Kalenderblatt: 1. Juli
1646 wird Gottfried Wilhelm Leibniz geboren, 1959 wird Heinrich Lübke als Nachfolger von Theodor Heuss zum deutschen Bundespräsidenten gewählt und 1980 wird der Videotext von ARD und ZDF in Deutschland eingeführt.
Letzte Änderung: 19.05.2018, 20:16 Uhr
  • Gottfried Wilhelm Leibniz

    Philosoph, Mathematiker, Jurist, Bibliothekar, Polyhistor
    1646: Der Mathematiker, Philosoph, Jurist, Bibliothekar und Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz wird in Leipzig geboren. Er studiert in Leipzig und Jena Jurisprudenz und Philosophie. 1667 erwirbt er an der Universität Altdorf den juristischen Doktorgrad und arbeitet zunächst als Rat am Revisionsgericht des Kurfürsten Johann Philipp von Mainz. Ab 1676 wird er Rat und Bibliothekar und später auch Hofgeschichtsschreiber des Herzogs Johann Friedrich von Braunschweig-Lüneburg in Hannover. 1700 regt er die Errichtung der „Sozietät der Wissenschaften“ an, aus der später die „Preußische Akademie der Wissenschaften“ hervorgeht. Leibniz macht viele bedeutende Erfindungen, so zum Beispiel die Vierspezies-Rechenmaschine aus den Jahren 1690 bis 1720, die ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen ist. Am 14. November 1716 stirbt Leibniz im Alter von 70 Jahren vereinsamt, nachdem seine Beziehungen zum Haus Hannover, nun unter der Leitung von Georg I. Ludwig, abgekühlt sind.
  • Lübke, Heinrich

    06.04.1972
    1959: Bei der deutschen Bundespräsidentenwahl wird Heinrich Lübke als Nachfolger von Theodor Heuss zum deutschen Bundespräsidenten gewählt. Lübke wird am 14. Oktober 1894 in Enkhausen geboren. Sein Studium als Vermessungsingenieur wird durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen, bei dem er als Offizier durch eine Gasvergiftung und Verschüttung schwer verwundet wird. 1927 macht er sein Examen als Kultur- und Vermessungsingenieur in Berlin‚ wird dort Direktor der „Deutschen Bauernschaft'' und Politiker der Zentrumspartei. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehört er zu den Mitgründern der CDU, wird 1946 Abgeordneter des Kreises Arnsberg im Landtag von Nordrhein-Westfalen und ab 1947 Landesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forst. Von 1953 bis zu seiner Wahl zum Bundespräsidenten im Jahre 1959 ist Lübke Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forst. Lübke verzichtet ab dem 30. Juni 1969 auf das Amt des Bundespräsidenten, am 6. April 1972 stirbt er in Bonn. Zu einem Mythos hat sich Lübkes unbelegte Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Neger“, die er angeblich bei einem Staatsbesuch 1962 in Liberia verwendet haben soll, entwickelt. Ebenso legendär ist seine angebliche Übersetzung von „Gleich geht es los“ mit „Equal goes it loose“, die erst 2006 als Erfindung der Spiegel-Redaktion offenbart wird.
  • Kongress "Wimatika 79" mit Fachausstellung "Wissenschaft und Automatisierung" im großen Saal des...

    10. März 1979, Stadtarchiv Karlsruhe, 8/BA Schlesiger 1979 Bildarchiv Schlesiger 1979
    1980: Der Teletext von ARD und ZDF wird als „Videotext“ in Deutschland eingeführt. Bereits 1970 kommen britische Fernsehtechniker der BBC auf die Idee, die Austastlücke des Fernsehsignals (ein analoges Fernsehbild nach mitteleuropäischer Fernsehnorm hat 625 Bildzeilen, wovon allerdings nur 576 Zeilen für die Übertragung des Bildinhalts genutzt werden) zur Übertragung zusätzlicher Informationen zu nutzen. 1974 entsteht die erste Spezifikation des „U. K. Teletext Standard“, nachdem im Vorjahr eine erste testweise Übertragung unter dem Namen „Ceefax“ (see facts) stattgefunden hat. Ceefax wird wesentlich ausgebaut und offiziell 1976 veröffentlicht. Der gemeinsame Teletext von ARD und ZDF trägt den Namen Videotext, um Verwechslungen mit dem damaligen Teletex-Dienst zu vermeiden. Daher werden in Deutschland Teletextangebote auch heute noch als Videotext bezeichnet.