On This Day: 15 October
Obrigkeit, Gegenöffentlichkeit und ein Symbol für die Einheit Deutschlands im 19. Jahrhundert, ...
Last update: 18.02.2021, 10:50 vorm. MEZ
  • Kölner Dom

    Postkarte
    1880: Über 600 Jahre nach der Grundsteinlegung wird der Kölner Dom in Anwesenheit des Kaiserpaares vollendet und geweiht. Anfang des 19. Jahrhunderts waren Baupläne der mittelalterlichen Dombaumeister wiederentdeckt worden, die unter Ergänzung der fehlenden Teile als Grundlage für den Weiterbau verwendet wurden. Durch die Mittelalter- und Ruinen-Faszination der Romantik rückte der halbfertige Dom ins öffentliche Interesse und wurde von der Einheitsbewegung als nationales Symbol adoptiert. Mit der Unterstützung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. und dank der Gründung des Dombauvereins gelang die Wiederaufnahme der Bautätigkeiten, die schließlich 1880 im Beisein von Friedrich Wilhelms Bruder, inzwischen Kaiser Wilhelm I., abgeschlossen werden konnten. Mit der Fertigstellung war St. Petrus mit 157 Metern für vier Jahre das höchste Gebäude der Welt.
  • Das Missverständnis - An Meine lieben Berliner (Karikatur) - Mein Herz schlägt hoch, dass es meine...

    undatiert, Stadtarchiv Mainz
    1795: Friedrich Wilhelm IV. wird geboren. Mit 45 Jahren wird er preußischer König. An seine Thronbesteigung knüpften sich nach der repressiven „eisernen” Regierungszeit seines Vaters Friedrich Wilhelm III große Hoffnungen liberal-nationaler Kreise, die aber rasch enttäuscht werden sollten und zu einer Radikalisierung der oppositionellen Kreise führten. Der als „Laientheologe” und als „Romantiker auf dem Thron” bezeichnete Sohn sah sich allerdings mehr der traditionellen Ständegesellschaft verbunden und empfand den Staat als ein künstliches Gebilde. Als Landesvater lehnte er „artifizielle” Repräsentationsorgane ab und verkündete, er würde niemals zulassen, dass sich ein „Stück Papier” (eine Verfassung) zwischen ihn und seine Untertanen dränge. Insofern konnte Friedrich Wilhelms Verhalten während der Revolution von 1848, die er mit einer Gegenrevolution beantwortete und beendete, niemanden verwundern. Die Karikatur spielt auf einen Vorfall am 18. März 1848 an, als sich bei der öffentlichen Verkündigung der Einführung der vollen Pressefreiheit versehentlich zwei Schüsse aus Gewehren preußischer Grenadiere lösten, die versammelte Menge daraufhin in Aufruhr geriet und auf Friedrich Wilhelms Order hin von mit gezogenem Säbel vorrückenden Dragonern zerstreut wurde. Die öffentliche Meinung war danach nicht davon abzubringen, der König habe auf die Demonstranten schießen lassen - die Versuche der Regierung, den Vorfall als „Missverständnis” aufzuklären, fanden kein Gehör.
  • 014 Rheinische Zeitung für Politik, Handel und Gewerbe

    Druck- und Schriftgut
    1842: Karl Marx übernimmt die Chefredation der Rheinischen Zeitung. In der Objektbeschreibung des Heinrich-Heine-Instituts heißt es, das Blatt verfolgte „demokratisch-reformerische Ziele einer Gruppe junger, bürgerlicher Intellektueller (''Jung Köln''). Diese hingen einer von Berlin einströmenden linkshegelianischen Geisteshaltung an. (...) Marx schrieb immer unter Pseudonymen und es gelang ihm bis zum Untergang der Zeitung seine Tätigkeit als Redakteur geheim zu halten. Im November 1842 besuchte Friedrich Engels das Büro der Rheinischen Zeitung, wo er erstmals Marx traf.” Die Rheinische Zeitung wurde 1843 von der preußischen Zensur verboten. Nach Aufhebung der Pressezensur im März 1848 konnte ihre Nachfolgerin, die Neue Rheinische Zeitung (ebenfalls in der DDB zu finden), erscheinen, für deren Herausgabe Marx und Engels als frischgebackene Verfasser des „Kommunistischen Manifests” wieder nach Deutschland zurückkehrten. Nicht immer hielt die vermeintliche Zielgruppe dem Blatt die Treue: Im August 1848 musste die Neue Rheinische Zeitung eine Ausgabe ausfallen lassen, weil die Arbeiter in der Druckerei einen Tag blau machten, um dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. zuzujubeln.
  • Aufnahmen vom Dreh des ersten deutschen Trümmerfilms "Die Mörder sind unter uns" durch die DEFA

    Foto
    1946: Der erste deutsche Nachkriegsfilm „Die Mörder sind unter uns” von Regisseur Wolfgang Staudte wird im Berliner Admiralspalast uraufgeführt. Vom ersten Drehtag am zerbombten Stettiner Bahnhof wurde direkt in den Trümmern Berlins gefilmt. Der Film bedeutete für Hauptdarstellerin Hildegard Knef den internationalen Durchbruch. Zu Beginn der Dreharbeiten hatte sie noch an nachkriegstypischen Mangelerscheinungen wie der Einlagerung von „Hungerwasser” an „Plustertagen” (Knefs eigene Worte) gelitten.