Etruskische Aschenurne
Beliebtes Motiv auf etruskischen Aschenkisten hellenistischer Zeit ist ein Zweikampf zwischen Kriegern, die gelegentlich als die Brüder Eteokles und Polyneikes, Söhne des Ödipus, identifiziert werden, und die sich im Zweikampf um die Vorherrschaft in Theben gegenseitig töten. Den nahen Tod der Kämpfer zeigen auch die beiden geflügelten, barbusigen, Fackeln tragenden göttlichen Wesen an, die die Szene flankieren. Es handelt sich um Vanth, das weibliche Gegenstück des etruskischen Charun, die wie hier auch im Plural vorkommen kann, und das Tor zur Unterwelt bewacht und die Seelen hinab begleitet. Neben dem typischen Unterweltssymbol könnte die Fackel auch im übertragenen Sinne für die Verbrennung des Leichnams stehen. Das Relief der Altenburger Aschenkiste aus Terrakotta ist Mittels Matrize hergestellt, und so findet sich dieses Relief in identischer Ausformung auf zahlreichen weiteren Urnen aus Etrurien. Solche Aschenurnen waren in Nordetrurien verbreitet und hatten einen Schwerpunkt um das Gebiet von Chiusi.
- Alternativer Titel
-
Urna cineraria (Beschreibender Titel)
- Standort
-
Lindenau-Museum Altenburg
- Sammlung
-
Antike Keramik
- Inventarnummer
-
CV 640
- Maße
-
Gesamt: Höhe: 26,5 cm (Kasten); Breite: 22 cm (Kasten); Länge: 43 cm (Kasten); Höhe: 13,5 cm (Deckel); Breite: 23 cm (Deckel); Länge: 42,5 cm (Deckel); Gewicht: 16 kg (Kasten)
- Verwandtes Objekt und Literatur
-
bildet Teil von: Antike Keramik
Dokumentiert in: Die Etrusker. die Entdeckung ihrer Kunst seit Winckelmann ; [Katalog einer Ausstellung im Winckelmann-Museum vom 19. September bis 29. November 2009.
Dokumentiert in: Österreichisches Archäologisches Institut: Jahreshefte des Österreichischen Archäologischen Institutes in Wien. (Seite: 47-52)
- Klassifikation
-
Keramik (Sachgruppe)
Hellenismus (Stil)
- Bezug (was)
-
Fackel
Säule, Pfeiler (Architektur)
Kampf (Duell)
Kissen
Eierstab
Brüder
- Ereignis
-
Herstellung
- (wo)
-
Chiusi
- (wann)
-
2. Hälfte 2. Jh. v. Chr.
- Ereignis
-
Provenienz
- (Beschreibung)
-
Sammlung Horst de Marées; Schenkung 2022 durch die Erben; seit 1960 im Lindenau-Museum; erworben 1931 von Horst de Marées (1896–1988) in Mittelitalien
- Letzte Aktualisierung
- 12.12.2025, 10:12 MEZ
Datenpartner
Lindenau-Museum Altenburg. Bei Fragen zum Objekt wenden Sie sich bitte an den Datenpartner.
Entstanden
- 2. Hälfte 2. Jh. v. Chr.