Archivbestand
Familiennachlass Ploth (Bestand)
Der Familiennachlass Ploth wurde dem Archiv von Frau Ingeborg Kresse übergeben. In Form eines 41 x 23,5 cm großen Koffers, zweier Fotoalben und einer kleinen Kiste mit Fotos beinhaltet der Nachlass Feldpostbriefe und Korrespondenz einzelner Familienmitglieder sowie persönliche Dokumente vor allem aus der NS-Zeit, aber auch vereinzelt Stücke aus der Vor- und Nachkriegszeit. Ebenso finden sich Fragmente aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Bemerkenswert an diesem Nachlass ist, dass die persönlichen Eindrücke und Erfahrungen besonders aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs von mehreren Personen an verschiedenen Orten und aus verschiedenen Perspektiven zur Geltung gebracht werden. Im Vordergrund der Sammlung steht Josef Franz Hubert Ploth (geboren am 03. November 1898 in Saaz, verstorben am 18. Mai 1981 in Dormagen). Josef Ploth war gemeinsamer Sohn der Pauline Ploth, geborene Feigl (1875-1944), und Josef Ploth Senior, welcher kurz nach der Eheschließung verunglückte. Josef Ploth wuchs, wie seine Schulzeugnisse hergeben, unter der Vormundschaft seiner Großtante Pauline Proksch und deren Ehegatten Anton Proksch auf. Besonders zu seiner Großtante hatte er ein enges Verhältnis, da er sie in seiner Feldpost aus seiner Zeit im Ersten Weltkrieg als "Mutter" betitelt. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Saaz, welches bis 1918 Österreich-Ungarn angehörte und nach dem Ersten Weltkrieg in der Tschechoslowakei aufging, seit 1938 Landkreis des Reichsgaus Sudetenland war und im heute in Tschechien liegt. Nach dem Ersten Weltkrieg muss es ihn nach Köln verschlagen haben, wo er zunächst beim Kölner Postamt arbeitete. Seine leibliche Mutter Pauline Witwe Ploth, geborene Feigl, heiratete 1921 den Kölner Heeresstandortverwaltungsangestellten Wilhelm Laufenberg (1878-1942). Wenig später adoptierten die Eheleute Laufenberg Josef Feigl, fortan Laufenberg (1914-1942), welcher ein Neffe Pauline Laufenbergs war und 1917 seine Mutter Julie Feigl sowie 1918 seinen Vater Karl Feigl verlor. Auch die Großtante Josef Ploths, Pauline Proksch, lebte in Köln. 1926 veranlasste sie in einem Testament, dass ihr Grundbesitz in Saaz nach ihrem Tod an ihren Großneffen Josef Ploth übergehen solle. Josef Ploth ehelichte am 17. Juli 1930 Alma Agnes Lucie Seifert (geboren am 17. April 1907 in Aarberg), wodurch beide die tschechische Staatsangehörigkeit erhielten, später 1933 jedoch - aus beruflichen Gründen Josef Ploths - die preußische Staatsbürgerschaft erlangten. 1935 wurde der gemeinsame Sohn Helmut Ploth geboren, acht Jahre später folgte die Tochter Ingeborg Ploth. 1940 wurde Josef Ploth in den Heeresdienst nach Hiddingsel bei Dülmen eingezogen, wo er Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter beaufsichtigte. Sein Schriftverkehr richtete sich vor allem an seine Ehefrau und deren Eltern Alma und Adolf Seifert sowie an seine Schwägerin Frieda Seifert in Dormagen. Ebenso in Kontakt stand er zu seinem Schwager Helmut Seifert, welcher an der belgisch-niederländischen Grenze im Militäreinsatz war. Bereits Ende August 1940 wurde Josef Ploth aus seinem Heeresdienst wieder entlassen. Sein Stiefbruder, Josef Laufenberg, geborener Feigl, fiel am 09. November 1942 bei Stalingrad, kurz nach dem Tod seines Adoptivvaters Wilhelm Laufenberg. Im Juni 1943 wurde das Haus der Witwe Pauline Laufenberg im Zuge der schweren Luftangriffe auf Köln völlig zerstört. Infolgedessen kam diese bei ihrem Sohn Josef Ploth und der Familie Seifert in Dormagen unter, starb jedoch 1944 nach langer Krankheit. Der Nachlass wurde anno 2021 von Archivmitarbeiterin Selina El Moutawakil erschlossen und technisch bearbeitet. Er kann gemäß den Bestimmungen des Landesarchivgesetzes NRW im Archiv im Rhein-Kreis Neuss genutzt werden.
