Schmuck

Armreif mit Löwenkopfenden

Der sehr gut erhaltene, oben offene Reif ist oval und hat einen nahezu u-förmigen Querschnitt, der an der Außenseite wohl mit farbiger Fritte gefüllt gewesen ist. Der Reif endet auf beiden Seiten in einem Löwenkopf, der einen Steinbock oder eine Ziege verschlingt. Die Löwenköpfe sind vom übrigen Reif durch ein quergeripptes Halsband getrennt, ähnlich ist die Mähne gestaltet. Über den Augen der Löwen und der Beutetiere befindet sich ein Wulst, ein charakteristisches Zeichen für den Stil dieser Zeit. Die Größe des Reifs - er ist nicht tragbar - spricht für seine Funktion als Weihegeschenk. Die Art, den Tierkampf in dieser verkürzten Form wiederzugeben, stammt aus dem Skythischen; die Szene kann dahingehend interpretiert werden, dass in dem Löwen ein Symbol für den König und im Beutetier ein solches für den geschlagenen Feind zu sehen ist. Auf den Apadanareliefs in Persepolis bringen Mitglieder der lydischen Delegation vergleichbare Armreife dar, was für eine Herstellung des Stückes in der persischen Satrapie Sardes sprechen könnte.

Angeblich kam das Exemplar bei der Anlage des Kanals durch den Isthmus von Korinth (1881-1893) zu Tage. Sofern diese Angabe stimmt, könnte es sich bei dem außerhalb des persischen Machtbereiches gefundenen Goldreif um ein Stück aus der sog. Perserbeute handeln. Nach ihrem Sieg bei Plataiai / Böotien (479 v. Chr.), fiel den Griechen das Lager ihrer Widersacher in die Hände. Unter dem Beutegut soll sich auch das Palastzelt des Xerxes und zahlreiche Edelmetallgegenstände befunden haben.

Fotograf*in: Peter Gaul

CC0 1.0 Universal

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Location
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe
Collection
Alter Orient
Inventory number
F 1816
Measurements
Höhe: 7.9 cm, Breite: 10.6 cm, Tiefe: 1.4 cm, Gewicht: 299.0 g
Material/Technique
Gold; geschmiedet; gegossen

Event
Herstellung
(where)
Lydien
(when)
5. Jh. v. Chr.
Event
Fund
(where)
Griechenland
Korinth

Rights
Badisches Landesmuseum
Last update
12.07.2024, 10:56 AM CEST

Data provider

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Object type

  • Schmuck

Time of origin

  • 5. Jh. v. Chr.

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