• Ergebnis 1 von 1

Oberforstmeisterei Dresden (Bestand)

Bestandssignatur:
Sächsisches Staatsarchiv, 10862
Mehr anzeigen
Kontext:
Sächsisches Staatsarchiv (Beständegliederung) >> 02. Königreich und Freistaat Sachsen 1831 - 1945 >> 02.03 Fachbehörden und nachgeordnete Einrichtungen >> 02.03.05 Finanzen >> 02.03.05.02 Forstverwaltung
Mehr anzeigen
Bestandslaufzeit:
1555 - 1933
Mehr anzeigen
Bestandsbeschreibung:
Geschichte: Bis 1815 umfasste die damalige Oberforst- und Wildmeisterei Dresden die Ämter Hoyerswerda, Meißen, Moritzburg, Radeberg mit Laußnitz sowie Senftenberg, d. h. vor allem rechtselbisches Gebiet und nur einen verhältnismäßig schmalen Streifen auf dem linken Elbufer. Sitz des Oberforstmeisters war der Jägerhof in Dresden-Neustadt. Durch die Teilung Sachsens im Zuge des Wiener Friedens und die Neugliederung des verbliebenen Gebietes in vier Forstkreise und 15 Forstbezirke, fielen die Ämter Meißen, Moritzburg und Radeberg mit Laußnitz der neu geschaffenen Oberforstmeisterei Moritzburg zu, während das Amt Senftenberg zu Preußen kam. Damit wurde der Forstbezirk Dresden, ab 1844 Oberforstmeisterei, auf das Dresdner Amt, d. h. vorwiegend die Dresdner Heide, beschränkt, und lediglich ein kleines Waldgebiet im Amt Stolpen kam neu hinzu. Eine Vermehrung der Dresdner Forstreviere erfolgte 1906, da man die Oberforstmeisterei Moritzburg nunmehr in die Dresdner Oberforstmeisterei integrierte. Von diesen Forstrevieren wurden 1924 Kreyern, Moritzburg und ein Teil von Weißig dem Familienverein "Haus Wettin Albertinischer Linie e. V." überlassen. 1924 wurde die Oberforstmeisterei aufgelöst und eine Landforstdirektion unter einem Landesforstmeister geschaffen.

Weitere Angaben siehe 2.3.5.2 Forstverwaltung

Inhalt: Allgemeine Bestimmungen.- Grundstücksangelegenheiten.- Baugenehmigungen.- Jagdangelegenheiten.- Personalverwaltung.- Forsttaxation und Revisionsangelegenheiten.

