Himmelsglobus

Objektbeschreibung:
Himmelsglobus
berechnet für das Jahr 1770

Didier Robert de Vaugondy (1723-1786)
Paris, 1751
Holz, Gips, Papier, Messing, Glas
Höhe: 125 cm
Durchmesser: 45 cm

Didier Robert de Vaugondy begann 1745 mit der Herstellung von Globen. Auf Verlangen König Louis XV. entwickelte er einen großen Erdglobus für die Marine. Dieser wurde 1751 von der französischen Akademie der Wissenschaften mit positivem Ergebnis begutachtet. Es war der größte damals in Paris hergestellte Globus mit einem Durchmesser von 18 Inch (45 cm). Als Pendant fertigte Vaugondy einen gleichgroßen Himmelsglobus an. Die Kartographie auf beiden Globen wurde von Guillaume de La Haye gezeichnet und von Gobin gestochen.
Der Preis für die Vaugondy Globen lag je nach Ausstattung zwischen 460 und 1.000 Livres. Die Käufer bekamen zusätzlich ein von de Vaugondy geschriebenes Heft "Usage des globes" mitgeliefert.

Beide Globen werden im von Mayer 1776 verfassten Inventar der Mannheimer Sternwarte erwähnt. Sie waren seit 1771 im Physikalischen Kabinett der Universität Heidelberg (Museo Physica) aufgestellt, wohin sie als Leihgabe des Hofes gekommen waren. Auf Bitten Christian Mayers kamen sie 1776 in die neue Mannheimer Sternwarte.
In der Kurfürstlichen Bibliothek im Mannheimer Schloss befand sich ein ähnliches Globenpaar von Vaugondy, von dem sich nur der Erdglobus erhalten hat, der heute in der Universitätsbibliothek Heidelberg ausgestellt ist.

Eine im Generallandesarchiv Karlsruhe aufbewahrte Aktennotiz (GLA 213/3540 (1771-1775 Vol. I) vom 26. September 1771 berichtet über den Ankauf von "großen im Diameter Vier Schuh habende Himmels-und Erd-Kugeln" bei den Buchhändlern Gebrüder van Düren in Frankfurt für 900 Gulden. Der Transport der Globen von Frankfurt nach Mannheim erfolgte durch die Heidelberger Schifferzunft.

Auf einem ähnlichen Holzdreifuß montiert wie der Erdglobus, besitzt der Himmelsglobus einen Messingkreis (Meridian), der den Globus mit den Sternbildern des nördlichen und südlichen Himmels trägt. Im Bereich der Südhalbkugel findet man eine Vignette mit allegorischer Darstellung: links die Schiffahrt mit Kerikeion (Symbol des Handels), rechts die Allegorie der Astronomie mit Sextant, Fernrohr, Globus, Buch, Zirkel und Schriftrolle; dazwischen die Beschriftung:

"Globe celestre dressé par ordre du roi et calculé pour année 1770 par le Seigneur Robert de Vaugondy et fils avec approbation de l'Académie Royale des Sciences Aout 1751".
Der Hinweis "Sternenhimmel für das Jahr 1770" war im 18. Jahrhundert üblich, da man nicht wußte, ob sich der Fixsternhimmel im Zeitraum von Jahrzehnten verändern würde. In einer kleinen Kartusche sind als Legende sechs verschiedene Sterngrößen und die Nebelflecken dargestellt. Die Sterne sind sternförmig, die Sternbilder durch Umzeichnungen sehr detailliert gezeichnet (Darstellung der Gewänder). Die Sternbilder sind französisch bezeichnet.

Das Stativ besitzt in Höhe des Himmelsäquators einen achteckigen Rahmen, dessen Oberfläche mit bedrucktem (Kupferstiche) Papier beklebt ist. Im innersten Bereich sind die Tierkreiszeichen, außerhalb davon ihnen zugeordneten Monate (lateinische Bezeichnungen), außerhalb davon die Himmelsrichtungen. In den Ecken des Achtecks sind kleine Windgötter dargestellt. In einer Ecke ist eine kleine Windrose aufgedruckt, auf die ein kleiner Kompass geschraubt ist. Die Magnetnadel hat eine gebläute und eine silberne Hälfte. Im Scheitel des Vertikalkreises (im Drehpunkt des Globus) ist eine kleine ringförmige Skala mit der Teilung von zweimal 0 - 12 Stunden in römischen Ziffern angebracht. An der Globus-Achse ist ein verzierter Messingzeiger, der über den Ring streicht.
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Ereignis:
Herstellung
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(wer):
Robert de Vaugondy, Didier (Hersteller)
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(wo):
Herstellungsort: Paris
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(wann):
1751
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Schlagwort:
Globus; Himmelsglobus; Astronomie
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Standort:
TECHNOSEUM Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim
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Inventarnummer:
EVZ:1983/0046-079
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Rechteinformation:
TECHNOSEUM Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim
Letzte Aktualisierung: 29.04.2019, 16:10 MESZ

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