Gutsarchiv Seedorf (Bestand)

Bestandssignatur:
Landesarchiv Sachsen-Anhalt, H 214 (Benutzungsort: Wernigerode)
Kontext:
Landesarchiv Sachsen-Anhalt (Archivtektonik) >> 10. Adelsarchive >> 10.02. Gutsarchive
Bestandslaufzeit:
1944 - 1945
Bestandsbeschreibung:
Findhilfsmittel: Findbuch von ca. 2000 (online recherchierbar)

Registraturbildner: Seedorf gehört zur Stadt Jerichow, Lkr. Jerichower Land, Sachsen-Anhalt.

Seedorf ist seit 1425 als Lehen des Erzstiftes Magdeburg nachweisbar. Das Erzstift fiel 1680 als Herzogtum Magdeburg an die Kurfürsten von Brandenburg und ging 1816 in der preußischen Provinz Sachsen auf, die bis 1945 bestand.

1425 wird Seedorf im Lehnbuch Erzbischof Günthers von Magdeburg unter den Orten genannt, die dem Deichrecht derer von Plotho dienstpflichtig waren. 1522 belehnte Erzbischof Albrecht die von Meyendorf mit der (wüsten?) Dorfstätte Seedorf, die zuvor der Vikarie St. Severus und Allerseelen im Kreuzgang des Magdeburger Doms zugestanden hatte. Die von Meyendorf errichteten in Seedorf ein Rittergut und siedelten Bewohner an. 1621 verkaufte Kurt von Meyendorf das Gut an den Halberstädter Domherren Heinrich von Lochow. 1655 trat Christoph Heinrich von Lochow Seedorf in einem Vergleich nochmals an die von Meyendorf ab, bevor es 1667 aufgrund einer 1655 vereinbarten Anwartschaft an Gebhard von Alvensleben auf Neugattersleben fiel. Dessen Nachfahren verkauften das Gut zwischen 1713 und 1725 an den preußischen Staatsminister Marquard Ludwig Freiherr von Printzen.

Zusammen mit den Gütern Karow und Schollene ging Seedorf 1773 als Erbe der Sophie von Printzen an deren Gatten Graf Wilhelm Friedrich von Wartensleben über, wurde nach dessen Tode 1777 von Sophie, seit 1783 verheiratete von Werder, für ihren Sohn Graf Ludwig Christian von Wartensleben verwaltet und war noch 1922 im Besitz einer Linie dieser Familie. 1929 wird die Gesellschaft für innere Kolonisation als Besitzerin ausgewiesen, während das Gut (oder nur dessen Forsten?) 1944/45 unmittelbar vor der Enteignung im Zuge der Bodenreform nach Ausweis des Bestandes den Fürsten Lippe gehörte.

Zum 1842 landtagsfähig genannten Rittergut Seedorf gehörte die Patrimonialherrschaft über Seedorf und das Patronat über die 1785 als Filiale von Nielebock erwähnte Kirche, die 1824 außer Gebrauch gestellt und im späten 19. Jh. durch eine neugotische Kapelle ersetzt wurde.

Zusatzinformationen: Literatur:
Adelsarchive im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt. Übersicht über die Bestände, bearb. von Jörg Brückner, Andreas Erb und Christoph Volkmar (Quellen zur Geschichte Sachsen-Anhalts; 20), Magdeburg 2012.
Umfang:
Laufmeter: 0.01
Rechteinformation:
Rechteinformation beim Datenlieferanten zu klären.
Letzte Aktualisierung: 02.03.2020, 14:37 Uhr