Tektonik
10.01.05.02 Bezirks- und Gebietsleitungen
Parallel zur staatlichen Verwaltungsreform von 1952 und der Bildung von Bezirken wurden die Landesparteiorganisationen der SED aufgelöst und Bezirksparteiorganisationen geschaffen. An die Stelle der bisherigen Landesleitung Sachsen traten bis November 1952 die drei Bezirksleitungen Dresden, Chemnitz (ab 1953 Karl-Marx-Stadt) und Leipzig. Einer Bezirksparteiorganisation gleichgestellt war die Gebietsparteiorganisation für die Uranbergbaubetriebe der Sowjetischen/Sowjetisch-Deutschen Aktiengesellschaft Wismut.
Höchstes Organ der Partei im Bezirk war die Bezirksdelegiertenkonferenz, die zweimal in fünf Jahren tagte. Sie nahm die Rechenschaftsberichte der Bezirksleitung und der Revisionskommission entgegen, erörterte Fragen der politischen Arbeit im Bezirk und wählte die Bezirksleitung, die Revisionskommission und die Delegierten für den Parteitag der SED.
Die Bezirksleitung als Gremium war ein gewähltes, ehrenamtlich agierendes Organ. Sie wählte das Büro (später Sekretariat), berief die Mitglieder der Bezirksparteikontrollkommission und zeichnete verantwortlich für die Auswahl des Redaktionskollegiums der Bezirksparteipresse. Daneben bestand mit dem Sekretariat der Bezirksleitung eine geschäftsführende Einrichtung, die den Parteiapparat verwaltete. Dem Sekretariat stand der 1. Sekretär vor, der im Bezirk eine herausgehobene Stelle inne hatte und in der Regel zugleich Mitglied des Zentralkomitees (ZK) der SED war. Dem Sekretariat gehörten außerdem der 2. Sekretär, die Sekretäre für Wirtschaft, Landwirtschaft, Agitation und Propaganda, Wissenschaft, Volksbildung und Kultur sowie der Vorsitzende der Parteikontrollkommission, der 1. Sekretär der SED-Kreisleitung der jeweiligen Bezirksstadt, die Vorsitzenden des Rates des Bezirkes und der Bezirksplankommission und die Vorsitzenden der Bezirksorganisationen von FDGB und FDJ an.
Die Bezirksleitungen hatten gegenüber den ihnen zugeordneten Stadt- und Kreisleitungen sowie teilweise auch Grundorganisationen die Anweisungen und Beschlüsse von Politbüro und ZK durchzusetzen, anschließend das Ergebnis zu kontrollieren und darüber zu berichten. Sie waren somit das wichtigste Bindeglied zwischen der Zentrale in Berlin und den Kreisleitungen.
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Sächsisches Staatsarchiv (Beständegliederung) >> 10. Parteien, Organisationen und Verbände >> 10.01 Parteien >> 10.01.05 SED
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27.11.2023, 08:58 MEZ
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