Komische Oper, befanden sich im Ostteil Berlins. An der Stelle des von Fritz Bornemann errichteten monumentalen Gebäudes befand sich auch vor dem Krieg bereits ein Opernhaus, das 1912 im damals noch eigenständigen Charlottenburg eröffnet wurde. Am 24. September 1961, dem Eröffnungstag des Neubaus, stand Mozarts „Don Giovanni“ auf dem Programm.
  • Fabrikgebäude am Weißeritzufer (ehemalige Leuchtenfabrik Seifert, Ort der ersten Ausstellung der...

    Fabrik
    1906: In der Lampenfabrik „Karl Max Seifert“ in Dresden beginnt die erste „Brücke“-Ausstellung. Der Künstlergruppe der Brücke, die zwischen 1905 und 1913 existierte, gehörten expressionistische Künstler wie Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und später auch Emil Nolde an. Das Plakatmotiv für die Ausstellung, die eine nur geringe Resonanz erfuhr, stammt von Fritz Bleyl, ebenfalls Mitglied der Brücke. Es wurde bereits im Vorfeld der Ausstellung polizeilich verboten. Heute ist es in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zu sehen.