Bestand
Freiwillige Feuerwehr St. Magnus (Bestand)
Enthält: Generalversammlungen - Vorstandssitzungen - Finanzen - Fahrzeuge, Geräte, Gebäude - Mitglieder - Landesfeuerwehrverband - chronikalische Sammlungen
Geschichte des Bestandsbildners: Die Freiwillige Feuerwehr Bremen - St. Magnus wurde am 2. April 1913 mit 37 aktiven Mitgliedern gegründet. Nachdem es zuvor seit Ende der 1870er Jahren eine Pflichtfeuerwehr in der Gemeinde gegeben hatte, die dem Spritzenverband Lesum angegliedert war, ergab sich im Jahr 1913 durch die Auflösung des Spritzenverbandes die Notwendigkeit einer Neugründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Ausgerüstet mit einer Handdruckspritze wurde das erste Spritzenhaus in der Feldstraße (heute Hasenhöft) bezogen. Zum ersten Wehrführer wurde Jacob Block ernannt. Aufgeteilt in einen Spritzen-, einen Steiger- und einen Absperrzug trat die Wehr ihren Dienst an und wurde laut Aufzeichnungen in der Festschrift während des Ersten Weltkriegs sogar zur Feldwache eingeteilt und mit Gewehren ausgerüstet. 1924 erfolgte der Ausbau mit einem Sanitätszug. Mittlerweile umfasste die Freiwillige Feuerwehr bereits 64 Mitglieder. Seit 1926 wurde von der Feuerwehr außerdem alljährlich ein Heringsessen organisiert, das der Förderung der Kameradschaft und der Verbundenheit mit der Bevölkerung diente. Der Wunsch der Wehr nach modernem Gerät ging im Jahr 1935 in Erfüllung, als sie ihre erste Motorspritze des Fabrikats "Koebe" mit einer Leistung von 800 l/min erhielt. Begleitet wurde sie von einem Mercedes 24/100/140 als Zugwagen, der von den Mitgliedern der Wehr zu einem Mannschaftswagen umgebaut wurde.
Geschichte des Bestandsbildners: Infolge einer Umorganisierung des Feuerlöschwesens erwies sich das Spritzenhaus als zu klein, weshalb die Feuerwehr St. Magnus ein neues Gerätehaus in der Billungsstraße bezog. 1943 erhielt die Wehr ein weiteres Fahrzeug - einen Mercedes KS 15, das am Ende des Krieges beschlagnahmt wurde. Am 26.9.1946 fand die erste Versammlung nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Aus Mangel an Alternativen - alle Lokale waren noch durch die Besatzungsmacht beschlagnahmt - wurde als Ort dafür die Backstube des Kameraden und späteren Wehrführers Heinrich Wehmann ausgesucht. 1961 trat die Freiwillige Feuerwehr St. Magnus dem Luftschutz, Abteilung Brandschutz, bei. Dafür erhielt sie am 24.3.1961 ihr erstes Tanklöschfahrzeug des Typs TLF 8.
Geschichte des Bestandsbildners: Im April 1963 wurde mit einem großen Fest das 50-jährige Bestehen der Wehr gefeiert. Bei dieser Gelegenheit wurde der Freiwilligen Feuerwehr ein neues Fahrzeug des Typs LF 8 übergeben. Da im Gerätehaus an der Billungsstraße Platzmangel herrschte, trat man 1968 mit dem Bauamt Bremen-Nord in Verhandlungen infolge derer im Gebäude des Bauamtes (vormals Haus Blumenkamp) die ehemalige Waschküche zu einem Gruppenraum umgebaut und 1969 eingeweiht werden konnte. 1972 konnte die Wehr außerdem durch eine Neuaufteilung der Katastrophenschutzfahrzeuge zwei weitere Fahrzeuge (ein LF 16 TS und ein VLF) übernehmen, die aus Platzmangel in der Katastrophenschutz-Schule in Bremen-Lesum untergestellt wurden. Bereits 1976 begann man mit der Planung eines neuen Gerätehauses Am Kapellenberg, da das bisherige Gerätehaus wegen einer geplanten Kurvenbegradigung geräumt werden sollte und ohnehin nicht genug Platz vorhanden war. Diese Planungen wurden durch den Brand des dafür geplanten Gebäudes im Jahr 1977 zunächst zurückgeworfen, bis letztendlich entschieden wurde, die Remise von "Haus Lesmona" zum neuen Gerätehaus der Feuerwehr aus- und umzubauen. Im April 1980 konnte das neue Gerätehaus Am Kapellenberg 7 "Wache im Park" feierlich eingeweiht werden. Zudem wurde 1980 das LF8 aus dem Jahr 1963 durch ein TroTLF16 ersetzt, da es nicht mehr verkehrssicher war. Dieses TroTLF wurde bereits ein Jahr später gegen ein neues TLF16 getauscht. Ende 1985 tauschte man schließlich auch die beiden Bundesfahrzeuge (LF16TS und HiRw) gegen neuere Modelle.