Ausführliche Einleitung: Im Jahre 1567 wurden sämtliche Wälder im Meißnischen Kreis rechts der Elbe einem Oberfortmeister Hans Neber in Radeberg unterstellt. Dieser Bezirk hat sich offenbar sehr bald als zu groß erwiesen, sodass die Wälder um das Elbsandsteingebirge von ihm abgetrennt wurden. So wird Johann Caspar Knoche im Jahre 1657 nur noch als Oberforstmeister in den Ämtern Dresden, Moritzburg, Meißen und Radeberg mit Laußnitz genannt. Der Sitz des Oberforstmeisters ist wohl schon im 16. Jahrhundert nach Dresden verlegt worden und befand sich zu Anfang des 19. Jh. im Jägerhof in Dresden-Neustadt. Noch bis 1815 umfasste die Oberforst- und Wildmeisterei Dresden vor allem rechtselbisches Gebiet und nur einen verhältnismäßig schmalen Streifen auf dem linken Elbufer. Zu den schon 1677 genannten Ämtern kamen 1765 noch Senftenberg und Hoyerswerda hinzu. Mit der Dresdner Heide und dem Friedewald um Moritzburg gehörten die Hauptjagdgebiete der Landesherrschaft zur Oberforstmeisterei Dresden. Da die Jagdangelegenheiten bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts den Vorrang vor der Forstpflege beanspruchten, war Dresden eine der wichtigsten Oberforstmeistereien Sachsen. Diese vorrangige Bedeutung der Oberforstmeisterei Dresden hat sich im 19. Jahrhundert aus verschiedenen Ursachen stark verringert. Nach der Verkleinerung Sachsens im Jahre 1815 wurde das verbliebene Gebiet in 4 Forstkreise mit 15 Forstbezirken neu eingeteilt. In den Ämtern Moritzburg, Meißen Radeberg mit Laußnitz und Großenhain (letzteres bis 1815 bei der Oberforstmeisterei Liebenwerda) wurde dabei ein neuer Forstbezirk (seit 1844 Oberforstmeisterei) Moritzburg gebildet, während das Amt Senftenberg an Preußen kam. Damit wurde der 4 Forstbezirk Dresden, dem ein Forstmeister, seit 1844 wieder ein Oberforstmeister vorstand, auf das Amt Dresden, d. h. vorwiegend auf die Dresdener Heide beschränkt und lediglich ein kleines Waldgebiet im Amt Stolpen neu hin zugefügt. So wurde die Oberforstmeistere in Dresden wesentlich verkleinert und auch ihr Wildreichtum nahm ab. Bei der wachsenden Bedeutung der Forstwirtschaft gegenüber der Jagd hatten die Dresdener Waldungen keinen Vorrang mehr vor den übrigen Forsten des Landes. Der Schwerpunkt der Waldnutzung verlagerte sich sehr auf die Forstwirtschaft, dass die Aufsicht über die Waldungen seit der Staatsreform 1831 nicht mehr dem Oberhofjägermeister, sondern einem Forstfachmann im Finanzministerium übertragen wurde. Das Dresdener Waldgebiet wurde im 19. Und 20. Jahrhundert von der sich mächtig ausdehnenden Großstadt und den ihr benachbarten Orten zurückgedrängt. Wie aus Akten hervorgeht, musste die Oberforstmeisterei Dresden in besonders starkem Maße Waldland für Wohnsiedlungen, für Eisenbahnen und für militärische Zwecke abtreten.
Der Dresdner Forstbezirk war seit 1816 in folgende 14 Forstreviere untergliedert: Ullersdorf, Langebrück, Biehla bei Kamenz, Fischhaus, Neudorf, Pillnitz (einschließlich Kammergut Schönfeld), Döhlen, Ostra (bzw. Friedrichstadt), Plauen, Blasewitz, Rohes Haus, Hühndorf (1821 zu Grillenburg) so wie Fischbach und Seligstadt (letztere im Amt Stolpen). Von diesen Revieren wurden aufgelöst: Biehla, Rothes Haus (1857), Plauen (1857), Friedrichstadt (1873) und Blasewitz (1873). Fischbach und Seligstadt wurden 1857 zu einem Forstrevier Stolpen vereinigt. Röhrsdorf kam 1867 von der Oberforstmeisterei Moritzburg zu Dresden.
In der Oberlausnitz, wo es bisher nur Privatwaldungen gegeben hatte, erwarb der sächsische Staat 1878 das Waldgebiet von Halbendorf, dass trotz seiner entfernten Lage als Forstrevier der Oberforstmeisterei Dresden zugeteilt wurde. Von nun an umfasste diese folgende Forstreviere: Neudorf (1881 = Dresden, 1924 = Klotzsche), Fischhaus (1901 zwischen Ullersdorf und Dresden aufgeteilt), Langebrück, Ullersdorf (1924 = Weißer Hirsch), Pillnitz (1924 zu Lohmen - Sächs. Schweiz), Stolpen (1881 = Fischbach), Röhrsdorf (1924 zu Langebrück), Döhlen ( 1894 = Tharandt, Oberforstmeisterei Grillenburg), Halbendorf (seit 1878). So blieben 1924 nur noch 5 Forstreviere in dem Gebiet übrig, das 1816 noch in 14 eingeteilt gewesen war (außer Röhrsdorf und Halbendorf)! Besonders stark war diese Verminderung der Zahl der reviere in der Oberforstmeisterei Dresden. Dies ist auf die ausgedehnten Verluste von Waldgebiet zurückzuführen, aber auch darauf, dass die Anzahl der Forstreviere zu dieser Zeit in ganz Sachsen sehr eingeschränkt wurde und die Reviergröße anstieg (1819: 149 Reviere, 1933: 76 Reviere; durchschnittliche Reviergröße 1943: 1040ha, 1933: 2320ha). Die Verminderung der Forstreviere im Bereich Dresden wurde dadurch ausgeglichen, dass die Oberforstmeisterei Moritzburg 1906 aufgelöst wurde und mit allen Revieren: Moritzburg, Kreyern, Weißig, Laußnitz, Okrilla (1924 = Ottendorf-Okrilla) und Schwepnitz (1924 = Cosel) zu Oberforstmeisterei Dresden kam. Davon wurden Moritzburg, Kreyern und ein Teil von Weißig 1924 dem Haus Wettin überlassen, währen d der Rest von Weißig an Schmannewitz im Inspektionsbezirk Grimma kam.
1924 wurden die Oberforstmeistereien aufgelöst und eine Landesforstdirektion unter einem Landesforstmeister geschaffen. Ihr gehörten 5 Oberforstmeister an, die je 2 Inspektionsbezirke beaufsichtigten. Der Inspektionsbezirk der bisherigen Oberforstmeisterei, wurde aber nun von zentraler Stelle aus geleitet und um die Wälder des Hauses Wettin vermindert.
Der Bestand der Oberforstmeisterei Dresden wurde 1956 im Kollektiv geordnet und das Findbuch 1959 fertiggestellt. Die alte Registratur-Ordnung der Behörde konnte trotz einiger Mängel beibehalten werden. Auf die bereits im Finanzarchiv, Bd. 44 verzeichneten Akten der Oberforstmeisterei Dresden wird im vorliegenden Findbuch verwiesen. Neben den in Augias verzeichneten Akten enthält der Bestand noch eine größere Anzahl weiterer Akten. Für diese Akten siehe Findbuch 10862 Oberforstmeisterei Dresden.
Insgesamt umfasst der Bestand der Oberforstmeisterei Dresden 1230 Aktenbände aus der Zeit von 1659 - 1924, jedoch vorwiegend aus dem 19. und beginnenden 20. Jahrhundert.




Mehr anzeigen
Umfang:
25,60 (nur lfm)
Mehr anzeigen
Archivalientyp:
Bestand
Mehr anzeigen
Online-Beständeübersicht im Angebot des Archivs:
Weitere Objektseiten:
Rechteinformation:
Es gilt die Sächsische Archivbenutzungsverordnung (SächsGVBl. Jg.2003, Bl.-Nr. 4 S. 79)
Letzte Aktualisierung: 25.05.2022, 07:06 MESZ