Der Familiennachlass Ploth wurde dem Archiv von Frau Ingeborg Kresse übergeben. In Form eines 41 x 23,5 cm großen Koffers, zweier Fotoalben und einer kleinen Kiste mit Fotos beinhaltet der Nachlass Feldpostbriefe und Korrespondenz einzelner Familienmitglieder sowie persönliche Dokumente vor allem aus der NS-Zeit, aber auch vereinzelt Stücke aus der Vor- und Nachkriegszeit. Ebenso finden sich Fragmente aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Bemerkenswert an diesem Nachlass ist, dass die persönlichen Eindrücke und Erfahrungen besonders aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs von mehreren Personen an verschiedenen Orten und aus verschiedenen Perspektiven zur Geltung gebracht werden.
Im Vordergrund der Sammlung steht Josef Franz Hubert Ploth (geboren am 03. November 1898 in Saaz, verstorben am 18. Mai 1981 in Dormagen). Josef Ploth war gemeinsamer Sohn der Pauline Ploth, geborene Feigl (1875-1944), und Josef Ploth Senior, welcher kurz nach der Eheschließung verunglückte. Josef Ploth wuchs, wie seine Schulzeugnisse hergeben, unter der Vormundschaft seiner Großtante Pauline Proksch und deren Ehegatten Anton Proksch auf. Besonders zu seiner Großtante hatte er ein enges Verhältnis, da er sie in seiner Feldpost aus seiner Zeit im Ersten Weltkrieg als "Mutter" betitelt. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Saaz, welches bis 1918 Österreich-Ungarn angehörte und nach dem Ersten Weltkrieg in der Tschechoslowakei aufging, seit 1938 Landkreis des Reichsgaus Sudetenland war und im heute in Tschechien liegt.
Nach dem Ersten Weltkrieg muss es ihn nach Köln verschlagen haben, wo er zunächst beim Kölner Postamt arbeitete. Seine leibliche Mutter Pauline Witwe Ploth, geborene Feigl, heiratete 1921 den Kölner Heeresstandortverwaltungsangestellten Wilhelm Laufenberg (1878-1942). Wenig später adoptierten die Eheleute Laufenberg Josef Feigl, fortan Laufenberg (1914-1942), welcher ein Neffe Pauline Laufenbergs war und 1917 seine Mutter Julie Feigl sowie 1918 seinen Vater Karl Feigl verlor. Auch die Großtante Josef Ploths, Pauline Proksch, lebte in Köln. 1926 veranlasste sie in einem Testament, dass ihr Grundbesitz in Saaz nach ihrem Tod an ihren Großneffen Josef Ploth übergehen solle.
Josef Ploth ehelichte am 17. Juli 1930 Alma Agnes Lucie Seifert (geboren am 17. April 1907 in Aarberg), wodurch beide die tschechische Staatsangehörigkeit erhielten, später 1933 jedoch - aus beruflichen Gründen Josef Ploths - die preußische Staatsbürgerschaft erlangten. 1935 wurde der gemeinsame Sohn Helmut Ploth geboren, acht Jahre später folgte die Tochter Ingeborg Ploth.
1940 wurde Josef Ploth in den Heeresdienst nach Hiddingsel bei Dülmen eingezogen, wo er Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter beaufsichtigte. Sein Schriftverkehr richtete sich vor allem an seine Ehefrau und deren Eltern Alma und Adolf Seifert sowie an seine Schwägerin Frieda Seifert in Dormagen. Ebenso in Kontakt stand er zu seinem Schwager Helmut Seifert, welcher an der belgisch-niederländischen Grenze im Militäreinsatz war. Bereits Ende August 1940 wurde Josef Ploth aus seinem Heeresdienst wieder entlassen.
Sein Stiefbruder, Josef Laufenberg, geborener Feigl, fiel am 09. November 1942 bei Stalingrad, kurz nach dem Tod seines Adoptivvaters Wilhelm Laufenberg. Im Juni 1943 wurde das Haus der Witwe Pauline Laufenberg im Zuge der schweren Luftangriffe auf Köln völlig zerstört. Infolgedessen kam diese bei ihrem Sohn Josef Ploth und der Familie Seifert in Dormagen unter, starb jedoch 1944 nach langer Krankheit.
Der Nachlass wurde anno 2021 von Archivmitarbeiterin Selina El Moutawakil erschlossen und technisch bearbeitet. Er kann gemäß den Bestimmungen des Landesarchivgesetzes NRW im Archiv im Rhein-Kreis Neuss genutzt werden.
