Bestand

Wiegand, Johannes (Bestand)

Geschichte des Bestandsbildners: Johannes August Wiegand wurde am 27.07.1874 als Sohn des Kunst- und Handelsgärtners Daniel Ludwig Wiegand und der Dorothee Louise Charlotte geb. Heine in Bremen geboren. Nach dem Besuch der Rembertischule schlug Wiegand zunächst die Lehrerlaufbahn ein und unterrichtete im Anschluss an den Besuch des bremischen Lehrerseminars und das Bestehen der Prüfung für das ordentliche Lehramt an Volksschulen 1897 zwischen 1900 und 1910 an der Schule in der Lessingstraße. Bereits in dieser Zeit betätigte er sich intensiv als Theater- und Literaturkritiker, Lyriker, Novellist, sowie Autor von Romanen und Bühnenwerken. Außerdem hatte er zwischen 1903 und 1910 das Amt des Generalsekretärs der deutschen Goethebünde inne. 1910 schließlich wandte er sich einem neuen Aufgabenfeld zu und gründete zusammen mit dem Theaterwissenschaftler Eduard Ichon das Bremer Schauspielhaus in den Gebäuden der ehemaligen Tonhalle am Neustadtswall. Dies geschah, da beide glaubten, eine rein auf Schauspiel ausgerichtete Bühne würde sich neben dem inzwischen eher auf das Musiktheater verlagerten Stadttheater behaupten. Der Erfolg gab ihnen Recht und war so einschlagend, dass ein neues Gebäude am Ostertor (am Standort des heutigen Theaters am Goetheplatz) erbaut und bereits am 15.08.1913 bezogen werden konnte. Das alte Neustädter Theater wurde daraufhin am 14.04.1917 geschlossen. Nach dem Tod Wiegands am 07.02.1940 und Ichons am 19.01.1943 übernahm die Stadt Bremen für kurze Zeit das Theater, bevor es am 31.07.1943 geschlossen wurde und schließlich bei einem Bombenangriff am 06.10.1944 vollständig ausbrannte.

Bestandsgeschichte: Der Nachlass umfasst elf Archivkartons und kam laut Zugangsbuch am 22.05.1970 ins Staatsarchiv Bremen, nachdem er in den "nachgelassenen Dienstsachen von Herrn Peters aufgefunden" wurde. Gemeint ist der Archivamtmann Fritz Jakob Peters (geb. 04.05.1903 in Bremen, verst. 24.03.1970 ebd.). Dieser verfasste den Wiegand-Artikel in der Bremischen Biographie 1912-62 (s.h. unten), war Mitverfasser des Buches "33 Jahre Bremer Schauspielhaus im Spiegel der Zeitkritik" (1956) und war zuletzt seit 1966 auch im Schwachhauser Ring 15 c in der Johannes-Wiegand-und-Eduard-Ichon-Stiftung wohnhaft. Näheres über Entstehung, Erwerb, Herkunft dieses angereicherten Nachlasses ist nicht bekannt. Neben biographischen Unterlagen und Korrespondenz finden sich Belegexemplare, Manuskripte, Theaterzettel und Kritiken zu Wiegands zahlreichen, v.a. dramaturgischen, Werken (s.h. Liste). Der zweite, kleinere Teil des Nachlasses besteht aus einer Materialsammlung zum Bremer Schauspielhaus und setzt sich vor allem aus gesammelten Kritiken und einer Fotodokumentation zur Architektur und einzelnen Aufführungen zusammen. 2018 wurde der Bestand in seine aktuelle Ordnung gebracht, verzeichnet und archivgerecht verpackt. Ursprünglich ebenfalls vorhandene Theaterprogramme des Schauspielhauses wurden in den Bestand 9,S 9-23 (Theater- und Konzertprogramme) überführt.

Reference number of holding
7.72
Extent
1

Context
Staatsarchiv Bremen (Archivtektonik) >> Gliederung >> 7. Nichtamtliche Überlieferung >> 7.1. Nachlässe von Einzelpersonen und Familien >> Nachlässe T - Z
Related materials
Literatur: Peters, Fritz: Wiegand, Johannes August, in: Bremische Biographie 1912-62, S. 556-557. Peters, Fritz; Berner, Wilhelm: 33 Jahre Bremer Schauspielhaus im Spiegel der Zeitkritik, Bremen 1956. Schwarzwälder, Herbert: Wiegand, Johannes, in: drslb.:Das Große Bremen-Lexikon, Bremen 2003, S. 985.

Date of creation of holding
1889-1956

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Last update
30.06.2025, 11:55 AM CEST

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Object type

  • Bestand

Time of origin

  • 1889-1956

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