shield
Schild
http://vocab.getty.edu/aat/300435428: Kampfschild zur Verwendung im Krieg oder auf der Großwildjagd
Ovaler Schild aus an einen Holzstab geschnürter Zebrahaut
- Standort
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Museum Witzenhausen
- Inventarnummer
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3
- Maße
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Höhe 123 cm, Breite 59 cm
- Material/Technik
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Rinderfell, Holz, Schnüre; gegerbt, geschnitzt, geschnürt
- Verwandtes Objekt und Literatur
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Nigmann, Ernst 1908. Die Wahehe: Ihre Geschichte, Kult-, Rechts-, Kriegs- und Jagd-Gebräuche. Berlin: Ernst Mittler Verlag.
- Klassifikation
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Waffe
- Kulturelle Zuschreibung
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Hehe oder Ngoni
- Ereignis
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Herstellung
- (wer)
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vermutlich Ngoni oder Hehe people
- (wo)
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vermutlich Tansania, Ruvuma oder Iringa Region
- (wann)
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späteres 19. Jahrhundert
- (Beschreibung)
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Feldforschung in Tansania
- Ereignis
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Besitzwechsel
- (wer)
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möglicherweise Wilhelm Arning
- (wo)
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Südliches Hochland von Tansania
- (wann)
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1892-96
- (Beschreibung)
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Arning war in den 1890ern als Arzt der Schutztruppe auf verschiedenen Militärstationen im südlichen und zentralen Deutsch-Ostafrika stationiert. Es ist möglich, dass er die Schilde in der von ihm geführten Schlacht von Munisagara 1892 getöteten Wahehe abnehmen und auf die nahegelegene Militärstation Kilosa bringen ließ (Arning 1893: 59).
W. Arning, Gefecht gegen die Wahehe. Deutsches Kolonialblatt 4, 1893, 58-60. W. Arning, Reise- und Expeditionstagebücher Cod. Ms. W. Arning 1:2,1-1 Afrika 1895/96. Göttingen: Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek.
- Ereignis
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Besitzwechsel
- (wer)
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möglicherweise Arnold Lambrecht
- (wo)
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Bezirksamt Kilosa
- (wann)
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1900
- (Beschreibung)
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Lambrecht war von 1900-12 als Bezirksamtmann in verschiedenen Bezirken von der Ostküste bis ins zentrale Küstenhinterland von DOA tätig. Es ist möglich, dass er die 1892 von Arning erbeuteten Schilde bei Dienstantritt auf der Station Kilosa vorfand.
W. Arning, Gefecht gegen die Wahehe. Deutsches Kolonialblatt 4, 1893, 58-60. Personal Nachrichten. In: Amtlicher Anzeiger für Deutsch-Ostafrika. Beilage der Deutsch-Ostafrikanischen Zeitung No. 29., 20 (1900), S. 1.
- Ereignis
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Besitzwechsel
- (wer)
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Deutsche Kolonialschule für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe (DKS) – seit 27.11.1956 umfirmiert in "Deutsches Institut für Tropische und Subtropische Landwirtschaft GmbH" (DITSL) – Rechtsnachfolgerin der DKS
- (wo)
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Witzenhausen
- (wann)
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1903
- (Beschreibung)
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1902 veröffentlichte die DKS einen Aufruf an ihre Abgänger und andere verbundene Akteure, Kultur- und Naturgut aus den deutschen Kolonien und anderen Überseegebieten zu sammeln und der Lehrsammlung der Schule zu übergeben. Nach der Neugründung übernahm das DITSL die Sammlung und verwahrt sie seit 1976 im Museum Witzenhausen. Lambrechts Schenkung von 1903 ist einer der ersten auf den Aufruf folgenden an der DKS verzeichneten Eingänge in die Sammlung.
Anonymus (1903): „Museum und Sammlung“ Deutscher Kulturpionier 3(3-4), 41.