Vorwort: Der Familiennachlass Ploth wurde dem Archiv aus privater Hand übergeben. In Form eines 41 x 23,5 cm großen Koffers, zweier Fotoalben und einer kleinen Kiste mit Fotos beinhaltet der Nachlass Feldpostbriefe und Korrespondenz einzelner Familienmitglieder sowie persönliche Dokumente vor allem aus der NS-Zeit, aber auch vereinzelt Stücke aus der Vor- und Nachkriegszeit. Ebenso finden sich Fragmente aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Bemerkenswert an diesem Nachlass ist, dass die persönlichen Eindrücke und Erfahrungen besonders aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs von mehreren Personen an verschiedenen Orten und aus verschiedenen Perspektiven zur Geltung gebracht werden.
Im Vordergrund der Sammlung steht Josef Franz Hubert Ploth (geboren am 3. November 1898 in Saaz, verstorben am 18. Mai 1981 in Dormagen). Josef Ploth war gemeinsamer Sohn der Pauline Ploth, geborene Feigl (1875-1944), und Josef Ploth Senior, welcher kurz nach der Eheschließung verunglückte. Josef Ploth wuchs, wie seine Schulzeugnisse hergeben, unter der Vormundschaft (seiner Großtante?) Pauline Proksch und deren Ehegatten Anton Proksch auf. Besonders zu Frau Proksch hatte er ein enges Verhältnis, da er sie in seiner Feldpost aus seiner Zeit im Ersten Weltkrieg als "Mutter" betitelt. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Saaz, welches bis 1918 Österreich-Ungarn angehörte und nach dem Ersten Weltkrieg in der Tschechoslowakei aufging, seit 1938 Landkreis des Reichsgaus Sudetenland war und heute in Tschechien liegt.
Nach dem Ersten Weltkrieg muss es ihn nach Köln verschlagen haben, wo er zunächst beim Kölner Postamt arbeitete. Seine leibliche Mutter Pauline Witwe Ploth, geborene Feigl, heiratete 1921 den Kölner Heeresstandortverwaltungsangestellten Wilhelm Laufenberg (1878-1942). Wenig später adoptierten die Eheleute Laufenberg Josef Feigl, fortan Laufenberg (1914-1942), welcher ein Neffe Pauline Laufenbergs war und 1917 seine Mutter Julie Feigl sowie 1918 seinen Vater Karl Feigl verlor. Auch die Großtante? Josef Ploths, Pauline Proksch, lebte in Köln. 1926 veranlasste sie in einem Testament, dass ihr Grundbesitz in Saaz nach ihrem Tod an Josef Ploth übergehen solle.
Josef Ploth ehelichte am 17. Juli 1930 Alma Agnes Lucie Seifert (geboren am 17. April 1907 in Aarberg), wodurch beide die tschechische Staatsangehörigkeit erhielten, später 1933 jedoch - aus beruflichen Gründen Josef Ploths - die preußische Staatsbürgerschaft erlangten. 1935 wurde der gemeinsame Sohn Helmut Ploth geboren, acht Jahre später folgte die Tochter Ingeborg Ploth.
1940 wurde Josef Ploth in den Heeresdienst nach Hiddingsel bei Dülmen eingezogen, wo er Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter beaufsichtigte. Sein Schriftverkehr richtete sich vor allem an seine Ehefrau und deren Eltern Alma und Adolf Seifert sowie an seine Schwägerin Frieda Seifert in Dormagen. Ebenso in Kontakt stand er zu seinem Schwager Helmut Seifert, welcher an der belgisch-niederländischen Grenze im Militäreinsatz war. Bereits Ende August 1940 wurde Josef Ploth aus seinem Heeresdienst wieder entlassen.
Sein Stiefbruder, Josef Laufenberg, geborener Feigl, fiel am 09. November 1942 bei Stalingrad, kurz nach dem Tod seines Adoptivvaters Wilhelm Laufenberg. Im Juni 1943 wurde das Haus der Witwe Pauline Laufenberg im Zuge der schweren Luftangriffe auf Köln völlig zerstört. Infolgedessen kam diese bei ihrem Sohn Josef Ploth und der Familie Seifert in Dormagen unter, starb jedoch 1944 nach langer Krankheit.
Der Nachlass wurde anno 2021 von Archivmitarbeiterin Selina El Moutawakil erschlossen und technisch bearbeitet. Er kann gemäß den Bestimmungen des Landesarchivgesetzes NRW im Archiv im Rhein-Kreis Neuss genutzt werden.
- Reference number of holding
-
S 141
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05.11.2025, 1:59 PM CET
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- Bestand