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Michendorf, Rembrandtstraße 12

Denkmalart:
Baudenkmal
Land:
Brandenburg
Kreis:
Potsdam-Mittelmark
Ort:
Michendorf
Ortsteil:
Langerwisch
Straße und Hausnummer:
Rembrandtstraße 12
Bezeichnung:
Wohnhaus und Gartenhaus - Landhaus Eberhard
Beschreibung:
Denkmaltopographie Potsdam-Mittelmark, Bd. 14.1, 2009, S. 305 f.
Errichtet 1929-30 durch den Architekten K. F. W. Rausch für Otto Eberhard. Die Planzeichnungen von 1928 im folgenden Jahr leicht modifiziert (u.a. flachere Dachneigung). 1929 Grundsteinlegung; die wesentlichen Arbeiten 1930 ausgeführt, damals noch Umplanungen im Kellergeschoss. Von Rausch stammt auch das wenig ältere, ähnliche Nachbarhaus Nr. 14; der ursprüngliche Zusammenhang durch Teilung des großzügigen, ehemals weiter nach Süden reichenden Grundstücks und Errichtung eines neuen Wohnhauses zwischen den beiden älteren gestört. Gartenplanung von E. Raczek aus Michendorf um 1928. Größere Renovierungen des Hauses 1937 durch den Michendorfer Architekten Paul Maaß; damals wohl die schon zuvor geplante Untermauerung des südwestlichen Balkons ausgeführt (in Rechnungen von Blumenzimmer-Neubau die Rede). Nach 1945 Fassaden mit Rauputz versehen. Im Zuge der Sanierung 2001-02 auch die ursprüngliche Farbgestaltung nach Befunden wiederhergestellt.
Ein- bis zweigeschossiger weißer Putzbau mit Klinkersockel; abwechslungsreich gestaltet durch Vor- und Rücksprünge sowie Höhenstaffelung. An den Hauptbaukörper mit flachem Vollwalmdach schließen flachgedeckte Bauteile an. Straßenseitig eingeschossiger Eingangsvorbau mit halbrundem Abschluss auf der linken Seite; rechts eingeschossiger Bauteil, der ursprünglich in halbrund vorspringendem Balkon endete (dieser später unterbaut). Die zum Garten orientierte Südseite mit den großen Fenstern der Hauptwohnräume; obere Etage zurückspringend, so dass Platz für eine Terrasse bleibt. An der Rückseite im Nordosten Loggia und Garageneinfahrt. Zu den weißen Putzflächen der Fassaden kontrastieren die blau gestrichenen Fenster (nach Befund wiederhergestellt); ihre Form je nach dahinter liegenden Räumen differenziert, teils einzeln, teils zu Bändern gruppiert.
Inneres durch zentrale Diele (»Halle«) erschlossen, einen gut erhaltenen Raum mit Eckkamin, Fliesenboden und Deckenlampen; vorne links Toilette und Garderobenraum anschließend, dahinter Treppenhaus mit ziegelrot gestrichenen Wänden und Ziegeltreppe mit Metallgeländer. In der Küche hinten links Fliesenboden und Anrichte mit Durchreiche zum großen Speisezimmer im hinteren rechten Teil des Hauses; dieses durch Schiebetür zum südlich anschließenden Damenzimmer zu öffnen; vorne rechts Herrenzimmer. Grundriss der oberen Etage ähnelt dem Erdgeschoss, aber statt breiter Diele schmaler mittlerer Flur; auf der linken Seite Gästezimmer und Bad, über dem Speisezimmer das Elternschlafzimmer, vorne rechts zwei Kinderzimmer (Benennung der Raumfunktionen nach den Bauplänen). Im Dachboden befand sich eine Dienstmädchen-Kammer. Im Sockelgeschoss neben Heizungsraum und Waschküche (links) sowie Garage (rückwärtig) verschiedene Kellerräume, während der Bauausführung 1930 Pförtner- bzw. Chauffeur-Wohnung eingefügt. Im gesamten Haus zahlreiche originale Türen mit Klinken erhalten.
Die Gartenplanung nur teilweise ausgeführt (z.B. das Schwimmbecken). Vorgarten zur Straße durch Strauchhecke abgegrenzt (u.a. Flieder, Pfeiffenstrauch); westlich des Hauses Rasenfläche mit flach wachsenden Wacholderbüschen; südlicher Bereich als Steingarten mit Pergola ausgebildet. Rückwärtig (östlich) des Hauptgebäudes 1937 nach Plänen von Paul Maaß Gartenhaus zur Unterbringung von Geräten und Möbeln sowie als Winterraum für Pflanzen errichtet. Kleiner, aufgrund der Hanglage ein- bzw. zweigeschossiger Rechteckkubus mit überstehendem, sehr flach geneigtem Walmdach; Fassaden im Sockel- bzw. Erdgeschossbereich in Backstein, darüber verputzt. Die Südwestecke geöffnet mit schräg gestellten Fenstern und geböschter Eckstütze, ein an Orangerien und Gewächshäuser erinnerndes Architekturmotiv. Zugang ins Kellergeschoss auf der Westseite. Die spiegelsymmetrisch aufgebaute Ostseite mit zwei Eingängen zum vor 1937 hinzuerworbenen Grundstücksteil orientiert.
Unter den im Umland von Berlin und Potsdam seit den späten 1920er Jahren in Formen des Neuen Bauens errichteten Landhäusern gehört das Haus Eberhard zu den am besten in der ursprünglichen Gestalt bewahrten Beispielen. Mit seinem flachen Dach, den weißen Fassaden, halbrund vorspringenden Gebäudeteilen sowie der wiederhergestellten Farbgebung verkörpert es wesentliche Gestaltungsprinzipien der architektonischen Moderne. Im Inneren beschränkt sich der moderne Gestaltungswille auf die zahlreich bewahrten Details, während der Grundriss – wohl auf Wunsch des Bauherrn – eher konventionell gehalten wurde.

Quellen: Umfangreiches Aktenmaterial (u.a. Bauakten mit Grundrissen, Rechnungen verschiedener am Bau beteiligter Gewerke, alte Mietverträge) sowie Album mit historischen Fotos vom Bauprozess, des Inneren und Äußeren im Besitz des Eigentümers. Gramann/ Schwieger, Olaf, Wohnhaus Rembrandtstr. 12 in Langerwisch. Restauratorische Untersuchung, Potsdam 2001. BLDAM, Objektakte Nr. 2.00-14/695.
Literatur: Kromrei/Paetau, Kultur des Bewahrens 2007, S. 89.
Beteiligte:
Maaß, Paul [Untermauerung des südwestlichen Balkons ("Blumenzimmer") Entwurf]
Ereignis:
Datierung
(wann):
1929-1930
(wer):
Rausch, K.? F.? W.? [Datierung 1929-1930 Entwurf]
(wer):
Eberhard, Otto [Datierung 1929-1930 Bauherr]
Ereignis:
Umbau
(wann):
1937
Rechteinformation:
BLDAM
Letzte Aktualisierung: 11.04.2018, 17:39 Uhr

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