- Ereignis
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Kulturelle Zuschreibung
- (wer)
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Fokusgruppen und Interviews mit Wangoni in Songea und Maposeni, mit Wahehe und anderen Gruppen in Kilosa, Munisagara bei Kilosa, Iringa, Kilombero-Tal
- (wo)
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Ngoni Land, Hehe Land
- (wann)
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2023
- (Beschreibung)
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Provenienzforschungsprojekt zum Ostafrika-Bestand des Museum Witzenhausen
Archiv- und Literaturrecherche in Deutschland, Feldforschung an identifizierten Orten in Tansania
- Ereignis
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Zuordnung zu einem kuratierten Bestand
- (wer)
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Wilhelm Arning
- (wo)
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Witzenhausen
- (Beschreibung)
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Es ist möglich, dass Stabsarzt Wilhelm Arning diese Schilde in der von ihm geführten Schlacht von Munisagara 1892 getöteten Wahehe abnehmen und auf die nahegelegene Militärstation Kilosa bringen ließ (Arning 1893: 59),
W. Arning, Gefecht gegen die Wahehe. Deutsches Kolonialblatt 4, 1893, 58-60.
- Provenienz
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Die Provenienz ist nicht eindeutig nachgewiesen. Die Schilde wurden bei der Einrichtung des Museums 1976 als Zulu-Schilde bezeichnet, im originalen Eingangsbuch gibt es zu dieser Herkunft aber keine Hinweise. Die Inventarnummern 1,2,3,6 deuten auf eine sehr frühe Aufnahme in die Sammlung hin. Lambrechts Schenkung von 1903 war eine der ersten und enthielt Schilde. Lambrecht war zu dieser Zeit Bezirksamtmann von Kilosa, wo Arning rund 10 Jahre zuvor stationiert war und Ende 1892 Schilde von in der Schlacht beim nahegelegenen Ort Munisagara getöteten Wahehe auf die Station brachte. Verfügbare Literature und andere Fälle von Hehe-Schilden deuten jedoch darauf hin, dass Hehe-Schilde oft größer waren als die vier Exemplare in Witzenhausen. Von der Größe könnte es sich eher um Ngoni-Schilde handeln, welche die Schilde während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus Südafrika nach Ostafrika brachten und von denen die Hehe in den 1870ern und 1880ern die Technik der Herstellung übernahmen. Für eine weitere Klärung sind weitere Felderhebungen unter Einbezug der Objekte selbst nötig.
- Weitere Objektseiten
- Förderung
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Das Projekt "Provenienzforschung zum Ostafrika-Bestand der Sammlung des völkerkundlichen Museums Witzenhausen" wurde von August 2022 bis Dezember 2024 durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste gefördert. Die Aufbereitung der Ergebnisse zur Präsentation in diesem Portal wurde vom Museumsverband Hessen (MVH) unterstützt.
- Letzte Aktualisierung
- 22.01.2026, 15:18 MEZ
Datenpartner
Deutsches Institut für Tropische und Subtropische Landwirtschaft. Bei Fragen zum Objekt wenden Sie sich bitte an den Datenpartner.
Objekttyp
- shield
Beteiligte
- vermutlich Ngoni oder Hehe people
- möglicherweise Wilhelm Arning
- möglicherweise Arnold Lambrecht
- Deutsche Kolonialschule für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe (DKS) – seit 27.11.1956 umfirmiert in "Deutsches Institut für Tropische und Subtropische Landwirtschaft GmbH" (DITSL) – Rechtsnachfolgerin der DKS
- Fokusgruppen und Interviews mit Wangoni in Songea und Maposeni, mit Wahehe und anderen Gruppen in Kilosa, Munisagara bei Kilosa, Iringa, Kilombero-Tal
- Wilhelm Arning
Entstanden
- späteres 19. Jahrhundert
- 1892-96
- 1900
- 1903
- 2023