D.Sar Familienarchiv Sarrazin

Bestandsbeschreibung: Das Archiv Sarrazin wurde Ende des Jahre 2008 von Frau Krista Sarrazin der Westfälischen Gesellschaft für Genealogie als Depositum übergeben und bei dieser Gelegenheit einer Neuverzeichnung und Neuordnung unterzogen.

Die Anfänge und die Grundlegung der Familienforschung Sarrazin gehen nach der Darstellung von Jürgen und Krista Sarrazin vom 13. Juli 2009 auf das Jahr 1860 zurück. Hermann Sarrazin (* Bocholt 1831, + Konstantinopel 1888; siehe Stammtafel 12 c) und Josef Sarrazin in Krerowo, Posen, (1842-1903, siehe Stammtafel 9) waren die Ersten, die systematisch begannen, genealogische und biographische Daten der in Deutschland ansässigen Familien Sarrazin zusammenzutragen. Hermanns Neffe Felix Richard Sarrazin (1878-1929), siehe Stammtafel 12 g) setzte die Forschungen fort und sammelte die Daten für die Stammtafeln 1-23, d. h. für die Zweige, die von Johann Christian Sarrazin in Bühne abstammen mit Ausnahme der von Dietrich Heinrich Schönenberg (DHS-Linien) Sarrazin abstammenden Nachfahrenschaft. Dietrich Heinrich Schönenberg (1701-1741) war der dritte Sohn Johann Christian Sarrazins und ein Bruder von Johann Christian und Johann Heinrich Sarrazin. Er war bis dahin nur dem Namen nach bekannt. Es ist das Verdienst von Jürgen und Krista Sarrazin, die genealogischen Daten und biographischen Dokumente über ihn und seine Nachkommenschaft ausfindig gemacht und zusammengestellt zu haben.
Felix Richard konnte mit finanzieller Unterstützung des Oberregierungs- und -baurats Richard Sarrazin (1886-1944) seine Forschungen 1911 im Berliner Verlag Gsellius unter dem Titel Stammbaum der westfälischen Familie Sarrazin publizieren.
Nachdem das Familienarchiv den Zweiten Weltkrieg sicher und unbeschadet bei Dr. Otto Walter Sarrazin in Gmünd (* 1888) überstanden hatte, gelangte es 1962 in Gewahrsam des Oberregierungs- und -baurats Otto Sarrazin (* 1904), der die Forschungen engagiert weiterführte. Er führte die Recherchen nach den Daten zu den Stammtafeln der zehn aus Bocholt stammenden Familien (neun Brüder und ein Schwester, Kinder des Salm-Salmschen Kammerdirektors und Geheimen Rats Franz Joseph Heinrich Sarrazin und der Jenny Kreuzhage) bis 1958 fort.

1984 wurde das Familienarchiv an Herrn Jürgen Sarrazin (*1936; siehe Stammtafel 12g) und seine Frau Krista übertragen. Ihre Forschungen richteten sich auf die Auswertung außerdeutscher Archive und Bibliotheken in der Schweiz, Frankreich, Schweden, Dänemark, Österreich, Belgien und England, darüber hinaus auf die der Vereinigten Staaten von Amerika. Früchte dieser unermüdlichen und kontinuierlichen Recherchen schlugen sich nieder in einer eingehenden und vertieften Biographie des bis dahin als Ältervater geltenden Johann Christian Sarrazin (* 1645, + nach 1729) und legte die Spur zu dessen Vater Johann Daniel (* 1632, + nach 1710), der seinen beruflichen Werdegang als Militär begann und als Altarbildmaler in Münden und anderweitig Ansehen genoss. Dessen Vater Ludwig (Louis) stammte aus Genf (* 1596, + 1645 in Leipnik, Böhmen). Er war hauptsächlich in dänischen und schwedischen Diensten Teilnehmer am Dreißigjährigen Krieg, tat sich als Offizier und Festungsbauingenieur hervor und wurde der Stammvater aller deutschen Sarrazin. Jürgen und Krista Sarrazin sind auch weiterführende Kenntnisse über die Herkunftsfamilie Sarrazin in Genf zu verdanken und - wie bereits erwähnt - über die weitverzweigte Nachkommenschaft des Dietrich Heinrich Schönenberg Sarrazin, 1701-1741 in Bühne.

Das Archiv weist sichtbar die zeitlichen Schichten der Forschungen auf, insbesondere setzen sich die älteren Arbeiten deutlich von den seit den 1980-er Jahren ab. Bei der Neuordnung ergab sich die Schwierigkeit, das organische Wachstum in der Dokumentation und Forschung zu berücksichtigen und gleichzeitig allzu starke Überlappungen mit den jüngeren Forschung zu vermeiden. Es war das Bemühen, mit der vorliegenden neuen Verzeichnung diese Überschneidungen aufzuheben, ohne die Genese der Forschungen zu verdecken. Die Arbeiten daran wurden im Juli 2009 abgeschlossen.



Münster, den 19. Juli 2009
Dr. Werner Frese
D.Sar

Reference number
Westfälische Hofes- und Familienarchive, D.Sar

Context
Westfälische Hofes- und Familienarchive (Archivtektonik) >> Bocholt

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19.03.2020, 9:23 AM CET

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