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Nachlass Max Planck, Direktor der Ministerialabteilung für Gelehrten- und Realschulen (* 1822, + 1900) (Bestand)

Bestandssignatur:
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Q 2/4
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Kontext:
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Nachlässe, Verbands- und Familienarchive >> Sonstige Nachlässe
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Bestandslaufzeit:
1840-1900 (-1905)
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Bestandsbeschreibung:
Inhalt und Bewertung

Planck, Max von (08.07.1822 - 08.04.1900), Pädagoge, 1859 Professor am Obergymnasium Ulm, 1881 Rektor des Karlsgymnasiums Stuttgart, 1895 Direktor im württembergischen Kultministerium und Leiter der Abteilung für Gelehrten- und Realschulen, ab 1890 erster Vorstand des Württembergischen Gymnasiallehrervereins
Enthält: Unterlagen zur Biographie württembergischer Gymnasiallehrer; vereinzelt Briefe an und von Christoph Ziegler, Gymnasialprofessor in Stuttgart; Material aus dem Nachlass Gustav Widmann, Enkel und Biograph Max Plancks

Professor Dr. Max (von) Planck wurde am 8. Juli 1822 in Stuttgart-Feuerbach als Sohn des dortigen Pfarrers Karl Planck geboren. Er entstammte einer in Württemberg und darüber hinaus weitverzweigten Familie, zu der unter anderem auch der berühmte Physiker und Nobelpreisträger Max Planck (1858-1947) gehörte. Verwandtschaftliche Beziehungen bestanden außerdem zu den Dichtern Eduard Mörike und Ludwig Uhland. Nach dem Besuch der Lateinschule in Nürtingen und des niederen Evangelischen Seminars in Schöntal, wo Max Planck unter anderem Freundschaft mit dem späteren Orientalisten und Theologen August Dillmann schloss, studierte er ab 1840 an der Universität Tübingen Theologie und Philologie. 1845 legte Planck die erste theologische Dienstprüfung ab und war 1845-1847 als Hofmeister im Hause des Kriegsministers Graf von Sontheim tätig. Mit einer Arbeit über den gefesselten Prometheus des Aischylos wurde er 1846 an der Universität Tübingen zum Doktor phil. promoviert. Nach der Rückkehr von einer Studienreise nach Italien 1847-1848 arbeitete Planck als Repetent am Seminar in Urach und am Tübinger Stift. 1850 bestand Planck die zweite theologische Dienstprüfung. Er wählte jedoch nicht den Pfarrerberuf, sondern entschied sich für den höheren Schuldienst. Aus diesem Grund absolvierte er 1851 die höhere philologische Dienstprüfung, das sogenannte Professoratsexamen, das er wie alle Dienstprüfungen mit Auszeichnung bestand. Seine erste ständige Stelle führte ihn nach Biberach, wo er 1853 bis 1859 Rektor der Latein- und Realschule und zugleich evangelischer Hilfsgeistlicher an der Stadtkirche war. 1855 vermählte er sich mit Henriette Roßteuscher, einer Pfarrerstochter aus Franken. In den Jahren 1859 bis 1878 wirkte Planck als Professor für Latein und Geschichte am Obergymnasium in Ulm. 1878 wurde ihm das Rektorat des Stuttgarter Gymnasiums übertragen, seit 1880 mit dem Titel eines Oberstudienrats. Bei der Aufteilung des Stuttgarter Gymnasiums in zwei selbständige Anstalten erhielt Planck die Leitung des 1881 neugeschaffenen städtischen Karlsgymnasiums. Als prominenter Befürworter der humanistischen Bildung wurde Planck 1890 zum ersten Vorstand des neugegründeten Vereins der Lehrer an den humanistischen Lehranstalten Württembergs gewählt. Höhepunkt