Geschichte des Bestandsbildners: Im Jahr 2011 wurde die Freiwillige Feuerwehr St. Magnus schließlich infolge einer Neustrukturierung der Freiwilligen Feuerwehren zum 31. Oktober aufgelöst, da sie verkehrsungünstig lag, erheblicher Sanierungsbedarf am Gerätehaus bestand und Ersatz für beide Fahrzeuge beschafft werden müsste. Außerdem war sie von mehreren Wehren umgeben, die die Einsatzbereitschaft sicherstellen konnten. Ihren Ausrückebezirk übernahmen die Freiwilligen Feuerwehren Schönebeck und Burgdamm.
Zu den größten und wichtigsten Einsätzen der Wehr gehören die Waldbrandkatastrophe 1975 in der Südheide bei Celle und die Baumwollbrände 1990 und 1992 im Industriehafen und in der Bremer Neustadt.
Bestandsgeschichte: Im Oktober 2011 wurde dem Staatsarchiv von Herrn Florian Boehlke das Schriftgut der in diesem Jahr aufgelösten Freiwilligen Feuerwehr Bremen-St. Magnus angeboten. Am 24.11.2011 fand eine Besichtigung des Materials durch Frau Breitenfeldt mit Herrn Boehlke im Ortsamt Burglesum, Hindenburgstr. 61, 28717 Bremen statt. Dort lagerten 4 Umzugskartons mit Unterlagen. Es wurden 3 Kartons für archivwürdig erklärt und schließlich am 14.06.2012 vom Staatsarchiv übernommen. Der Bestand bekam die Bestandsnummer 7,1129.
Bei dem Bestand handelt es sich um das Schrift- und Sammlungsgut der Freiwilligen Feuerwehr St. Magnus. Sie war Mitglied im Landesfeuerwehrverband Bremen, dem heute 23 Freiwillige Feuerwehren mit ca. 650 ehrenamtlichen Einsatzkräften und die Berufsfeuerwehr der Stadt Bremen mit ca. 500 hauptamtlichen Einsatzkräften angehören. 20 der Freiwilligen Feuerwehren liegen innerhalb des Stadtgebiets, drei in Bremerhaven. Die Berufsfeuerwehr hat sechs Feuerwachen in Bremen. Im Zuge einer Neustrukturierung der Freiwilligen Feuerwehren 2011 war die Freiwillige Feuerwehr St. Magnus die einzige Wehr die geschlossen wurde. Zu diesem Zeitpunkt umfasste sie 20 Mitglieder (wovon 11 außerhalb des Ausrückebezirks wohnten), sowie 13 Mitglieder der Jugendfeuerwehr und hatte in der Zeit zwischen Anfang 2007 und dem 30.9.2010 14 Einsätze.
Bestandsgeschichte: Der Bestand beinhaltet neben den Unterlagen der feuerwehrinternen Verwaltung auch eine beachtliche Sammlung zur Geschichte der Wehr. Diese umfasst vor allem Zeitungsberichte, sowie 4 Fotoalben mit Bildern von Einsätzen, Wettbewerben und kameradschaftlichen Veranstaltungen, wodurch ein detaillierter Einblick in die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren Bremens und das kameradschaftliche Miteinander möglich wird. Dennoch ist die Überlieferung - besonders der internen Verwaltung - zum Teil sehr lückenhaft. So fehlen beispielsweise sämtliche Protokolle der Mitgliederversammlungen ab 1965, während das übrige Material lediglich vereinzelt die Zeit ab dem Jahr 2000 umfasst. Die Zeit zwischen den späten 1950er Jahren und dem Ende der 1980er ist dafür recht vollständig dokumentiert.
Infolge der Übernahme dieses Bestands wurde die Anzahl der in der Bibliothek vorhandenen Werke zur Freiwilligen Feuerwehr - insbesondere Festschriften - beträchtlich vermehrt. Gab es vorher lediglich 11 Titel in der Bibliothek, so kamen nun noch einmal 26 dazu.
Der Bestand wurde im September 2012 bearbeitet. Er umfasst 41 Verzeichnungseinheiten, die in 5 Kartons und zwei Großkartons Platz gefunden haben.
- Reference number of holding
-
7.1129
- Extent
-
0,8
- Context
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Staatsarchiv Bremen (Archivtektonik) >> Gliederung >> 7. Nichtamtliche Überlieferung >> 7.2. Vereine, Verbände, Stiftungen, Parteien >> 7.2.7. Sport-, Freizeit- und sonstige Vereine
- Date of creation of holding
-
1913-2007
- Other object pages
- Online-Beständeübersicht im Angebot des Archivs
- Last update
-
30.06.2025, 11:55 AM CEST
Data provider
Staatsarchiv Bremen. If you have any questions about the object, please contact the data provider.
Object type
- Bestand
Time of origin
- 1913-2007