Archivbestand
Kirchengemeinde Petershagen (Bestand)
Neben der jetzigen Stadt Petershagen lag früher an der Weser der Ort Huculvi, der schon 784 im Zusammenhang der Sachsenkriege Karls des Großen genannt wird. 1243 wird eine Dotation der dortigen Kapelle durch Dietrich von Ekesen genannt. Zwischenzeitlich nannte sich der Ort Hokelve. 1305 erbaute Bischof Gottfried von Minden die Burg Petershagen. Die Burg gewann an Bedeutung, Petershagen wurde Residenz der Bischöfe und Sitz der Landesregierung. Bischof Gerhard II. verlegte die Pfarre und Kirche von Hokelve nach Petershagen. 1615 - 1618 wurde die jetzige Kirche erbaut. Die herausgehobene Stellung von Petershagen wird auch dadurch deutlich, dass die "Oberpfarre" in Petershagen als eine der ersten und besten Pfarrstellen im Fürstentum Minden galt. Mit dieser Pfarrstelle war in der Regel die Superintendentur verbunden. Diese Verbindung wurde erst 1818 mit der Einführung der neuen preußischen Kirchenverfassung aufgelöst. Die Einrichtung des Schullehrerseminars in Petershagen im 19. Jahrhundert knüpft an die historische Bedeutung des Ortes an. Mit der Zeit konnte sich aber Petershagen nicht gegen die Stadt Minden behaupten.Bereits seit dem 17. Jahrhundert wurde eine Kaplanstelle in eine weitere Pfarrstelle der Kirchengemeinde umgewandelt.Der Aktenbestand beginnt im 17. Jahrhundert und ist damit einmalig für den Kirchenkreis Minden. Zudem sind ca. 20 Urkunden und Handschriften aus dem 14. - 16. Jahrhundert überliefert. Hinzuweisen ist noch auf die Akten der Schulinspektion, die über die Kirchengemeinde hinausgehen. Als Ergänzung zum Archiv ist zudem auf den umfangreichen Nachlass von dem früheren Hauptlehrer Friedrich Daake hinzuweisen, dessen umfangreichen Aufzeichnungen von Quellen zur Geschichte des früheren Amtes Petershagen im Stadtarchiv Petershagen verwahrt wird.Das Archiv ist von Dr. Koechling geordnet und 1988 um einige Archivalien ergänzt worden. Die ursprüngliche Aufteilung der archivischen Überlieferung der Kirchengemeinde nach Archivalientypen (Urkunden/Kirchenbücher/Akten) ist in der Ordnungsstruktur des Bestandes weitestgehend beibehalten worden, da auch die Lagerung im Landeskirchlichen Archiv nach den Archivalientypen unterschiedlich erfolgt. Insoweit ist bei der Zitierung darauf zu achten, ob eine besondere Archivsignatur bei der Verzeichnungseinheit steht. Alle anderen Archivalien werden wie folgt zitiert: LkA EKvW Best. 4.32 Nr. .... Das Kürzel steht in dieser Reihenfolge für "Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen, Bestand 4.32 Nr. ...".Bei der Verzeichnung erhielten die Akten fortlaufende Nummern, die als gültige Archivsignaturen im Findbuch ganz links neben dem jeweiligen Aktentitel aufgeführt sind. Unterhalb des Aktentitels geben die Vermerke "Enthält, Enthält nur, Enthält u.a., Enthält v.a., Enthält auch" eingrenzende oder weiterführende Auskünfte über den Inhalt. Unter "Darin" sind besondere Schriftgutarten wie Druckschriften, Presseberichte, Bauzeichnungen oder Fotos aufgelistet. Nach den Erschließungsvermerken folgt die Alte Archivsignatur oder das Registraturzeichen, falls sie auf der Akte vermerkt waren. Ganz rechts schließen sich die Laufzeiten der Archivalien an. Zu beachten sind hier zwei verschiedene Arten von Klammern: ( ) verweisen bei Abschriften auf das Datum des Originals, [ ] kennzeichnen erschlossene Jahresangaben undatierter Schriftstücke.Sofern die Benutzung nicht zu Verwaltungszwecken erfolgt, unterliegen gemäß ᄃ 7 (1) Kirchengesetz zur Sicherung und Nutzung von kirchlichem Archivgut in der Evangelischen Kirche der Union (Archivgesetz - ArchG) vom 6.5.2000 sämtliche Archivalien einer 30-jährigen Sperrfrist (gerechnet nach dem Ende ihrer Laufzeit). Für personenbezogene Akten gelten laut ᄃ 7 (2) ArchG zusätzlichen Schutzfristen. Diese Archivalien dürfen auch nach Ablauf der allgemeinen Sperrfrist erst 10 Jahre nach dem Tod der betreffenden Person eingesehen werden. Ist das Todesdatum nicht feststellbar, bemisst sich diese Frist auf 90 Jahre nach der Geburt. Eventuelle andere bestehenden Rechte wir z.B. Urheberrechte sind bei der Benutzung zu beachten.
- Bestandssignatur
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4.32
- Kontext
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Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen (Archivtektonik) >> 04. Deposita von Kirchenkreisen und Kirchengemeinden >> 04.2. KG Kirchengemeinden >> 04.2.16. Kirchenkreis Minden
- Bestandslaufzeit
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1385 - 1993
- Weitere Objektseiten
- Geliefert über
- Online-Beständeübersicht im Angebot des Archivs
- Letzte Aktualisierung
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05.11.2025, 13:59 MEZ
Datenpartner
Evangelische Kirche von Westfalen. Landeskirchliches Archiv. Bei Fragen zum Objekt wenden Sie sich bitte an den Datenpartner.
Objekttyp
- Bestand
Entstanden
- 1385 - 1993