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Werder (Havel), Eisenbahnstraße 32 & 33

Denkmalart:
Baudenkmal
Land:
Brandenburg
Kreis:
Potsdam-Mittelmark
Ort:
Werder (Havel)
Ortsteil:
Werder (Havel)
Straße und Hausnummer:
Eisenbahnstraße 32 & 33
Bezeichnung:
Villa Dänicke und Gewerbeanlage - Fabrikanlage
Beschreibung:
Denkmaltopographie Potsdam-Mittelmark, Bd. 14.1, 2009, S. 593
Nach dem 1904 erfolgten Abbruch des alten Wohnhauses 1910 die Villa für den neuen Fabrikbesitzer Fritz Dänicke errichtet; später vom Fabrikgrundstück abgetrennt. Großer zweigeschossiger Putzbau mit abgewalmtem Mansarddach (Biberschwanz-Kronendeckung), belebt durch zweiachsigen Risalit mit geschweiftem Giebel auf der rechten und polygonalen, türmchenartig erhöhten Eckerker mit geschweiftem Dachhelm auf der linken Seite; der darunter liegende Hauseingang flankiert von ionisierenden Säulen. Straßenseitig ein Großteil der originalen Fenster erhalten, im Erdgeschoss ursprünglich mit hölzernen Klappläden; die Haustür reduziert; der neobarocke Fassadenstuck später vereinfacht (vgl. Bauzeichnung). Die Nordseite dreigeschossig mit karniesbogenförmigem Giebel, im Mittelbereich große Fenster mit kleinteiliger Sprossengliederung, gerahmt von Stuckornamentik. Die dreigeschossige Rückfront mit Risalit und Erker verändert. – Im Inneren erhalten der Eingangsbereich mit Stuckborte, Fliesen und zweiflügeliger Schwingtür; dahinter repräsentatives Treppenhaus mit Antrittspfosten, Geländerstäben und ummantelter Säule in zurückhaltenden Jugendstilformen sowie Rundbogenfenster. Der Grundriss des Hauses durch spätere Einbauten teilweise verändert; einzelne Wohnungs- und Zimmertüren mit Beschlägen bewahrt, außerdem Eichenparkett der Erdgeschosswohnung. Sanierung 1993-96.
Im Bereich des ursprünglich bis zur Havel reichenden Gartens (so noch auf Plan 1946) der Villa 1950 das Werk erweitert (Garagen, Umkleide- und Toilettengebäude).
Auf dem nördlich anschließenden, bis zur Havel reichenden tiefen Grundstück Nr. 32/33 Gewerbehof mit gelblichen Ziegelbauten, meist mit Pappdächern. Die komplizierte Baugeschichte des Komplexes anhand der Bauakten nicht vollständig zu klären. Die Gebäude stammen im Kern aus dem frühen 20. Jh. Umfangreiche Umbauten erfolgten 1946 und 1952 (im Hinblick auf die Veränderung der Produktion). Sanierung ab 2006.
Erschließung der Anlage durch eine zur Havel führende mittlere Gasse. Halle rechts vorn (1950 Montagehalle) errichtet um 1910 an Stelle des alten Wohnhauses; eingeschossiger Ziegelbau mit Pultdach, vom gelblichen Ziegelmaterial Lisenen und Traufgesims in rotem Ziegelmaterial abgesetzt; erhalten die flachbogigen Eisensprossenfenster und im Inneren Krahnbahn; Tor erneuert. Die straßenseitige Schaufront hatte eine der benachbarten Villa angepasste neobarocke Gliederung mit gequaderten Lisenen; Abschluss mit Attika (Balusterbrüstungen), darauf ursprünglich Terrasse. – Der anschließende, zur Gasse giebelständige Bauteil um 1900 (auf Plan 1896 hier noch ein längsrechteckiges Werkstattgebäude; 1950 Montagehalle), zweigeschossig mit flachgeneigtem Satteldach und leicht schräger, fünfachsiger Fassade. Erdgeschoss in DDR-Zeiten überformt, oben eine mittlere flachbogige Ladeluke (vermauert), die seitlichen Fenster mit geraden Stürzen jüngst erneuert. Innen Preußische Kappendecken, gestützt durch Eisenträger auf Eisensäulen; obere Etage als Drempel ausgebildet und durch Firstpfettendach abgeschlossen. Rückwärtig später verlängert, dieser Teil ohne Preußische Kappen (1950 Lackierofen und Treppe). – Große rückwärtige Halle (1950 Dreherei und Wickelei, später Montagehalle) südlich der Gasse; eingeschossiger Bau aus gelblichen Ziegeln mit flachbogigen Eisensprossenfenstern und flach geneigtem Satteldach, auf der Nordseite jüngere Rechteckfenster; Dachtragwerk aus Brettern zusammengesetzt. – Prüffeld, ursprünglich nur Überdachung, später zu Lagerhalle ausgebaut, die zuletzt als Behindertenwerkstatt diente, jetzt Ausbau zu Wohnhaus; verbretterter Bauteil ganz im Osten des Grundstücks am Wasser. – Garage im Südosten des südlichen Hofs, gelber Ziegelbau mit Pultdach, wohl 1950. Von dem westlich anschließenden Umkleide- und Toilettengebäude (1950), das in DDR-Zeit abbrannte, noch ein Schornstein vorhanden. – Werkstatt- und Kantinengebäude (1950 Lager, später Lehrwerkstatt); langgestreckter, mehrgliedriger, zweigeschossiger Ziegelbau mit Pultdach nördlich der Gasse; 1946 umgebaut (damals hier Ankerwickelei); Erdgeschoss mit flachbogiger Nischengliederung, darin jeweils zwei Recheckfenster, die obere Etage mit paarig angeordneten Recheckfenstern 1952 zur Kantine mit Speisesaal und Küche ausgebaut, jüngst als Tanzsaal eingerichtet. – Östlich aus der Fassadenflucht zurückspringender, mehrfach veränderter zweigeschossiger Bauteil mit Schornstein (1950 Schmiede und Heizräume, später Reparaturbrigade); im schlichten westlichen Anbau (wohl 1946) massive Treppenanlage und Terrazzoboden. – Lager-, später Bürogebäude im Westen der nördlichen Bauteile (1950 Lager), ursprünglich Remise; zweigeschossiger, gelblicher Ziegelbau mit Pultdach, Ostteil enthält im Kern evtl. noch das 1896 errichtete Stallgebäude (Bauzeichnung Franz Dressler); Umbau zum Werkstofflager 1946, später weitere Veränderungen; an Stelle der Tore Fensterbänder angelegt. – Wohnhaus (Nr. 33), ursprünglich eingeschossiger traufständiger Putzbau, nach 1946 aufgestockt; 1950 diente es als Verwaltungsgebäude.

Ereignis:
Datierung
(wann):
1900/1910
Ereignis:
Umbau
(wann):
1946
Ereignis:
Umbau
(wann):
1952
Rechteinformation:
BLDAM
Letzte Aktualisierung: 11.04.2018, 17:39 Uhr

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Werder (Havel), Eisenbahnstraße 32 & 33
URL:
http://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/XHSM7A4VV4P3IBH5W4RTXOFPQTE7C5XF