seiner beruflichen Laufbahn war die Ernennung zum Direktor der Kultministerialabteilung für die Gelehrten- und Realschulen im Jahre 1895. Nach 50jähriger Tätigkeit im Schuldienst wurde Max Planck im Jahre 1898 in den Ruhestand versetzt. Von den Ehrungen, die ihm im Laufe seines Lebens zuteil wurden, seien die Verleihung des Kronordens, der mit dem persönlichen Adel verbunden war, sowie die Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Tübingen im Jahre 1896 genannt. Max Planck starb am 8. April 1900 in Stuttgart. Zu den Veröffentlichungen Max Plancks zählen ein Buch über die Feuerzeuge der Griechen und Römer und deren Verwendung für sakrale und profane Zwecke, Artikel in Pauly's Realenzyklopädie des klassischen Altertums über Künstler, Waffen, Schlachtordnung und Wettkämpfe, Aufsätze in Zeitschriften zu historischen Themen und biographische Abhandlungen über die Gymnasialprofessoren Karl Ludwig Roth, Christoph Ziegler (vgl. Büschel 3 und 5) und den Philosophen Karl Christian Planck. Seine Schulreden aus der Zeit als Gymnasialrektor in Stuttgart, die 1892 als Buch erschienen, haben hauptsächlich Fragen der Erziehung und des Unterrichts zum Inhalt. Nach einer Notiz von Robert Uhland, die sich im Bestand Q 2/4 Büschel 8 befindet, gelangte der Nachlass Max Planck im Juli 1960 als Geschenk von Frau Ilse Weiß geb. Widmann, einer Urenkelin von Max Planck, ins Hauptstaatsarchiv, wo er zunächst dem Bestand J 50 (Kleinere Nachlässe) zugewiesen wurde. Nach der Bildung der Q-Beständeserie für Nachlässe und sonstiges nichtstaatliches Archivgut wurde der Nachlass aus dem Bestand J 50 ausgegliedert und erhielt die Signatur Q 2/4. Der Bestand enthält neben Briefen Chr istoph Zieglers an Max Planck (Büschel 7) vorwiegend Sonderdrucke mit biographischen Artikeln über württembergische Gelehrte (Büschel 1 bis 5), mit denen Max Planck in Beziehung stand. Dabei handelt es sich entweder um Kollegen von Max Planck, wie Carl Adolf Schmid und Christoph Ziegler, Verwandte, wie Heinrich Kratz und Karl Ludwig Roth, oder Schulfreunde Plancks, wie August Dillmann. Aus dem Nachlass Christoph Zieglers stammen sehr wahrscheinlich dessen Doktordiplom (in Büschel 5) sowie Briefe an Ziegler (Büschel 6). Im Anhang finden sich außerdem Unterlagen aus dem Nachlass von Gustav Widmann (Büschel 8), einem Enkel Max Plancks und Verfasser der Biographie über Max Planck in den Schwäbischen Lebensbildern (siehe Literaturhinweise). Der Bestand wurde im August 1995 von Archivinspektor Eberhard Merk verzeichnet. Er umfasst 8 Büschel in 0,1 laufenden Metern. Stuttgart, im August 1995 Eberhard Merk

Literaturhinweise: - Südwestdeutsche Schulblätter 17 (1900), S. 132-137 (G. Hauber) - Das humanistische Gymnasium 11 (1900), S. 101-105 (Friedrich Pressel), 12 (1901), 95 (K. Hirzel) - Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog, Band 5 (für 1900), S. 64-66 (Rudolf Krauß) - Besondere Beilage des Staatsanzeigers für Württemberg Nr. 4 vom 30. April 1931, S. 73-80 (W. Nestle) - Gustav Widmann: Max Planck. In: Schwäbische Lebensbilder Band 4, Stuttgart 1948, S. 196-222 Personalakte Max Plancks im Staatsarchiv Ludwigsburg Bestand E 203 Büschel 1241
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Umfang:
8 Nummern
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Indexbegriff Person:
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Letzte Aktualisierung: 09.07.2019, 14:48 MESZ